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Streit um Hafensnack in Kollmar : Der Kampf um den Imbiss geht weiter

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Amt Horst-Herzhorn will vermeiden, dass sich gastronomische Betriebe ausstechen. Hartmut Köhler setzt sich weiter dafür ein, die Bude am Hafen zu behalten.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 11:17 Uhr

Kollmar | Der Kampf um den Hafensnack Kollmar geht in die nächste Runde. In der vergangenen Woche hat das Amt Horst-Herzhorn ein sogenanntes „Interessenbekundungsverfahren“ eingeleitet – kurz gesagt: Das Amt sucht einen neuen Betreiber für den Imbiss am Hafenbecken.

Vermietet werden soll die zehn mal elf Meter große Grundstücksfläche „zum Aufstellen eines Verkaufsstandes von Fischbrötchen u.a.“ ab dem ersten Juli. Also einen Tag, nachdem die Kündigung des Betreiberehepaars Köhler in Kraft tritt. Die Interessenten müssen allerdings schnell sein – bis zum 17. Mai um 24 Uhr müssen die Interessensbekundungen beim Amt eingegangen sein. Gefordert wird allerdings so einiges – unter anderem die Vorstellung des Verkaufsangebots mit Auflistung der Speisen und Getränke, ein Kapitalnachweis und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes. Außerdem soll der Mieter „über fundierte fachliche Kenntnisse im erfolgreichen Führen eines gastgewerblichen Betriebes“ verfügen.

In der jüngsten Sitzung des Bau- und Wegeausschusses haben die Kollmaraner Politiker jetzt erstmals eine Art Begründung für die Kündigung abgegeben: „Der Vertrag aus dem Jahr 2003 entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und soll angepasst werden“, sagte Ernst-Hermann Greve (CDU). Nach der Kündigung seien „die Wellen aber unangemessen hoch geschlagen“.

Gegenüber dieser Zeitung bezog sich der leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Horst-Herzhorn, Michael Lantau, auf das breite gastronomische Angebot des Hafensnacks und betonte, es gehe der Gemeinde darum, „den Markt in Kollmar zu erhalten“. Ein gastronomischer Betrieb solle also dem anderen nicht das Wasser abgraben. Die Kündigung sei ganz regulär zum Ende der Vertragszeit erfolgt. Es stehe dem jetzigen Inhaber Hartmut Köhler aber frei, sich ebenfalls auf das Interessenbekundungsverfahren hin zu bewerben. Dieses sei eine Vorstufe zu einer öffentlichen Ausschreibung – dadurch sei auch die relativ kurze Frist von nur zwei Wochen zu erklären.

Für Hartmut Köhler steht fest: „Bewerben werde ich mich auf keinen Fall. Denn damit würde ich die Kündigung akzeptieren. Und das kommt für mich nicht infrage.“ Generell hält er das Interessenbekundungsverfahren der Gemeinde für ein „abgekartertes Spiel“. „Das mit der Speisekarte geht gar nicht. Damit schränkt man den Betreiber viel zu sehr ein.“ Außerdem ist er der Ansicht, dass die Kündigung einer Begründung bedurft hätte und in öffentlicher Sitzung verhandelt werden habe müssen.

Die Kündigung kam an Ostern

Um Ostern hatte die Gemeinde Kollmar ihm ohne Vorwarnung oder Begründung den Nutzungsvertrag für seine Kult-Imbissbude zum 30. Juni aufgekündigt. Jetzt versucht Köhler alles, um den Hafensnack zu behalten. 1400 Unterschriften hat er mittlerweile schon unter seinen Stammgästen gesammelt – und es werden immer mehr. „Einige kommen sogar noch spätabends extra zum Unterschreiben zu uns.“

Harry Lienau gehört zu diesen Stammgästen. Der gebürtige Kollmaraner lebt mittlerweile mit seiner Familie in Sachsen-Anhalt, kommt aber so oft wie möglich in die alte Heimat, um Urlaub zu machen. „Als wir von der Kündigung gehört haben, habe ich das zunächst für einen Witz gehalten“, sagt der Politiker, der in Sachsen-Anhalt lange im Landtag gesessen hat. „Meiner Ansicht nach müsste es in diesem Fall eine Begründung und Aussprache mit der Gemeinde geben. Allein schon wegen der Mitarbeiter, die ja auch um ihre Arbeit fürchten müssen.“

RTL und die Bild-Zeitung haben mittlerweile berichtet und ein Anwalt ist schon eingeschaltet. Auch deshalb rechnet Hartmut Köhler nicht damit, am 30. Juni wirklich den Hafensnack räumen zu müssen. „Unser Anwalt sagt, es würde lange dauern, bis uns die Gemeinde hier wegbekommt, wenn wir erst einmal vor Gericht gehen.“ Dennoch hofft er noch auf ein Einsehen von Seiten der Gemeinde und eine Vertragsverlängerung.

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