zur Navigation springen

Bühnenreif : Der Speeldeel-Nachwuchs im Rampenlicht

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Elmshorner Speeldeel arbeitet derzeit mit zehn Kindern und Jugendlichen zusammen, um sie im Bereich der plattdeutschen Sprache zu fördern.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 16:15 Uhr

Elmshorn | Nicht die „Jungen Wilden“, sondern „Die jungen Platten“ unter der Leitung des ehemaligen Speeldeel-Chefs“ Gerd Richert waren zu Gast in der Seniorenresidenz „Lindenpark“ in Elmshorn. Dort unterhielten sie Heimbewohner mit amüsanten Gedichten und Geschichten.

Gleich in der Begrüßung und im nachfolgenden Gedicht „Platt is de beste Sprook“ machte Richert auf sein Anliegen aufmerksam, nämlich diese eigenständige Sprache zu erhalten, die Heimatgefühl und Heimatverbundenheit vermittelt. Dies ist allerdings nur möglich, wenn man junge Menschen dafür begeistert. Einige davon finden sich in der Gruppe. Unterstützt wird der Theatermann von Elsbeth Kruse, ehemalige Rektorin der Grundschule Heist.

Nach Richert hatte Noah Lüchau seinen großen Auftritt. Er trug das Gedicht „Mund voll Platt“, „De Reis no Lübeck“ und „Knackwurst bi Karstadt“ vor – und erntete damit bei den amüsierten Zuhörern Beifall und Gelächter. Auch die anderen „Jungen Platten“ wie Nieke Kleinwort, Nika Schmahl und Lea Kruse kamen mit ihren plattdeutschen Geschichten gut bei den Senioren an, die sich an Kindheit und Jugend erinnert fühlten. Zu guter Letzt ließ sich Richert noch einmal hören, der von seiner „süßen, molligen Amanda“ erzählte.

Die Elmshorner Speeldeel arbeitet derzeit mit zehn Kindern und Jugendlichen zusammen, um sie im Bereich der plattdeutschen Sprache zu fördern. Dabei liegt der Hauptpart bei Richert und Kruse. Bis Weihnachten absolvieren „Die jungen Platten“ noch zahlreiche Auftritte – vorzugsweise in Seniorenheimen. Sie haben mittlerweile eine gewisse Professionalität gewonnen, wenngleich sie natürlich vor ihren Auftritten ein wenig Lampenfieber haben – aber das gehört nun einmal dazu. „Es bereitet große Freude, mit den jungen Menschen zu arbeiten“, erklärt Richert. „Freude bereitet es aber auch, die älteren Zuhörer zu erleben, die im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung kommen.“

Plattdeutsch gehört zum nördlichsten Bundesland. Etwa 100.000 der etwa 2,8 Millionen Schleswig-Holsteiner sprechen noch Plattdeutsch. Die Zahl derer, die die Sprache verstehen, ist deutlich höher. Bei aller Freude über die festzustellende Stabilisierung der Plattkompetenz vor allem in den küstennahen Regionen sind es doch vor allem die älteren Menschen, die aktiv und passiv (sehr) gut verstehen und sprechen.

Über die Hälfte der jüngeren Befragten gibt an, die Regionalsprache nur mäßig zu verstehen oder nur einige Wörter zu kennen. Ein Phänomen macht den Niederdeutschforschern und -verfechtern aber doch große Hoffnung: Die 20- bis 29-Jährigen sprechen etwas mehr Plattdeutsch als die 30 bis 39-Jährigen. Bei den Jüngeren ist Platt also wieder angesagt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen