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Elmshorner Nachrichten

12. Dezember 2017 | 11:37 Uhr

Elmshorn : Der Schüler von der Nordakademie

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Student mit 16 Jahren: Tim Hilbig studiert an der privaten Hochschule Ingenieurmathematik und Elektrotechnik.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2015 | 15:30 Uhr

Elmshorn | Normalerweise ist es so: Bis zum Abitur ist man Schüler. Und wenn es einen danach an die Uni zieht, ist man Student. Normalerweise. Nicht so bei Tim Hilbig. Der 16-jährige Elmshorner besucht die Elsa-Brändström-Schule (EBS). Quasi nebenbei ist er noch Student an der Nordakademie.

Der Grund für diese ungewöhnliche Konstellation: Tim Hilbig ist ein besonders begabter Schüler. Die EBS bescheinigt ihm ein „hohes Leistungspotenzial“. Und da die Nordakademie für besonders begabte Schüler ein so genanntes Juniorstudium anbot, war es naheliegend, dass Tim von seiner Schule vorgeschlagen wurde. Seitdem studiert er an drei Tagen pro Woche an der privaten Hochschule. Belegt hat der Schülerstudent Ingenieurmathematik und Elektrotechnik. Er ist erst der zweite Schüler, der ein Juniorstudium der Nordakademie ergattern konnte.

In der Schule hat der 16-Jährige logischerweise keine Probleme. Sein Notendurchschnitt liegt bei 1,7. Doch kommt er auch an der Hochschule mit? „Das geht bis jetzt ganz gut“, sagt er. Und wenn nicht, könne er die Kommilitonen oder die Dozenten fragen. Mathematik sei aber „deutlich schwieriger“ als Elektrotechnik, so seine Erfahrung. Das ändert aber nichts daran, dass Mathe sein Lieblingsfach in der Schule ist. Ein Fach, das er gar nicht mag, gibt es nicht.

Studenten der Nordakademie sind üblicherweise bei einer Firma angestellt, werden dort in die Praxis ihrer künftigen Berufe eingewiesen. An der Nordakademie wird ihnen die dazugehörige Theorie beigebracht. Einen Praxisteil gibt es für Schüler nicht. Doch Ingenieursstudenten haben zu Beginn des Studiums einen größeren Theorieteil, sodass Tim länger bleiben kann als es in anderen Bereichen möglich gewesen wäre. In der Regel dauert das Juniorstudium ein Jahr.

Mit der Schule lasse sich das Studium halbwegs gut vereinbaren, berichtet der Schüler. Nur mit dem Biologieunterricht kollidiere eine Vorlesung. In diesem Fach bekommt er die Unterlagen von seinen Klassenkameraden.

Als Stress empfindet der Jugendliche die Doppelbelastung nicht. „Mir macht das Spaß.“ Da sein Berufswunsch in Richtung Technik geht, kann er sich auch vorstellen, später an der Nordakademie zu studieren.

„Auf jeden Fall bekommt er einen guten Einblick in das akademische Lernen und Arbeiten“, sagt Anette Schwarz-Rostock, die an der Nordakademie für Schulkontakte und Studienberatung zuständig ist. Dazu gehört auch das Schreiben von Klausuren. Das ist zwar keine Pflicht, doch der Juniorstudent will mitschreiben.

Wer nun annimmt, Tim sei ein weltfremder Jugendlicher, der von morgens bis abends büffeln würde, der irrt. Er treibt Sport, surft gern – und spielt Schlagzeug und Gitarre. Letzteres in einer Rockband.

Sollte er sich nach seinem Abitur im Jahr 2017 tatsächlich zu einem Studium an der Nordakademie entschließen, wäre das Juniorstudium gleich zweifach von Vorteil: Zum einen hätte er schon Einblicke in der Betrieb der Hochschule gehabt. Zum anderen könnten die jetzt erbrachten Prüfungsleistungen für sein Studium anerkannt werden.

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