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Eiskeller in Elmshorn : Der Lidl-Markt schließt im November

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Unternehmen wollte Standort am Eiskeller vergrößern. Stadtverwaltung lehnt dies ab – Wohnbebauung in dem Bereich hat Vorrang.

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2015 | 12:30 Uhr

Elmshorn | Die Stadt Elmshorn verliert einen Supermarkt. Die Lidl-Filiale am Eiskeller schließt im Herbst. Das bestätigte Bürgermeister Volker Hatje auf Anfrage dieser Zeitung. „Lidl hat uns benachrichtigt, es gab jedoch noch keine weiteren Gespräche“, so der Verwaltungschef. Eine Gefährdung der Nahversorgung sieht Hatje allerdings nicht. „Die Menschen im Viertel werden auch weiter gut versorgt sein“, sagte er.

Damit sich der Betrieb für Lidl am Eiskeller weiter lohnt, wollte das Unternehmen seinen Markt vergrößern. Auf dem Nachbargrundstück wäre Platz gewesen. Doch die Stadt spielte nicht mit. Verwaltung und Politik bevorzugen auf dem Gelände Wohnbebauung. Städteplanerisch, so Bürgermeister Hatje, sei das durchaus vertretbar. Auch deshalb, weil im Viertel, selbst ohne Lidl, genügend Einkaufsmöglichkeiten vorhanden seien. An der Reichenstraße sei die Netto-Filiale schnell erreichbar und an der Meteorstraße ein Edeka-Markt vorhanden. Darüber hinaus sei auch der Einzelhandel gut vertreten.

Für Lidl hat der Standort am Eiskeller ohne Vergrößerung keine Zukunft. „Die Filiale bietet nicht mehr die Voraussetzungen, um unseren Kunden unser gesamtes Sortiment anzubieten und einen bequemen Einkauf zu ermöglichen. Der Mietvertrag für diesen Standort ist ausgelaufen, eine Vergrößerung war nicht möglich. Daher werden wir die Filiale voraussichtlich im November schließen“, so Lidl-Sprecherin Isabel Lehmann in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Grundsätzlich sei zu beobachten, dass der Anspruch der Kunden an die Sortimentsvielfalt, Warenpräsentation und Verkaufsfläche gestiegen sei. Alle betroffenen Mitarbeiter, so die Lidl-Sprecherin, würden in anderen Filialen weiterbeschäftigt. Aktuell plane Lidl in Elmshorn zu den bereits vorhandenen zwei Standorten Hamburger Straße und Ost-West-Brücke keine weiteren Filialen.

Thomas Becken, Wirtschaftsförderer im Elmshorner Rathaus, sieht trotz der drohenden Schließung der Lidl-Filiale keinen Handlungsbedarf. „Wir halten einen Verdrängungswettbewerb in dem Wohnquartier nicht für sinnvoll“, sagte er. Der Stadtteil soll intakt bleiben. Dazu, so Thomas Becken, gehöre auch der Schutz der vorhandenen Strukturen im Einzelhandel.

Wie die Versorgung der Elmshorner Stadtviertel aussehen soll, ist im Einzelhandels- und Nahversorgungskonzept 2011 aufgezeigt. Grundsätzlich soll es so ein, dass die Bürger in einem Radius von rund 500 Metern um ihren jeweiligen Wohnort einen Discounter und einen Nahversorger finden. „Das funktioniert bei uns sehr gut“, so Bürgermeister Volker Hatje.

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