Geschäftsidee : Der "Pflastamann" kommt mit dem Rad

Klein Nordender Unternehmen mit Erste-Hilfe-Systemen erfolgreich / Patentiertes System kann individuell angepasst werden

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16. März 2013, 07:59 Uhr

Klein Nordende | In einer zu einer Werkstatt umgebauten Garage werkeln Carsten Kröger und seine Angestellte Sabine Neumann. Die beiden arbeiten an Metallschränkchen und Koffern, die sie mit Erste-Hilfe-Systemen für Verarbeitungs-, Handelsbetriebe und Baustellen ausrüsten. "Die Idee stammt aus der Arbeitsmedizin", erklärt Carsten Kröger, der seine Firma "Pflastamann" am 10. März 2010 gründete. Neben der Herstellung von Verbandsschränken kümmert sich Kröger auch um deren Vertrieb. Das Geschäft läuft gut. Anfang des Jahres hat der "Pflastamann" deshalb mit Sabine Neumann eine zusätzliche Arbeitskraft eingestellt.

Ausgehend von der kleinen Werkstatt besucht das Team alle Betriebe mit dem Fahrrad - und zieht dabei immer größere Kreise. Auf die Frage nach dem Besonderen der Produkte erklärt Kröger: "Der Unterschied zu handelsüblichen Erste-Hilfe-Koffern liegt bei den System-Komponenten unseres Bau steinprinzips."

Arbeitgeber sind je nach Art des Betriebes verpflichtet, Erste-Hilfe-Material für Verletzungen vorzuhalten, so wie der Führer eines Kraftfahrzeugs. Im Gegensatz dazu sei der Inhalt der Verbandschränke aber umfangreicher. Berufsgenossenschaften würden bei ihren Überprüfungen auch darauf achten, dass Betriebe vollständige Erste-Hilfe-Koffer vorhalten. Jeder kennt aber das Problem: eine kleine Verletzung, Schere oder Pflaster werden gebraucht, die Verpackung aufgerissen und das gerade Gesuchte entnommen, ohne das Fehlende wieder nachzurüsten. Die Folge sind mögliche Unannehmlichkeiten beim nächsten Unfall oder der Kontrolle der Sicherheitsfachkraft. "Dieses Problem gibt es bei unserem System nicht, deshalb überzeugt es auch immer mehr Betriebe."

Ein Pflasterspender für kleinere Verletzungen befindet sich direkt auf der Schranktür. Auch die Anleitung zur Ersten Hilfe, ein Verbandsbuch und ein Kristallspiegel (falls mal was ins Auge geht) sind dort angeordnet. Je nach Erfordernis gibt es auch Hinweise auf besondere Inhalte, wie Augendusche oder Beatmungsmaske. So bleiben die gesetzlich geforderten und steril verpackten Erste-Hilfe-Produkte und wertvollere Verbandsmaterialien für den Notfall versiegelt im staubdicht ausgerüsteten Schrank.

Das System ist patentrechtlich geschützt. Mit der Firma KremerGlismann gibt es in Elmshorn und Barmstedt bereits einen Händler für "Pflastamann". "Eines ist noch besonders im Vergleich zu anderen Anbietern", erklärt Kröger, "meine Kunden sind nicht an ein Verbandsmaterialprodukt gebunden, sie können ihr System individuell auf- oder nachrüsten." Dennoch biete er seinen Kunden den Direktservice und halte alle Komponenten vorrätig auf Lager. Auf die Frage nach seinen nächsten Zielen sagt Kröger: "Interessant sind Tankstellen- und Franchiseketten. Es ist bestimmt ein toller Service, wenn sie ihren Mitarbeitern und Kunden bei kleinen Verletzungen mit unseren Erste-Hilfe-Systemen helfen können."www.pflastamann.de

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