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Elmshorner Nachrichten

22. November 2017 | 21:41 Uhr

Elmshorn : Der Bahnhof als Sanierungsfall

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verkehrsminister Bernd Buchholz setzt bei einer Neuplanung des Areals auf realisierbare Ideen.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Es gibt Bahnhöfe, die sind wahre Schmuckstücke. Und solche, die zumindest modern und funktional sind. Der Elmshorner Bahnhof kann all diese Attribute nicht für sich in Anspruch nehmen. Alt wirkt der Bau, in weiten Teilen heruntergekommen und längst schon nicht mehr zeitgemäß. Von der Polizei wurde er im April 2016 sogar als „gefährlicher Ort“ eingestuft. Der Bahnhof sei ganz klar ein Kriminalitätsschwerpunkt im Kreis, sagte seinerzeit Elmshorns Polizeichef Thorsten Buchwitz.

Dabei ist der Bahnhof der Krückaustadt einer der meistgenutzten im Hamburger Umland. Und da die Boomtown Elmshorn seit Jahren einwohnertechnisch zulegt, dürfte sich daran auch zukünftig nichts ändern. Nun machte sich der neue Kieler Minister für Wirtschaft und Verkehr, Bernd Buchholz, ein Bild von der aktuellen Bahnhofssituation. Auf Einladung von Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje nahm er das Areal in Augenschein. Ein kurzer Spaziergang reichte aus, bis sich der Minister ein Urteil über den optischen Zustand des Bahnhofs gebildet hatte. „Schön ist es hier wirklich nicht“, sagte Buchholz.

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit wird über einen Bahnhofsneubau diskutiert und gestritten. Allzu hochtrabenden Plänen schob Buchholz gleich mal einen Riegel vor: Ideen müssten vor allem „realisierbar sein“. Das Thema sei altbekannt, schon die Vorgängerregierung in Kiel hätte sich damit ausgiebig befasst. Nun sei „das Projekt immerhin auf einem Weg“. Oder anders ausgedrückt: „Es steht nicht mehr alles still.“

Diesen positiven Ansatz unterstrich auch Bürgermeister Hatje, der bis Ende des Jahres auf eine von einer Agentur ausgearbeiteten Machbarkeitsstudie hofft. Im Anschluss daran müsse abgeklärt werden, welche Fördertöpfe in Anspruch genommen werden könnten. Dabei gehe es neben möglichen Landesmitteln unter anderem um Gelder aus der Städtebauförderung und einen von der Bahn zu stemmenden Anteil.

Minister Buchholz betonte, dass das Land „bereit ist, einen zweistelligen Millionenbetrag mit zu investieren“. Hatje würde das Bahnhofsprojekt gern „in verschiedene Segmente zerlegen“. Das Bauvorhaben in einem Rutsch in Angriff zu nehmen sei eher unrealistisch. Hatje wie auch Buchholz unterstrichen, dass auch Hamburg bei der Planung ein gewichtiges Wörtchen mitzureden habe. Letztlich gehe es bei den Elmshorner Bahnhofsplänen auch darum, den Hamburger Hauptbahnhof zu entlasten. Eine entsprechende „Knotenpunkt-Untersuchung“ soll Anfang 2018 abgeschlossen sein.

Vorrangig geht es erst einmal um einen vierten Bahnsteig. Das angedachte dritte Gleis in Elmshorn könne nur langfristig über den Bundeswegeplan angeschoben werden, so Buchholz. Unter den gegebenen Bedingungen sei die Zug-Taktung in Elmshorn nicht mehr zu erhöhen. Auch das Bahnhofs-Umfeld soll bei einer Neuplanung intensiv mit einbezogen werden. Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister von der FDP nannte als Beispiele den „zerfletterten Busverkehr“ und neue Fahrradunterstände. Auch dadurch könne man den Bahnhof für Pendler noch attraktiver machen.

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