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Elmshorner Nachrichten

19. August 2017 | 09:52 Uhr

Deutlicher als vor 37 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verbandsliga: VfR Horst hebelt Kiebitzreihe in fünf Minuten aus / Alt-Kiebitzreiher Jürgen Kawalek und 350 Zuschauer sehen schöne Tore

Vor 37 Jahren war Jürgen Kawalek wohl nicht so ruhig gewesen. Damals stand er beim bis gestern letzten Fußballspiel zwischen dem VfR Horst und Rot-Weiß Kiebitzreihe im RWK-Trikot auf dem Rasen und verlor mit seinem Team 0:2. Im Alter wird man aber ausgeglichener und Kawalek, mehr als 50 Jahre für Holsatia im EMTV als Schiedsrichter und Beobachter aktiv, sowieso: Gestern frotzelte er den VfR-Ehrenvorsitzenden Peter Krohn in der Halbzeitpause beim ersten Verbandsligavergleich der beiden Südsteinburger Klubs überhaupt gut gelaunt an: „Na, da lacht dein Herz, oder?“

Krohn, der sich für die 90 Derby-Minuten von einer Familienfeier frei machte, konnte und wollte dies auch gar nicht verheimlichen, schließlich lag „sein“ VfR da bereits 3:0 in Front. „Es waren drei schöne Tore“, erkannte Kawalek neutral und neidlos die Führung der Gastgeber an der Jahnstraße vor mehr als 350 Zuschauern an.

Da war der – leicht abgefälschte – Hammer von Jan Behrendt aus 25 Metern zur Horster Führung nach 26 Minuten. Zwei Minuten später bewies Dennis Friedrich per Freistoß, dass auch er einen strammen Schuss hat. Der Ball zischte direkt neben der Mauer flach an RWK-Keeper Timm Niebuhr vorbei ins Tor. Weitere zwei Minuten später köpfte René Thies vor dem zu spät heraus geeilten Niebuhr eine Flanke von Michel Gorny zum 3:0 in die Maschen.

Thies bereitete nach öffnendem Pass von Kevin Dittmann in der 70. Minute die endgültige Entscheidung vor; Friedrich brauchte seine Flanke nur noch zum 4:0-Endstand einzunicken. „A la bonheur“, lobte Kawalek den schönsten Spielzug der Partie, während Krohn jubelnd die Fäuste ballte.

„Wir haben die richtige Einstellung gehabt. Das hat Spaß gemacht“, jubelte auch René Thies nach dem Schlusspfiff.

Nach einer so deutlichen Angelegenheit sah es anfangs nicht aus. Der VfR musste kurzfristig noch auf den erkrankten Timon Dehner verzichten. Dragan Suta handelte sich mit seiner ersten Aktion gleich die Gelbe Karte ein und war vorbelastet in der Innenverteidigung ein wenig gehemmt. Doch mit dem starken Wind im Rücken übernahm Horst das Kommando, wenn auch zunächst nicht zwingend. „Der Druck war aber da, weil wir zu viele Standards zugelassen haben“, so RWK-Trainer Uwe Clasen, der wie sein Gegenüber, Lars Lühmann, treffend erkannte: Die drei Tore innerhalb von fünf Minuten waren spielentscheidend.

Lühmann, der wegen der Horster Personalsorgen auch als Akteur auf dem Spielberichtsbogen vermerkt war, sagte: „Es war für uns ganz wichtig, dieses Erfolgserlebnis zu haben.“ Dies geriet in den 90 – auch im Vorfeld – friedlichen Derbyminuten nicht ernsthaft in Gefahr. RWK spielte nach dem Seitenwechsel gehemmt. Clasen hätte es nicht besser als der Alt-Kiebitzreiher Kawalek zusammenfassen können: „Kiebitzreihe spielt, aber es fehlt der Zug zum Tor.“

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erstellt am 02.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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