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Elmshorner Nachrichten

17. Dezember 2017 | 18:58 Uhr

Elmshorn : Der Pakt, der Zukunft sichert

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Landesweit einmalig: Kooperationsvertrag zwischen Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule und der Arbeitsagentur.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Was soll aus mir werden? Welcher Job ist der richtige? Das sind die Fragen, die vielen Schülern schlaflose Nächte bereiten. Besonders, wenn Prüfungen anstehen und die Schulkarriere langsam zu Ende geht. Antworten bekommen die Jugendlichen in der Elmshorner Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule (BCSG) am Koppeldamm nicht nur von ihren Lehrern. Das Kollegium arbeitet eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. Was freiwillig schon lange gut funktioniert, ist seit gestern sogar schriftlich verbindlich festgehalten: BCSG und Agentur für Arbeit Elmshorn haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Das ist bisher einmalig in Schleswig-Holstein.

Volker Pohlmann, Rektor der BCSG, und Uwe Schäfer, Teamleiter Berufsberatung der Arbeitsagentur, haben ein Papier unterzeichnet, das Beispiel für viele Gemeinschaftsschulen im Land sein soll. „Berufsorientierung wird bei uns großgeschrieben“, sagt Volker Pohlmann. Dazu gehören Bewerbungstraining, Praktika, Betriebserkundungen, und die Kooperation mit Firmen. Es gibt Besuche im Berufsinfornationszentrum der Arbeitsagentur am Bauerweg, Info-Abende in den Klassen und individuelle Gespräche.

Die Zusammenarbeit von Schule und Agentur hat sich kontinuierlich entwickelt. War vor 30 Jahren noch ein Beratungstermin der Berufsberatung pro Schuljahr vorgesehen, so sind es heute pro Schulhalbjahr rund 30 Termine. Ziel ist immer eine gründliche, auf den jeweiligen Jugendlichen abgestimmte Vorbereitung für den Start ins Berufsleben oder den Übergang auf eine weiterführende Schule. „Vielen Schülern fehlt es an Orientierung, da wollen wir helfen“, sagt Berufsberaterin Dörte Heidloß. Sie und ihre Kollegen fangen an der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule schon im siebenten Jahrgang an, die Schüler für die Suche nach einem Ausbildungsplatz zu trainieren. Sie gehen in die Klassen, führen viele Einzelgespräche.

Mit der Unterzeichnung des Vertrages ist die Initiative der Lehrer und Agentur-Mitarbeiter noch verbindlicher und nachhaltiger geworden. Michael Doppke, für Elmshorn zuständiger Schulrat des Kreises Pinneberg, sieht die Vereinbarung als „wichtigen Schritt für die Außenwirkung“. Doppke: „Das Papier sichert die Kooperation zwischen Schule und Behörde für die Zukunft“.

Die Agentur für Arbeit hofft, durch die Kooperation mit den Schulen, mehr offene Ausbildungsstellen besetzen zu können. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt habe sich für Schulabgänger in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, stellt die Behörde fest.

Viele Betriebe haben Probleme, ihre offenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Gleichzeitig gibt es aber noch eine große Zahl von jungen Menschen, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht sofort gelingt „Wir möchten möglichst alle Jugendlichen auf dem Weg von der Schule in das Berufsleben mitnehmen, Junge Menschen werden gebraucht, um künftig den Fachkräftenachwuchs in Deutschland sicher zu stellen. Dazu müssen die Aktivitäten für Jugendliche abgestimmt, verbindlich und transparent sein“, sagt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit in Elmshorn. Er wünscht sich deshalb viele weitere Kooperationsvereinbarungen.

Der Vertrag mit der Elmshorner Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule war die Premiere. Weitere Kooperationen sind in Vorbereitung. Uwe Schäfer, Teamleiter Berufsberatung der Elmshorner Agentur für Arbeit: „Nach und nach sollen alle Gemeinschaftsschulen im Kreis Pinneberg folgen“.

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