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Achtjähriger Lebensretter : Der kleine Held von Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ohne ihn wäre wahrscheinlich Willi Brammer gestorben: Der mutige Julien reagierte wie ein Großer - und rettete seinem Nachbarn das Leben.

Elmshorn | Gemütlich sitzen sie nebeneinander auf dem Sofa, der 72 Jahre alte Willi Brammer und der achtjährige Julien Zillmann. Dass sie das können, ist Julien zu verdanken. Der hat Brammer das Leben gerettet. Der Nachbar war mit Herzkammerflimmern zusammengebrochen. Es ging um Minuten.

Es war Montag, der 14. Oktober. Julien war zum nahe gelegenen Spielplatz gegangen. Auf dem Hinweg hatte er Willi Brammer gesehen. Der Rentner wohnt im Koppeldamm im gleichen Haus wie Julien und seine Familie. Brammer ist als Hausmeister tätig. Er mähte im Hof des Hauses gerade den Rasen. Kurz nach 16 Uhr wollte Julien einen Freund besuchen. Er kam an der Stelle vorbei, wo der Nachbar vor kurzem noch mit dem Rasenmäher hantiert hatte.

Und plötzlich sah er Brammer. Der lag regungslos auf dem Boden und blutete aus einer Platzwunde. „Ich habe mich ziemlich erschrocken“, sagt Julien. Das hielt ihn aber nicht davon ab, geistesgegenwärtig zu reagieren. Er rannte so schnell er konnte zur Wohnung der Brammers, klingelte und sagte dem Sohn, was seinem Vater passiert war. Brammers Sohn alarmierte sofort den Rettungsdienst. „Die waren unheimlich schnell am Unglücksort“, berichtet Alexander Basmer, Juliens Stiefvater. Das war auch nötig. „Der Arzt hat gesagt, wenn Herr Brammer da zehn Minuten länger gelegen hätte, hätte er keine Chance mehr gehabt“, sagt Basmer. Eine halbe Stunde bemühten sich die Retter um den Nachbarn. Sie mussten ihn wiederbeleben, bevor sie ihn ins Krankenhaus bringen konnten. „Ich bin unheimlich stolz auf Julien. Er hat toll reagiert“, sagt Alexander Basmer zu Recht.

Wie sich später herausstellte, hatte Brammer starkes Herzkammerflimmern. In der Klinik wurden ihm zwei Stents eingesetzt. Vier Tage lang lag er auf der Intensivstation. Jetzt geht es ihm wieder besser. Mittwoch wurde er aus der Klinik entlassen. Er ist zu Hause, muss aber noch zur Reha.

An den Herzanfall kann sich Brammer nicht erinnern. Er hatte eine Pause vom Rasenmähen gemacht und eine Pfeife geraucht. Als er wieder zu sich kam, lag er im Krankenhaus.

Am nächsten Tag hat Julien in der Schule erzählt, wie er seinem Nachbarn das Leben gerettet hat. Er besucht die Grundschule Kaltenweide. Seine Mutter hat ihm und seinem Zwillingsbruder Justin immer erklärt, was sie in Notfällen tun müssen. Das hat sich jetzt ausgezahlt.

„Ich bin Julien sehr dankbar“, so Willi Brammer. Seine Frau will Julien ein schönes Spiel schenken, das hat sie ihm schon angekündigt. „Das ist toll, aber ein Danke hätte auch gereicht“, sagt Julien.

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erstellt am 26.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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