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Elmshorner Nachrichten

18. Dezember 2017 | 10:14 Uhr

Neues Rathaus Elmshorn : Der Bau verzögert sich

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Standortdebatte befindet sich in der Endphase. Folgt der Architektenwettbewerb erst später?

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Eigentlich war der Baubeginn für das neue Elmshorner Rathaus bislang für 2018 ins Auge gefasst worden. Jetzt sieht die Stadtverwaltung einen genauen Start der Arbeiten als „noch nicht konkret definierbar“ an. Der Umzug der Rathausmitarbeiter aus dem maroden Gebäude zwischen der Peterstraße und dem Propstenfeldpark in ein modernes Verwaltungsbüro innerhalb des Sanierungsgebiets Krückau/Vormstegen wird sich voraussichtlich weiter verzögern.

Die Gründe für die Fragezeichen in der Zeitplanung sind vielfältig: So haben die Politiker noch immer keine endgültige Entscheidung über den Standort des Neubaus getroffen, weil sich die Kaufverhandlungen der Stadt bei einigen infrage kommenden Grundstücken schleppend gestalteten. Entsprechend kam die Suche nach möglichen Altlasten in den Böden der Grundstücke langsamer voran. Ein Schlüsselareal ging jetzt aber, wie berichtet, im September in den Besitz der Stadt über.

Die Grundstücksprobleme sind damit größtenteils gelöst. Doch eine weitere Hürde tut sich auf: Die Verwaltung und auch viele Politiker favorisieren einen Rathausbau südlich des Buttermarktes. Hier muss allerdings zuvor die Schauenburgerstraße nebst aller Ver- und Entsorgungsleitungen nach Norden verlegt werden. Der Zeitplan für diese umfassenden Bauarbeiten steht noch nicht fest, wird gerade von den Planern erarbeitet. Zudem kann auch die Freiraumplanung für den Bereich Buttermarkt/Hafen erst jetzt anlaufen und  dann mit in die Planung des Rathausneubaus einfließen.

Vor diesen Hintergründen sehen die Experten im Rathaus es als fraglich an, ob der ursprünglich für 2015 geplante Architektenwettbewerb für den Rathausneubau tatsächlich noch im kommenden Jahr stattfinden kann. Die Planer rechnen vom Start des Wettbewerbs bis zum Baubeginn mit einem Zeitraum von drei Jahren und vier Monaten sowie weiteren eineinhalb Jahren Bauzeit bis zum Umzug der Verwaltung in das neue Rathaus.

Wohin mit dem neuen Rathaus?

Der Kauf eines Grundstücks zwischen der Schauenburgerstraße und dem Osterfeld hat die Planung für einen Rathausneubau in Elmshorn vorangebracht. Im September erwarb die Stadt das 9500 Quadratmeter große Gelände der ehemaligen Firma Eisenhandel Kremer. Damit ist auch im sogenannten „Suchfeld 3“ innerhalb des Rahmenplanes Krückau/Vormstegen der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes mit gut 8000 Quadratmeter Nettogeschossfläche möglich, auch wenn das eigentliche Eckgrundstück nicht der Stadt gehört. Der Grund: Die (städtische) Schauenburgerstraße soll nach Norden auf den jetzigen Buttermarkt und damit deutlich dichter an die Markthalle verlegt werden.

Die Politiker waren sich bereits im Dezember 2012 einig: Möglichst im Sanierungsgebiet und der sogenannten neuen Mitte soll der Bau entstehen, am besten nördlich oder südlich des Buttermarktes. Die Flächen zwischen der Krückau und dem Buttermarkt (Probstendamm) gehören bereits seit Jahren der Stadt, auch das 7600 Quadratmeter große Gelände an der Ecke der östlichen Schauenburgerstraße mit der Berliner Straße (ehemals Supermarkt „Sky“) ist mittlerweile im Besitz der Kommune. Durch den jüngsten Grundstückskauf (Kremer) könnte das neue Rathaus nun auch zentrumsnah an der westlichen Schauenburgerstraße errichtet werden – ein Plan, den viele Elmshorner Politiker bereits im Vorfeld favorisieren.

