zur Navigation springen

Fähre Kronsnest : Deutschlands kleinste Fähre leckt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bevor er wieder über die Krückau schippern kann, muss der Kahn dringend repariert werden. Der Verein sammelt jetzt Geld dafür.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Neuendorf | Seit Anfang Oktober hält Deutschlands kleinste Fähre Winterschlaf. Zwischen Deich und Krückau trotzt sie unter einer dicken Plane verstaut Schnee und Stürmen. Ein friedliches Bild – sollte man meinen. Doch die „Hol över“ bereitet ihren Betreibern auch im Ruhezustand Sorgen. Denn der Fährkahn muss dringend repariert werden. Die sommerlichen Touren über den Fluss haben dem Boot zugesetzt. Die Metallschienen unter der „Hol över“ müssen erneuert werden. „Außerdem zog die Fähre die ganze Saison über Wasser“, erklärt Hermann Röttger vom Fährverein.

Schon im vergangenen Winter musste die Fähre ausgebessert werden. „Dass es nun schon wieder soweit ist, war eigentlich nicht geplant“, sagt Röttger. Die dabei anfallenden Kosten müssten durch Spenden wieder hereinkommen. Der sommerliche Fährbetrieb werfe dafür einfach nicht genug ab. Außerdem sei jüngst erst ein wichtiger Sponsor weggebrochen. „Das ist zwar alles ärgerlich, aber die Reparaturen müssen jetzt gemacht werden“, betont Röttgers Vereinskollegin Helke Petersen.

Die historische Fähre Kronsnest hat 1993 ihren Betrieb aufgenommen. Was eigentlich nicht ganz stimmt, denn bis 1968 war sie bereits an gleicher Stelle als Beförderungsmittel über die Krückau im Dienst. Als sie jedoch Ende der 60er-Jahre nicht mehr rentabel war, folgte die Schließung. Bis sich 1992 der Trägerverein gründete, der für die Wiederflottmachung der Fähre sorgte. Inzwischen nutzen jährlich mehr als 7000 Personen die Gelegenheit, die Krückau zwischen Seester und Neuendorf mit dem ungewöhnlichen Gefährt zu überqueren.

Bereits 1576 wurde die Fähre Kronsnest erstmals nachweislich urkundlich erwähnt. Ganz so alt ist die aktuelle Fähre natürlich nicht. Im November 1992 lief die „Hol över“ vom Stapel. Gebaut wurde der Fährkahn von der Werft Hatecke in Freiburg/Elbe. 640 Kilogramm wiegt das Gefährt. Gerade einmal 4,40 Meter misst die Fähre in der Länge und 1,80 Meter in der Breite. Damit bietet sie sieben Fahrgästen und dem Fährmann Platz, womit sie Deutschlands kleinste Fähre für Personen und Fahrräder ist.

Wer sich finanziell für den Erhalt der Fähre stark machen möchte, kann sich an Hermann Röttger, (0 41 25) 530, oder die Vereinsvorsitzende Petra Sommer, (0 41 21) 13 29, wenden. www.faehre-kronsnest.de

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen