Der Fleißige wird nicht belohnt

Gemeinsam gekämpft: Anne Kathrin und Tafin Ahsbahs.
Gemeinsam gekämpft: Anne Kathrin und Tafin Ahsbahs.

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17. September 2019, 14:00 Uhr

Elmshorn | Tafin Ahsbahs hat sich die Stadt Elmshorn regelrecht erarbeitet. Mit Fleiß. Mit Ausdauer. Mit Ehrgeiz. Der 30  Jahre alte Pinneberger musste in seiner alten Heimatstadt Elmshorn erst wieder ankommen. Das hat er geschafft. Thematisch war der Grünen-Politiker schnell in allen relevanten Sachfragen drin. Und menschlich konnte er punkten.

Ahsbahs wurde in diesem Wahlkampf aber auch nach Kräften unterstützt – von seiner Ehefrau und Wahlkampfmanagerin Anne Kathrin und den Elmshorner Grünen, allen voran Fraktionschef Sven Hermann. Letzterer hat sich richtig reingehauen. Ahsbahs sollte kein Zählkandidat, sondern ein ernsthafter Hatje-Herausforderer sein. Am Ende war er es nicht. Nur 2681 Elmshorner wollten, dass Ahsbahs Bürgermeister in Elmshorn wird.

Keine Frage: Ahsbahs setzte voll auf die „Grüne Karte“, auf die Welle, die diese Partei bundesweit von Erfolg zu Erfolg trug – auch in Elmshorn. Bei der Europawahl im Mai dieses Jahres erreichten die Grünen 29,5 Prozent der Stimmen, deutlich mehr als CDU und SPD in Elmshorn.

Doch in Zeiten von „Fridays for Future“ und brennenden Amazonaswäldern ist der Klima- und Umweltschutz längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr für einen Grünen-Politiker. Und so fiel es Ahsbahs schwer, in diesem so wichtigen politischen Feld entscheidende Punkte zu machen.

Der Pinneberger pries sich selbst als mutig, jung, offen, kompetent und führungsstark an. Aber am Ende fehlte es gerade ein bisschen am Mut, eigene Themen zu setzen, den Wählern deutlicher zu zeigen, was er, Tafin Ahsbahs, besser kann als der Amtsinhaber. Der Verweis auf den dringend nötigen Generationenwechsel reichte da nicht. In diesem Punkt blieb der Herausforderer zu blass.

Und am Ende war Ahsbahs trotz der Elmshorner Wurzeln ein Grünen-Politiker aus der Nachbarstadt Pinneberg, den die Elmshorner Grünen zum großen Teil ihr Wahlprogramm als Bürgermeisterwahlprogramm umgehängt haben. Die Zeit für Ahsbahs, in Elmshorn eigene Akzente zu setzen, war viel zu kurz. Er war schlicht nicht bekannt genug, um als Sieger vom Wahlfeld zu gehen. Aber auch wenn Tafin Ahsbahs nicht zum Robert Habeck von Elmshorn wurde, hat sich der Pinneberger in dieser Stadt einen Namen gemacht, von dem er später noch profitieren könnte. Dieser Kandidat hat dem Wahlkampf gut getan.

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