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Elmshorner Nachrichten

21. August 2017 | 12:35 Uhr

Elmshorn : Der Hafen im Miniaturformat

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Für den Umbau im ersten Stock lässt das Industriemuseum ein Modell bauen. Die Wiedereröffnung dieser Etage verschiebt sich auf März.

Elmshorn | Olaf Krabbenhöft baut den Elmhorner Hafen – und zwar aus Gießharz, Holz, Farbe und Modelliermasse. Der Hamburger Modellbauer will für die Besucher des Industriemuseums möglichst anschaulich machen, wie der Elmshorner Hafen um 1910 ausgesehen hat. Im Maßstab 1:87 – also etwa wie bei einer Modelleisenbahn – entsteht auf einer 150 mal 40 Zentimeter großen Styrodurplatte ein buntes Hafen-Diorama mit Hafenbecken, Kaimauer, Frachtschiffen, Hafenbahn, Waren und ganz vielen Figuren, die Schiffe löschen, Waren abwiegen oder einfach nur das bunte Treiben beobachten. „Wir hatten immer das Problem, dass wir zum Thema Hafen kaum Exponate hatten“, erklärt Museumsleiterin Bärbel Böhnke.

Jetzt, wo das erste Obergeschoss des Museums komplett neu gestaltet wird, will sie auch das Thema Hafen lebendig darstellen. Zu diesem Zweck will Böhnke neben dem Modell ein deckenhohes Bild des historischen Hafens aufhängen und an einer Multimedia-Station den Wandel des Hafens im Laufe der Geschichte verdeutlichen. „Aber die Proportionen kann man sich erst richtig anhand des Modells vorstellen“, sagt Böhnke. So wird deutlich, was es bedeutete, wenn die Dampfschleppschiffe, Ewer und Schuten zu beiden Seiten des schmalen Hafenbeckens anlegten und in der Mitte auch noch ein weiteres Schiff hindurch fahren musste. „Das konnte ganz schön eng werden“, sagt Böhnke.

Farben, Strukturen, Schiffe, Züge und Menschen fehlen noch. Aber ein wenig lässt sich schon erkennen, wie das Modell aussehen soll. (Foto: Pfeiffer)
Farben, Strukturen, Schiffe, Züge und Menschen fehlen noch. Aber ein wenig lässt sich schon erkennen, wie das Modell aussehen soll. (Foto: Pfeiffer)
 

Das Diorama zeigt das Aussehen des Hafens im Jahr 1910. „Zu dieser Zeit war dort besonders viel los. Kaum jemand weiß ja, dass der Elmshorner Hafen damals der drittgrößte Hafenumschlagplatz im Deutschen Reich war. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen.“ Um 1910 pendelten die Schiffe vor allem zwischen Hamburg und Elmshorn, um das Getreide zu den zwölf Futtermittelmühlen in der Krückaustadt zu bringen.

Finanziert wird der Bau des Modells sowie der Schaukasten, in dem es untergebracht werden wird, durch eine Spende der Fielmann AG an den Förderverein. Stellvertretend für das Unternehmen bewilligte Saskia Lescow, Leiterin der Elmshorner Fielmann-Filiale, die Spende in Höhe von rund 80.000 Euro.

Eine historische Ansicht des Hafens aus dem Jahr 1910 soll hinter dem neuen Modell hängen. (Foto: Archiv Industriemuseum)
Eine historische Ansicht des Hafens aus dem Jahr 1910 soll hinter dem neuen Modell hängen. (Foto: Archiv Industriemuseum)
 

Im Dezember will Olaf Krabbenhöft das Modell des Hafens fertig stellen. Bis es jeder bewundern darf, wird es allerdings noch etwas länger dauern als geplant. Die Wiedereröffnung des Museums verschiebt sich vom 29. November auf das Frühjahr 2016. Das liegt zum einen an der beauftragten Tischlerei, die erst Mitte Februar liefern kann. Zum anderen möchte das Industriemuseum Gelder aus dem Klimaschutzfonds des Umweltministeriums beantragen, um die veraltete Beleuchtung im kompletten Museum auszutauschen. Bis die Formalien dafür abgeschlossen sind, dauert es aber seine Zeit. „Sonst würden wir im ersten Stock im Dunkeln sitzen“, sagt Museumsleiterin Böhnke. Am 13. März soll die Ausstellung mitsamt neuer Beleuchtung und Hafen-Modell im ersten Stock eröffnet werden.

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erstellt am 23.Okt.2015 | 12:30 Uhr

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