Der „Elmshorner Weg“

Bürgermeister Volker Hatje ist Stiftungsvorstand.
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Bürgermeister Volker Hatje ist Stiftungsvorstand.

Die Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen ist in ihrer Form landesweit einmalig

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08. Juni 2019, 15:38 Uhr

Elmshorn | Am Sonntag, 16. Juni, ist in Elmshorn Bürgerempfang. Der traditionelle Treff mit Politik und Verwaltung im Kollegiumssaal des Rathauses beginnt um 11 Uhr und hat diesmal ein besonders Thema: Die 13 Stiftungen in der Stadt. Drei Organisationen stellen sich stellvertretend für alle anderen vor. Dazu zählt die Stiftung zur Erhaltung von Kulturdenkmalen in Elmshorn. Hinter dem eher sperrigen Namen verbirgt sich bürgerliches Engagement für die Baukultur, das in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist.

Die Stiftung besteht seit 1986. Sie wurde vom damaligen Bürgermeister Dietmar Lutz (SPD) und der Sparkasse ins Leben gerufen. Der Zweck: Kauf der Weißen Villa an der Schulstraße. Das Haus ist bis heute im Besitz der Stiftung und an die Stadt vermietet. Die Mieteinnahmen und diverse Spenden sind das finanzielle Kapital der Organisation. Die Stiftung sieht sich als Helfer, Unterstützer und Ratgeber. Über das Gremium können unter anderem Finanzierungshilfen für denkmalbedingte Mehraufwendungen bei der Restaurierung von Gebäuden beantragt werden.

Bislang hat die Stiftung insgesamt 56 Maßnahmen mit rund 200 000 Euro gefördert. Dazu zählen die Restaurierung der St.-Nikolai-Kirche und Sanierungsarbeiten an der Reit- und Fahrschule an der Westerstraße. Größtes laufendes Projekt ist derzeit die umfangreiche Sanierung der Weißen Villa.

Organe der Stiftung sind der Vorstand, besetzt mit dem jeweiligen Bürgermeister, und der Stiftungsrat, der sich aus den Mitgliedern des Stadtverordneten-Kollegiums zusammensetzt. Dritte Säule ist das Kuratorium, ein Fachbeirat, das aus elf ehrenamtlich tätigen Mitgliedern besteht. „Alle identifizieren sich sehr stark mit der Arbeit der Stiftung und verfügen über große Fachkenntnis“, sagt Uwe Köpcke, SPD-Kulturpolitiker und seit 1987 Vorsitzender des Kuratoriums. Dem Gremium gehören zurzeit fünf Architekten an. Das Kuratorium tagt regelmäßig, berät Fördervorschläge und unterbreitet dem Stiftungsrat Beschlussvorschläge. „Dabei sind Kuratorium und Stiftungsrat durchaus nicht immer einer Meinung. Größter Konfliktpunkt war in der Vergangenheit der Umgang mit dem denkmalgeschützten Rathaus“, sagt Uwe Köpcke. Von der Mehrheit des Rates – also der Politik – sei der Denkmalwert des Gebäudes bei der Entscheidung für den Rathausneubau viel zu wenig beachtet worden.

Für Stiftungsvorstand und Bürgermeister Volker Hatje ist ein streitbares Kuratorium ein großer Gewinn. „Das Kuratorium ist das gute Gewissen der Stadt, wenn es um den Erhalt von Kulturdenkmalen geht. Kontroversen sind dabei durchaus fruchtbar, der Rat von Experten ist wichtig“, sagt Hatje. Die Stiftung selbst betrachtet der Verwaltungs-Chef als starke Institution vor Ort, an der die Bürger maßgeblich beteiligt sind. Hatje: „Wir gehen dabei wieder einen eigenständigen Elmshorner Weg.“

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