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Große Ehre für einen Elmshorner : Der „Bürgermeister von Hainholz“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Elmshorner Alfred Fichte wurde von Ministerpräsident Torsten Albig mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Es war ein aufregender Tag, der 19. August 2013. An diesem Tag wurde dem Elmshorner Alfred Fichte der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Ehrung übernahm Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig. „Es war ein großer Moment für mich. Über diese Anerkennung meines Engagements freue ich mich sehr“, sagt der 75-jährige Elmshorner. Mit an seiner Seite war der sechsjährige Enkelsohn Jan, der mit dem Opa zusammen einen Händedruck von Albig bekam.

„Alfred Fichte hilft seit fast vier Jahrzehnten anderen Menschen mit seinen pragmatischen Ideen. Er war Kreisjugendpfleger und hat sich weit über seine Verpflichtung hinaus engagiert“, heißt es unter anderem in der Laudatio.

Alfred Fichte wurde 1937 in Gelsenkirchen geboren und erlernte zunächst den Beruf des Bergmanns. 1956 ging er nach Kiel zur Marine, wurde zum Navigator ausgebildet und machte unter anderem zwei Weltreisen auf der Fregatte Graf Spree. Bis 1963 war er Kadettenausbilder. „Diese Zeit bei der Marine hat mich für meinen nächsten Beruf gestärkt“, erinnert er sich.

1963 begann Alfred Fichte eine Ausbildung zum Sozialarbeiter in Hamburg. Von 1970 bis 1974 leitete er das Haus der Jugend in Itzehoe. Ab 1974 bis zu seiner Pensionierung 1997 war er Kreisjugendpfleger im Kreis Pinneberg. In dieser langen Tätigkeit hat Alfred Fichte seine Spuren hinterlassen, nicht nur in seinem beruflichen Wirken, sondern auch in der Freizeit. Seinem Engagement war es zum Beispiel zu verdanken, dass bereits in den 1980er Jahren Inklusion ein Thema im Kreis Pinneberg war.

„Ich habe gemeinsame Ferienmaßnahmen von Kindern mit und ohne Behinderung organisiert, und 1995 gab es sogar eine Ferienmaßnahme mit zwei an Aids erkrankten Kindern“, erinnert er sich. Möglich machte dies die enge Zusammenarbeit mit der Michael-Stich-Stiftung. Auch der Bau der Jugendbildungsstätte in Barmstedt und die Arbeit des Kreisjugendrings wurden von Fichte maßgeblich angetrieben und geprägt.

Doch auch in seinem unmittelbaren Umfeld war und ist der rege 75-Jährige aktiv. Viel Zeit und Herzblut opfert er für die Menschen in Hainholz. Wegen seiner beruflichen Tätigkeit als Kreisjugendpfleger zog er 1974 mit seiner jungen Familie in den Elmshorner Stadtteil. Und dort lebt er noch heute. „Hier fühle ich mich wohl, und mit dem Projekt Soziale Stadt hat sich in diesem Stadtteil sehr viel zum Guten entwickelt“, sagt Fichte. Die Gründung des Vereins „Frischlinge“ hatte er in den 1990er Jahren ebenfalls begleitet.

Das Wohl seiner meist ausländischen Nachbarn war und ist Fichte wichtig. Deshalb ist es für ihn selbstverständlich, Hilfestellung zu geben, wenn diese nötig ist. „Ich biete den Menschen Beratungsgespräche und Hilfe zum Beispiel bei Behördengängen an, um deren Integration zu erleichtern“, sagt Fichte bescheiden. Nicht zuletzt wegen seines Engagements wird er auch der „Bürgermeister von Hainholz“ genannt. „Hainholz ist ein sozialer Brennpunkt und wird es immer sein“, da ist sich Fichte sicher.

Nach seiner Pensionierung begann Alfred Fichte, sich zusätzlich auch noch politisch zu engagieren. In drei Legislaturperioden war er für die SPD-Fraktion im Kreistag aktiv, zuerst als bürgerliches Mitglied, davon sechs Monate als Abgeordneter.

Aufhören sich einzumischen, kommt für Fichte nicht in Frage. „Ich bin immer noch nicht müde und jeden Tag ein Stück weiser“, sagt Fichte, der im kommenden Monat seinen 76. Geburtstag feiert.

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