Der "König von Neuendorf" tritt ab

Abschiedsgeschenk: Bürgermeister Hans-Peter Saß-Thormählen und Gemeindevertreterin Gunda Früchtenicht überreichten das Präsent von  Gemeinde und Vereinen an Antje und Heinrich Greve.  Foto: moh
Abschiedsgeschenk: Bürgermeister Hans-Peter Saß-Thormählen und Gemeindevertreterin Gunda Früchtenicht überreichten das Präsent von Gemeinde und Vereinen an Antje und Heinrich Greve. Foto: moh

Abschiedsfeier für Heinrich Greve: Nach 39 Jahren im Gemeinderat und 19 Jahren als Bürgermeister macht das Urgestein Schluss

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27. Juni 2013, 03:59 Uhr

Neuendorf | "Um das auszudrücken, was viele denken, reichen drei Worte: Danke, Danke, Danke!" Damit begann Neuendorfs neuer Bürgermeister Hans-Peter Saß-Thormählen seine Rede zur Verabschiedung seines Vorgängers Heinrich Greve. In einer Feierstunde mit zahlreichen Gästen aus Kommunalpolitik und Neuendorfer Vereinsleben wurde das Wirken Greves am Dienstagabend in "Matjens Landhaus" gewürdigt. Insgesamt 39 Jahre war Heinrich Greve im Gemeinderat tätig, davon die letzten 19 Jahre als Bürgermeister.

"Du warst nicht einfach Bürgermeister, du hast in Deinem ehrenamtlichen Einsatz weit über das Notwendige hinaus für Neuendorf gearbeitet. In den 19 Jahren sind unzählige Projekte unter deiner Federführung begonnen und vollendet worden", so Saß-Thormählen. Er erinnerte unter anderem an die Dorferneuerung, den Erhalt des Pastorates an der Kirche und die beiden Brückenneubauten am Wanderweg und am Krückausperrwerk. "Wie wir dich kennen, wirst du jetzt sagen: ,das war ich nicht allein, viele haben mitgeholfen. Das ist wohl auch so, aber der Initiator, der Antreiber und der Wegbereiter, dafür steht der Name Heinrich Greve. Ohne dich würde unser Dorf nicht so dastehen, würde es anders aussehen. Du hast die letzten Jahre geprägt", sagte Hans-Peter Saß-Thormählen.

Der neue Bürgermeister bedankte sich auch bei Greves Ehefrau Antje, die in all den Jahren die Arbeit ihres Mannes begleitet hat. "Hinter einem erfolgreichen Mann steht auch immer eine starke Frau. Du hast Heiner stets unterstützt und so manches Mal allein mit der Arbeit zuhause gestanden, wenn Heiner mal wieder im hoheitlichen Auftrag unterwegs war." Saß-Thormählen überreichte gemeinsam mit Gemeindevertreterin Gunda Früchtenicht Blumen und ein kleines Holzboot, das für eine gemeinsame Schiffsreise der Eheleute Greve steht, als Dank der Gemeinde und der Vereine.

Auch Amtsvorsteher Ernst-Wilhelm Mohrdiek lobte die Arbeit Heinrich Greves. Auf Plattdeutsch meinte er: "Da wer een Barg an Arbeit. Du häst dich kümmert." Man werde Greve bei den regelmäßigen Bürgermeisterrunden vermissen. "Wenn du jetzt morgens Kartoffeln schälen musst, hast du keine Ausrede mehr", scherzte Mohrdiek, der eine Flasche "Horster Torfmoorbitter" für Greve mitgebracht hatte.

Kerstin Foth als Vertreterin der Kirchengemeinde und Ferdinand Früchtenicht für die Neuendorfer Vereine bedankten sich ebenfalls bei Heinrich Greve. Sie betonten, dass Greve immer ein offenes Ohr für die Belange der Kirche und Vereine und großes Interesse an deren Entwicklung gehabt habe.

Aus Sicht eines Familienmitgliedes erinnerte Sohn Mark an die Arbeit Heinrich Greves. In launigen Worten berichtete er von einem Kaffeenachmittag, bei dem sein Vater gleich dreimal angerufen wurde: "Auto steht verlassen an der Straße, Abfluss ist verstopft, Gülle ist ausgelaufen - immer musste Vater raus - aus dem Kaffeetrinken ist nichts geworden", so Mark Greve. Und wenn man Enkel Claas fragte, wer sein Opa ist, dann sagt dieser: "Mein Opa ist der König von Neuendorf."

"Ich konnte immer auf eine gute und harmonische Zusammenarbeit im Gemeinderat bauen. Ohne die wäre es überhaupt nicht möglich gewesen, Projekte wie den Bau des Gemeindehauses mit Sporthalle und Feuerwehr oder die dezentrale Ortsentwässerung zu verwirklichen", sagte Heinrich Greve in seiner Antwort auf die Beiträge der Redner und bedankte sich bei den Kommunalpolitikern Neuendorfs. Er betonte dabei auch die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter in den Ämtern Herzhorn und Horst-Herzhorn. "Es war mir eine große Freude, das Vereinsleben in unserem Dorf miterleben zu können. Mein Dank geht auch an meine Frau Antje, die meine Ehrenämter immer mitgetragen hat", sagte Greve zum Abschied.

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