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Pendler-Frust kontra Kunden-Lust : Der Kampf um die Parkplätze in Elmshorns City verschärft sich

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Seit 1.Dezember ist das kostenlose Parken auf dem Sky-Parkplatz an der Berliner Straße nur noch für zwei Stunden erlaubt.

Elmshorn | Pendler gegen Einzelhandel: Der Konflikt um die Parkplätze in Elmshorn hat sich noch verschärft. Denn seit 1.Dezember ist das kostenlose Parken auf dem Sky-Parkplatz an der Berliner Straße nur noch für zwei Stunden erlaubt. Bis 31. Dezember fallen diese Stellplätze damit für Pendler weg. Das sorgt für Unmut. „Der Parkplatzdruck für Pendler nimmt beständig zu. Die Stadt Elmshorn hat eklatante Fehler in ihrer Planung gemacht“, kritisiert Ute Schlott die aktuelle Situation. Die Elmshornerin pendelt mit der Bahn nach Hamburg-Altona und hat sich jetzt mit einem Brief an Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje gewandt und auf die „tägliche Parkplatznot für Tausende Pendler“ hingewiesen.

Doch Hatje sieht das Problem anders. „Es gibt genügend Parkplätze im Innenstadtbereich, aber sie sind nicht alle kostenlos. Viele Pendler wollen aber kein Geld ausgeben“, kontert Elmshorns Verwaltungschef. Er verweist auf den Buttermarkt, die Kleiststraße und die Marktpassage. Den Konflikt zwischen Pendlern und Einzelhändlern sieht auch Hatje. „Es gibt massive Wünsche der Einzelhändler nach mehr freien Parkplätzen in der City“, betont der Bürgermeister. Es geht um die Kunden, aber auch um die Mitarbeiter in den Geschäften.

Zwei Ziele verfolgt die Stadt: Kurzfristig sollen mehr Pendler den Öffentlichen Nahverkehr zum Bahnhof nutzen und langfristig soll am Elmshorner Bahnhof ein großes Park-and-Ride-Parkhaus entstehen. Kostenpflichtig. Laut Bürgermeister Hatje steht die Stadt bereits in Verhandlungen mit möglichen Investoren.

Niemand schert sich  um Parkregel

Regina Cording kommt um 12.45 Uhr wieder zu ihrem Auto auf dem Sky-Parkplatz an der Berliner Straße zurück. Die Besorgungen in der City sind erledigt. „Ich finde es gut, dass die Stadt reagiert hat. Dieser Parkplatz wurde sonst immer von Pendlern blockiert. Das war ungerecht.“ Jetzt kann die Elmshornerin den innenstadtnahen Parkplatz nutzen.

Zwei Stunden parken, mit Parkscheibe: Um die neue Regelung, die seit 1. Dezember gilt, schert sich bisher kaum jemand. Von 70 Autos, die gestern Morgen dort stehen, weisen mehr als 60 keine Parkscheibe aus. Dafür stecken hinter den Scheibenwischern weiße Zettel. Nein, die Stadt holt noch nicht die Strafzettel-Keule raus, sondern setzt auf die Vernunft der Autofahrer: Sie werden nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Verkehrszeichen zu respektieren sind. Der Kuschelkurs endet schon heute. Dann werden laut Bürgermeister Volker Hatje Politessen den Parkplatz kontrollieren – mit allen Konsequenzen.

Hinweis- statt Strafzettel: Regina Cording hatte die Parkscheibe gestern vergessen.
Hinweis- statt Strafzettel: Regina Cording hatte die Parkscheibe gestern vergessen. Foto: Brameshuber
 

Hatje betonte gestern nochmals, dass die Neuregelung zunächst bis zum 31. Dezember befristet ist. „Wir wollen beobachten, wie sich das Parkverhalten in der Stadt verändert.“ Ziel ist ein Parkraumkonzept für ganz Elmshorn. „Freies Parken für freie Bürger: Das ist so nicht mehr möglich“, sagt Hatje.

Der Kampf um die Parkplätze – vor allem um die kostenlosen – ist entbrannt. Pendler haben sich bei der Stadt über die Neuregelung an der Berliner Straße beschwert. Die Stellplätze fallen für sie weg. Das ist gewollt. Im Weihnachtsgeschäft sollen Kunden in die City gelockt werden – kostenlose Parkplätze spielen da eine gewichtige Rolle.

Parkpalette um 6.55 Uhr fast voll

Pendlerin Ute Schlott ist sauer: „Der morgendliche Run auf die letzten, in Bahnhofsnähe frei verfügbaren Parkplätze, ist unerträglich geworden“, schrieb die Elmshornerin an ihren Bürgermeister. Sie ärgert sich darüber, dass sie in der Kleiststraße täglich fürs Parken 1,50 Euro zahlen muss. Und sie fürchtet, dass der ehemalige Sky-Parkplatz dauerhaft für Pendler nicht mehr zur Verfügung stehen werde. Frust pur: „An einem ganz normalen Donnerstag sind die Stellplätze auf der Parkpalette um 6.55 Uhr fast alle vergeben“, schildert Schlott ihren Parkplatzalltag. Ihr Vorwurf: „Einkommensteuer dürfen wir zahlen, aber Parkbedürfnisse für Pendler werden eiskalt übergangen.“ Das lässt der Bürgermeister nicht gelten. „Auf dem Buttermarkt gibt es immer freie Stellplätze. Aber die Leute wollen kein Geld ausgeben.“ Er plädiert für eine einheitliche Regelung für die ganze Stadt – um den Kampf um die kostenlosen Stellplätze zu entschärfen.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 16:15 Uhr

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