Hafensnack-Kündigung in Kollmar : Der Bürgermeister weist die Kritik zurück

„Die Gemeinde wird die Familie Köhler nicht ausschließen“, sagt Kollmars Bürgermeister Klaus Kruse.

„Die Gemeinde wird die Familie Köhler nicht ausschließen“, sagt Kollmars Bürgermeister Klaus Kruse.

Der Ärger der Menschen, die sich mit den Inhabern des Hafensnacks solidarisiert haben, richtet sich gegen die Gemeinde Kollmar, die die Kündigung ohne Begründung und Vorwarnung verschickt hat.

von
19. April 2016, 16:50 Uhr

Kollmar | Die Kündigung, die den Betreibern des Hafensnacks Kollmar zu Ostern ins Haus flatterte, hat für große Aufregung gesorgt. Nach einem ersten Gespräch mit Hartmut Köhler, Inhaber des Kult-Imbisses, hatte sich Kollmars Bürgermeister Klaus Kruse mit einer Stellungnahme zurückgehalten. In einer Mail an diese Zeitung will Kruse jetzt aber einige Aussagen des Ehepaars Köhler richtigstellen, die die Kündigung als Ergebnis einer langen Reihe von Schikane-Aktionen erscheinen lassen.

Denn der Ärger der Menschen, die sich mit den Inhabern des Hafensnacks solidarisiert haben, richtet sich gegen die Gemeinde Kollmar, die die Kündigung ohne Begründung und Vorwarnung verschickt hat. 500 Menschen haben sich mittlerweile an einer Unterschriften-Aktion gegen die Kündigung beteiligt.

Bürgermeister Klaus Kruse  stellt klar, dass es der Gemeinde  darum gehe, die Zusammenarbeit mit einem zukünftigen Betreiber des Hafenkiosks neu zu regeln. Dabei werde die Familie Köhler ausdrücklich nicht ausgeschlossen, es gehe also nicht in erster Linie darum, die jetzigen Inhaber aus dem Geschäft zu drängen. Vielmehr sei es Aufgabe der Gemeinde, alle Interessen im Hafen zu berücksichtigen und einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessenslagen herbeizuführen. Neben den Besuchern des Kiosks  seien das auch Mitglieder der Wassersportvereine, die Schafhalter auf den Deichflächen oder der Landesbetrieb Küstenschutz.

Richtigstellen möchte Bürgermeister Klaus Kruse die Aussage von Hartmut Köhler, die Gemeinde habe von hohen Investitionen zu dieser Saison, wie der Neuerrichtung des Küchencontainers, gewusst. Schließlich seien die Umbauarbeiten von der Gemeinde genehmigt worden. „Für Baugenehmigungen ist nicht die Gemeinde oder das Amt zuständig, sondern das Bauamt des Kreises in Itzehoe“, erklärt Kruse. „Eine Genehmigung für einen solchen Küchencontainer ist der Gemeinde nicht bekannt.“

Außerdem gab Köhler zu Protokoll, die Gemeinde habe dem Hafensnack „drei Buden als Konkurrenz direkt vor die Nase gesetzt“. Bürgermeister Kruse legt Wert darauf, dass die Nutzung der links von der Stöpe liegenden Grundstücke nicht in der Zuständigkeit der Gemeinde liegen. „Auf die Art der Nutzung hat sie nur sehr begrenzten Einfluss.“

Immer wieder habe man  dem Hafensnack Steine in den Weg gelegt, sagte Hartmut Köhler im Interview und nannte als Beispiel unter anderem Hinweise ans Gesundheitsamt, das daraufhin – anders als üblich – die Wasserqualitätbeim Hafensnack  überprüft habe. Bürgermeister Kruse betont, von der Gemeinde sei die Prüfung nicht  veranlasst worden. Auch das Verbot für das Aufstellen von Bänken in der Sturmflut-Saison sei nicht von der Gemeinde, sondern vom Landesbetrieb für Küstenschutz ausgegangen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen