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Bauprojekt im Elmshorn : Der Lindenpark bleibt ein Park

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Unternehmen „Bauart und Wohnkultur“ investiert 9 Millionen in den Bau von 60 Wohnungen. Grünflächen werden wiederhergestellt.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Arne Netzband steht ganz weit oben über dem Lindenpark, quasi auf der Zimmerdecke des dritten Geschosses. So weit ist der Rohbau zwischen Seniorenresidenz Lindenpark Elmshorn und Schwesternheim an der Niedernmoorstraße mittlerweile fortgeschritten. Das Besondere an dem Projekt „Wohnen im Lindenpark“ war von Anfang an der Spagat zwischen den Interessen der Bauunternehmer und der Politik. Die wünschte sich nämlich den Erhalt des alten Parks samt Baumbestand. Außerdem sollten die verwilderten Grünanlagen wieder hergerichtet und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Wie das jetzt umgesetzt wird, lässt sich aus Netzbands Perspektive schon ganz gut erkennen. Er ist der Geschäftsführer des zuständigen Bauunternehmens „Bauart & Wohnkultur“. Für den kreativen Teil der Projektumsetzung war sein Partner, der Bauunternehmer Claus Grandt, zuständig. Das Gebäude, auf dem Netzband jetzt steht, ist einer von zwei Wohnblöcken, die insgesamt rund 20 Prozent des etwa 10  000 Quadratmeter großen Grundstücks einnehmen werden. Das eine Gebäude hat drei reguläre Stockwerke, die bereits fertiggestellt sind. Zusätzlich werden noch zwei sogenannte „Staffelgeschosse“ oben draufgesetzt, die etwas zurückgesetzt werden. Hier entstehen 32 Wohnungen zwischen 50 und 100 Quadratmetern, die verkauft werden sollen.

Das zweite Gebäude, das aus Netzbands Sicht genau auf der anderen Seite des Grundstücks liegt, ist ein Stockwerk niedriger und wird 28 Wohnungen haben. Bislang ist erst das erste Geschoss fertig. „Diesen Wohnblock werden wir behalten und vermieten“, erklärt der Geschäftsführer.

Dazwischen ist viel Platz für Rasenflächen, Spazierwege und einige Parkbänke. Und natürlich wird auch die beeindruckende Rotbuche stehen bleiben, deren Erhalt den Politikern von Anfang an so wichtig war. Sie steht ganz auf der anderen Seite des Grundstücks, noch hinter der zweiten Baustelle. Unter den weit ausladenden Ästen bietet sie viel Raum – ein Ort mit viel Lieblingsplatz-Potenzial. Der Lindenpark wird also wieder ein Park, der später dann auch allen Elmshornern zur Verfügung stehen soll.

Einen guten Überblick über das Grundstück hat Arne Netzband vom dritten Stockwerk aus. Im Hintergrund ist in weiß das Erdgeschoss des zweiten Hauses zu erkennen. Links liegt das Schwesternheim. (Foto: Pfeifer)
Einen guten Überblick über das Grundstück hat Arne Netzband vom dritten Stockwerk aus. Im Hintergrund ist in weiß das Erdgeschoss des zweiten Hauses zu erkennen. Links liegt das Schwesternheim. (Foto: Pfeifer)
 

Was die 60 Wohnungen betrifft, so ist Arne Netzband zuversichtlich, sie noch während der Bauphase alle verkauft beziehungsweise vermietet zu bekommen. Bis Mitte nächsten Jahres soll alles fertig sein. Wenn das Wetter mitspielt, werden die beiden Rohbauten bis Ende dieses Jahres fertig.

Zehn Wohnungen in dem größeren Gebäude hat Netzband schon verkauft. Bei der Ausstattung hatte sich das Büro „Bauart & Wohnkultur“ gezielt auf ein älteres Publikum konzentriert. Die Wohnungen werden barrierefrei sein, außerdem wird es ebenerdige Duschen, Aufzüge und eine Tiefgarage geben. Dazu kommen eine Fußbodenheizung, Parkett und Terrassen oder Balkone in jeder Wohnung.

„Wohnungen sind derzeit sehr interessant für Menschen, deren Lebenssituation nicht mehr zu einem Einfamilienhaus passt“, beobachtet Netzband. „Die Kinder sind schon ausgezogen, man will einfach in den Urlaub fahren können, ohne sich um den Garten kümmern zu müssen.“ Die andere Zielgruppe seien jüngere Leute, die noch keine Familie gegründet haben. „Die Nachfrage in Elmshorn ist gut. Viele Hamburger kommen, um sich hier ein Einfamilienhaus zu kaufen. Diejenigen, die in eine Wohnung wechseln möchten, können ihr Haus deshalb gut verkaufen.“

Mit der Vermietung der Wohnungen will Netzband Anfang nächsten Jahres beginnen. Er rechnet mit einem Quadratmeter-Preis von etwa zehn Euro. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen für das Projekt „Wohnen im Lindenpark“ rund neun Millionen Euro.

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