Auch die Stadtverwaltung spricht sich für den Standort im Suchfeld 3 aus, nachdem das beauftragte Büro SWW Architekten Stadtplaner/GTL Landschaftsarchitekten alle Suchfelder vertieft untersucht hatte. Die zuständigen Rathausmitarbeiter stellen deshalb den Politikern einen klaren Beschlussvorschlag zur Beratung: „Die Realisierung des Rathausneubaus wird südlich des Buttermarktes (Suchfeld 3 der Standortuntersuchung) erfolgen.“

Die beauftragten Architekten und Stadtplaner bescheinigen dem Suchfeld 3 „optimale Voraussetzungen für den Rathausneubau“ und schreiben: „Ein Rathaus an dieser Stelle würde den Zielen und Vorgaben des Rahmenplanes entsprechen.“

Initiative macht Gegenvorschlag

Genau dieses Ziel erreicht der von der Elmshorner Initiative Stadtbildgestalt, Nachhaltigkeit und Baukultur (SNB) vorgeschlagene Standort für ein neues Rathaus am Hafen (Südufer) nicht, weil dieses Areal laut Rahmenplan eine freie Fläche mit Sicht vom Buttermarkt bis zum Hafen bleiben soll. Eine Änderung des Rahmenplanes wäre möglich, müsste aber vom Innenministerium genehmigt werden.

Die Verfechter des SNB-Vorschlags halten den Standort westlich des Wedenkamps (etwa dort, wo heute die Parkpalette Südufer steht) für zentraler und städtebaulich günstiger. Vor allem seien die Sichtachsen besser und die exponierte Lage am Hafen und Buttermarkt besitze ein Alleinstellungsmerkmal. Der Standort, so die SNB-Vertreter, stehe nicht im Gegensatz zum Rahmenplan, sondern unterstütze und befördere dessen vorgesehenen städtebaulichen Gedanken und Ordnungsziele. Der Rathausneubau könnte zudem dort schneller und günstiger umgesetzt werden.

Über die Standortfrage werden jetzt zuerst die Mitglieder des Sonderausschuss Rathaus am Donnerstag, 30. Oktober, von 18 Uhr an im Mehrzwecksaal des Rathauses öffentlich beraten. Danach werden die Vertreter der Parteien auch im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (6. November, 18 Uhr, Weiße Villa) sowie im Hauptausschuss (25. November, 18 Uhr, Rathaus) das Thema behandeln.

Sollte es zu einer mehrheitsfähigen Auffassung in der Politik kommen, könnte während der letzten Kollegiumssitzung des Jahres am Donnerstag, 11. Dezember, ein endgültiger Beschluss gefasst und die Suche nach dem Rathausstandort abgeschlossen werden.

Der Zeitplan beim Rathaus-Projekt: Vier Jahre und zehn Monate

Bereits Anfang 2012 hatte die Projektgruppe Rathaus einen Entwurf für einen Zeitplan aufgestellt. Demnach würde ein Neubau des Rathauses vier Jahre und zehn Monate in Anspruch nehmen (veranschlagte reine Bauzeit: 18 Monate). Folglich wäre damals ein neues Rathaus im Oktober 2016 bezugsfertig gewesen.

Doch zunächst mussten die Politiker sich für einen Neubau entscheiden, statt das alte Rathaus denkmalgerecht zu sanieren. Dies taten die Stadtverordneten mit der Mehrheit von SPD und CDU während ihrer Kollegiumssitzung im Dezember 2012. Allerdings steht seitdem immer noch die zweite Grundsatzentscheidung der Stadtverordneten aus: Die Festlegung eines Standortes im Sanierungsgebiet Krückau / Vormstegen.

Erst danach kann mit dem Start eines Architektenwettbewerbs die Uhr für die Planungs- und Bauzeit von vier Jahren und zehn Monaten zu ticken beginnen. Der Wettbewerb kann aber, so die Bedenken der Verwaltung, bei einem Standort südlich des Buttermarktes wahrscheinlich erst ausgeschrieben werden, wenn die Schauenburgerstraße verlegt ist. Wie lange dies dauern wird, steht noch nicht fest.

Sollte zum Beispiel erst Anfang 2016 der Wettbewerb ausgeschrieben werden, käme ein Baubeginn im Frühjahr 2019 infrage und die Verwaltungsmitarbeiter könnten dann im Herbst 2020 ins neue Rathaus einziehen.

Der Standortsuche für einen Rathausneubau  ist heute Thema während einer Sitzung der SPD-Fraktion. Die Debatte ist öffentlich und beginnt um 19 Uhr im Kollegiumssaal des Rathauses (Eingang beim Büro der Gleichstellungsbeauftragten, Parkseite) . Der Projektleiter der Verwaltung, Carsten Passig, wird vor der Diskussion eine Einführung ins Thema geben.
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