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Sie kümmern sich um Kinder in Not : Der Kinderschutzbund Elmshorn präsentiert neues Vorstandsteam

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ex-Bürgermeisterin Brigitte Fronzek rückt in die Spitze der Einrichtung auf.

Elmshorn | „Wenn keiner mehr hilft, kommt der Kinderschutzbund“: Elke Maria Lutz fasst die Aufgabe des Vereins in einem Satz zusammen. Seit der Gründung des Elmshorner Ortsverbands 2006 ist die ehemalige Jugendrichterin dessen Vorsitzende, seit kurzem arbeitet ein weiteres Gründungsmitglied im Vorstand mit: Brigitte Fronzek ist jetzt Erste Stellvertretende Vorsitzende des Elmshorner Ortsverbands im Deutschen Kinderschutzbund (DKSB).

Der Vorstand wurde bei der jüngsten Mitgliederversammlung neu bestimmt, das erweiterte Gremium besteht jetzt aus elf Personen: „Wir wollen keinen abweisen, der sich engagiert“, sagt Lutz. Claas Schmidt-Riese, der Zweite Stellvertretende Vorsitzende, stellt klar, dass genug Arbeit für alle da ist: „Wir sind eine große Firma geworden, die viel administrativen Aufwand hat.“

Beim ersten Treffen in neuer Zusammensetzung stellten sich die Mitglieder des Leitungsgremiums in den Räumen des DKSB in der Jürgenstraße vor. Prominenter Neuzugang ist Ex-Bürgermeisterin Brigitte Fronzek. Ihr Engagement für die Kinderschützer verstärkt sie jetzt, nachdem sie beruflich nicht mehr als Leiterin der Stadtverwaltung eingebunden ist. „Kinderschutzbund ist das, was ich machen möchte“, erklärt Fronzek: „Jetzt habe ich Zeit.“ Ihre Schwerpunkte sieht sie in der Organisation und bei der Geldbeschaffung: „Ich bin mehr die Bürofrau.“

Weiteres bekanntes Gesicht im DKSB-Vorstand ist Helmut Hamke aus Klein Nordende. Der Frontmann von „Speelwark“ geht nach langer Arbeit als Sozialpädagoge an der Gesamtschule – heute Gemeinschaftsschule – in Hainholz in einem halben Jahr ebenfalls in Rente: „Dann habe ich ein bisschen mehr Zeit.“ Pläne hat er schon: Im kommenden Jahr will er mit Hartmut Deutsch eine Gospelnacht im Veranstaltungszentrum „Töverhuus“ in Klein Nordende organisieren, der Erlös soll dem DKSB und dem Spendenparlament zugute kommen. Hamke engagiert sich gleichzeitig im Robustrinder-Verein: „Da fahren wir auch mal hin“, kündigte er an.

60.000 Euro für die Kinder

Die ehemalige Grundschullehrerin Magdalene Springorum ist Schriftführerin beim DKSB; sie holte ihren Mann Götz als Kassenwart zum Ortsverband, er verwaltet die rund 60.000 Euro, die der Verband pro Jahr für Kinder ausgibt. Rund zehn Prozent tragen dazu die 130 Mitglieder bei, den großen Rest bestreitet der DKSB aus Spenden und Geldbußen.

Axel Sternberg arbeitet seit vier Jahren ehrenamtlich am Förderzentrum, seit Anfang des Jahres engagiert er sich außerdem im DKSB. Werner Hesebeck hat die Paul-Dohrmann-Schule geleitet, er kümmert sich beim Ortsverband um diese Schule und die Raboisenschule.

Klaus-Peter Dauer kam über einen Tausch zum DKSB: Als Schriftführer der deutsch-französischen Gesellschaft warb er Elke Maria Lutz für diesen Verein. „Dann gehe ich auch in den Kinderschutzbund“, sagte Dauer, dort arbeitet er als Beisitzer im Vorstand mit. Der 29-jährige Claas Schmidt-Riese ist der jüngste im Vorstand. Er charakterisiert sich als „mit Leib und Seele Jugendbetreuer“, im DKSB ist er Jugendbeauftragter.

Berufsschullehrer Ralf Findt ist im Vorstand für die Betreuung der DKSB-eigenen Räume zuständig. Ralf Krügert kam über seine Arbeit als Anwalt zum Kinderschutzbund: Er hat viel mit Jugendstrafsachen zu tun und hat sich vorgenommen, wenigstens eine kriminelle Karriere zu verhindern: „Dann ist schon viel beigetragen.“

Keine Sommerpause

In den Sommerferien macht der DKSB keine Pause, ganz im Gegenteil: Nach einer Reise an die Mecklenburgische Seenplatte in der ersten Woche läuft jetzt das Ferienprogramm mit Ausflügen, Fußballturnier und offenem Jugendtreff. Die Räume in der Jürgenstraße 11 sind an jedem Dienstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet, außerdem bietet der DKSB in der Stadtbücherei von 10 bis 15 Uhr Kinderbetreuung an.

„Jeder kann kommen“, stellt Elke Maria Lutz als Prinzip klar. Die Angebote des DKSB sind prinzipiell kostenlos; beim Ferienprogramm nimmt der Ortsverband bei einigen Angeboten einen Euro, damit Reservierungen auch wahrgenommen werden.

Der Kinderschutzbund ist „für alle Familien und Kinder“ da, sagt Lutz. Dass der Fokus dabei klar auf den Kindern liegt, illustriert die Vorsitzende mit einer Geschichte: Zu Weihnachten beschenkt der DKSB Kinder und erfüllt dabei Wünsche, die auf Zetteln notiert sind. Trotzdem weinte ein Mädchen, als es die aufgeschriebenen Kleider bekam. Es stellte sich heraus, dass die Kleine sich Spielzeug gewünscht, ihre Mutter den Zettel aber gegen einen Kleiderwunsch ausgetauscht hatte. Also besorgte ein DKSB-Mitglied noch auf den letzten Drücker das gewünschte Spielzeug und Lutz erklärte der Mutter, dass die Wünsche der Kinder beim DKSB Vorrang haben.

Laut Armutsbericht des DKSB beziehen 24 Prozent der Elmshorner Familien öffentliche Leistungen zum Lebensunterhalt; das betrifft mehr als 2200 Familien in der Stadt, erklärt Elke Maria Lutz.

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erstellt am 01.Aug.2015 | 10:00 Uhr

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