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Viel mehr als nur Michael Stich : Der Lawn Tennis Club Elmshorn besteht seit nunmehr 120 Jahren

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Über 400 Mitglieder gehören dem Verein an. Der Wimbledon-Sieger ist Ehrenmitglied.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Wenn vom Lawn Tennis Club Elmshorn (LTCE) die Rede ist, dann denken viele Menschen immer noch an den Wimbledon- und Olympiasieger Michael Stich. Klar, in dem Club begann Stich seine Karriere, er ist seit 1994 Ehrenmitglied. Doch Stich ist nur ein, wenn auch herausragender Teil, der Klubgeschichte. Das wird schon daran deutlich, dass der ehemalige Weltranglistenvierte gerade einmal 47 Jahre alt ist, der LTCE in diesem Jahr aber bereits seit 120 Jahren besteht.

Am 2. Februar 1896 gründeten einige Tennisspieler in Elmshorn mit dem Lawn Tennis Club Elmshorn einen der ersten Tennisvereine Deutschlands. Der erste Vorsitzende des Vereins war Carl Petersen. Bereits im ersten Jahr hatte der Verein 106 Mitglieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es steil bergauf. 1949 hatte der Verein 203 Mitglieder. Es gab kaum ein Jahr, in dem der LTC keine Meisterschaft feiern konnte. Vor allem Lotte Tidow holte eine Meisterschaft nach der anderen.

1959 wurde das Grundstück, auf dem jetzt die Hallen stehen, der Stadt Elmshorn abgekauft. 1966 wurde die kleine Halle eingeweiht. 1972 wurde Thies Röpcke Landesmeister der Junioren. 1978 konnte die neue Zweifeldhalle in Betrieb genommen werden. 1984 wurde Michael Stich Landesmeister der Junioren in der Altersklasse I. 2001 wurde Olga Shaposhnikova Weltmeisterin im Doppel und holte damit einen von Dutzenden Titeln, die die LTC-Spielerin in den folgenden Jahren noch gewann.

Mit Abstand der bekannteste Sprössling des LTCE: Michael Stich im Jahr 1986 auf der Anlage in Elmshorn – fünf Jahre später gewann er Wimbledon.
Mit Abstand der bekannteste Sprössling des LTCE: Michael Stich im Jahr 1986 auf der Anlage in Elmshorn – fünf Jahre später gewann er Wimbledon. Foto: ÉN

„Was lange Jahre als elitäre Sportveranstaltung galt, ist inzwischen längst zu einem Volkssport geworden“, beschreibt LTCE-Vorsitzender Ulrich Rubehn die Entwicklung des Tennissports. Dieser Entwicklung habe sich auch der LTCE angepasst. „Die Platzanlage auf Kaltenweide zählt mit seinem reetgedeckten Clubhaus zu den schönsten Tennisanlagen Norddeutschlands“, so der Vorsitzende. Acht Außenplätze und eine vereinseigene Tennishalle mit drei Granulat-Courts gestatteten einen Spielbetrieb über das ganze Jahr.

Rubehn und seine Vorstandskollegen setzen auf einen modernen Auftritt des Vereins. Mediale Vernetzung mit den Mitgliedern und ein attraktiver Internetauftritt gehören ebenso dazu wie die Renovierung vieler Details der Clubanlage. Rubehn: „Wir können uns nicht auf unseren Lorbeeren vergangener Jahre ausruhen. Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich stark verändert.“

Das Abebben des Tennisbooms aus den 80er- und 90er-Jahren ist auch am LTCE nicht spurlos vorübergegangen. „Michael Stich als den Wimbledonsieger von 1991 als Ehrenmitglied in seinen Reihen zu haben, macht schon ein wenig stolz“, meint der Vereinschef, der Michael seinerzeit als Jugendwart im LTCE betreut hat. Aber: „Von einstmals 600 Mitgliedern träumen wir heute“, sagt Rubehn, „allerdings haben wir den Turnaround geschafft, legen langsam wieder zu und haben aktuell gut 400 Mitglieder in unseren Reihen.“ Der Sieg von Angelique Kerber bei den Australian Open in diesem Jahr habe bislang nicht für einen Zulauf an Mitgliedern gesorgt.

Eine Aufnahme von 1950 zeigt die schön gelegene Tennisanlage des LTCE.
Eine Aufnahme von 1950 zeigt die schön gelegene Tennisanlage des LTCE. Foto: EN
 

Rubehn: „Die Zeiten, in denen wir mit Sponsorengeldern auswärtige Tenniscracks in unserer Herrenmannschaft in der höchsten Landesklasse bis hin zur Bundesliga-Aufstiegsrunde spielen lassen konnten, sind natürlich vorbei. Die verfügbaren Geldmittel werden heute eher im Jugendbereich und im Breitensport investiert.“ Die Jugendabteilung ist besonders aktiv, so Rubehn. Von den mehr als 100 Jugendlichen seien die meisten im Trainingsbetrieb – unter anderem bei der frischgebackenen Europameisterin Olga Shaposhnikova, die seit etlichen Jahren als Tennistrainerin im LTCE fest angestellt ist. Sport-Geschäftsführer Stephan Jess kurbelt darüber hinaus Kooperationen mit Schulen und der Volkshochschule an: „Tennis soll bei uns eine Sportgemeinschaft für jedermann sein – möglichst auch weitere 120 Jahre“, sagt Rubehn.

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