700 Kilometer für die Stadtwerbung : Der Ex-Bürgermeister-Kandidat Marian Prill wirbt deutschlandweit für Glückstadt

Bürgermeister Volker Hatje trug sich als erster nach der Glückstädter Bürgermeisterin in das Buch von Marian Prill ein.
Bürgermeister Volker Hatje trug sich als erster nach der Glückstädter Bürgermeisterin in das Buch von Marian Prill ein.

Der Ex-Bürgermeister-Kandidat Marian Prill wirbt deutschlandweit für Glückstadt. „Elmshorn supernormal“ findet er gut.

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24. März 2017, 17:30 Uhr

Elmshorn | Eigentlich wollte Marian Prill 2015 Bürgermeister von Glückstadt werden. Das hat nicht geklappt, doch das hält den 36-Jährigen nicht davon ab, seiner Heimatstadt zum 400. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk zu machen: Der Werbefachmann unternimmt einen 700 Kilometer langen Spaziergang quer durch Deutschland, um Glückstadt bekannter zu machen. Die erste Etappe auf dem Weg von Glückstadt ins Baden-Württembergische Freudenstadt war Elmshorn. Und Bürgermeister Volker Hatje hinterließ nicht nur seine allerbesten Glückwünsche ins Glückstädter Glückschwunschbuch, sondern auch den Aufkleber mit dem Slogan der neuen Stadtmarke: „Elmshorn supernormal“.

Anders als viele Elmshorner ist Marian Prill als Werbefachmann übrigens ein großer Fan der Stadtmarke. „Ich habe den Beitrag bei der Satiresendung Extra 3 gesehen und kann die Kritik nicht verstehen – das ist halt Werbung“, sagt Prill. Auch der Fernsehsender RTL hat mittlerweile über die Stadtmarke berichtet. Bürgermeister Hatje wollte nach dem Extra3-Beitrag eigentlich kein Interview mehr geben, erzählt er. „Aber dann hat das Fernseh-Team mich an der Würstchenbude aufgestöbert und mir versichert, ausgeglichen zu berichten.“

Schon jetzt hat die Stadt mit „Elmshorn supernormal“ über eine Million Menschen erreicht. „Ein erfolgreicher Unternehmer aus Hamburg hält 60.000 Euro für diese Stadtmarke für ein Schnäppchen“, erzählt Hatje. „Er hätte auch eine null mehr daran gehängt.“ Auch für Prill ist der Effekt von „Elmshorn supernormal“ fast unbezahlbar. „Shitstorms gibt es immer“.

Aufgewachsen in der Nähe von Berlin

Er selbst hat für Glückstadt eine andere Art der Werbung ausgesucht. „Bis ich vor dreieinhalb Jahren nach Glückstadt gezogen bin, kannte ich diese Stadt selbst nicht“, sagt Prill, der in der Nähe von Berlin aufgewachsen ist. „Und das kann ja nicht sein, schließlich wurde Glückstadt vom dänischen König Christian IV einst gegründet, um Hamburg Konkurrenz zu machen.“ Jetzt will er überall in Deutschland Bürgermeister und Prominente in sein Buch eintragen lassen. Gleichzeitig führt er einen Blog und möchte mit einer Postkarten-Aktion Geld für soziale Projekte sammeln.

Die ersten 18 Kilometer hat Prill an seinem ersten Tag schon hinter sich gebracht, 35 Tage und über 680 Kilometer liegen noch vor ihm. Übernachtet wird in Hotels und Jugendherbergen. „Ich habe schon jetzt gemerkt: Das wird hart“, sagt er. Vor allem wegen seines Rucksacks, der mit 18 Kilogramm deutlich zu schwer ist. Als Aufgabe für die Glückstädter lässt Prill jeden Gratulanten eine Frage in die Heimat schicken. Hatje musste darüber nicht lange nachdenken: „Was halten die Glückstädter von ,Elmshorn supernormal’?“.

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