Kritik an Bus-Angebot : Dem Kreis fehlt das Geld für den ÖPNV-Ausbau

Wer mit dem Bus von Pinneberg nach Elmshorn fahren will, muss Zeit mitbringen. Deutlich schneller geht es hingegen mit der Regionalbahn.
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Wer mit dem Bus von Pinneberg nach Elmshorn fahren will, muss Zeit mitbringen. Deutlich schneller geht es hingegen mit der Regionalbahn.

Eine Linie Pinneberg-Elmshorn ist laut Verwaltung und Verkehrsbetrieb nicht zu finanzieren.

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19. März 2014, 09:00 Uhr

Pinneberg/Elmshorn | Der Norden und Süden des Kreises müssen besser vernetzt werden. Das fordert Roland Krügel (CDU). Der Tornescher Bürgermeister setzt sich dafür ein, dass eine durchgängige Busroute Pinneberg-Elmshorn eingerichtet wird. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) müsse ausgebaut werden. „In der heutigen Zeit müssen wir den Busverkehr stärken. Es geht auch darum, die Erreichbarkeit des Kreishauses in Elmshorn für viele Menschen zu verbessern“, sagt Krügel im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Forderung stellt Torneschs Bürgermeister nicht ganz uneigennützig auf. Schließlich soll die Busverbindung auch einen Schlenker ins Gewerbegebiet Oha machen.

Krügels Idee sieht vor, dass die bestehende Linie 185 ausgeweitet wird. Die aus Hamburg-Lurup kommende Linie mit einer Taktung von 20 Minuten mache derzeit zweimal in der Stunde Endstation in Kummerfeld und einmal in Ellerhoop. „Die Linie muss bis Elmshorn durchfahren, am besten alle 20 Minuten – mindestens einmal pro Stunde“, so Krügel. Ihm schwebt der Elmshorner Bahnhof als Endstation vor. Zuvor seien Haltepunkte im Tornescher Gewerbegebiet, in Seeth-Ekholt und am Kreishaus geplant. Die Stadt Tornesch sei bereit, sich an den Kosten zu beteiligen.

Claudius Mozer, Geschäftsführer der Südholstein Verkehrsgesellschaft, kennt die Idee. Sein Unternehmen berät Kommunen in ÖPNV-Fragen und hat die Forderung bereits grob geprüft. Allein eine einstündige Taktung würde jährlich schon 200 000 Euro kosten. „Das ist derzeit nicht zu finanzieren. Der Kreis hat keine Mittel“, sagt Mozer auf Anfrage dieser Zeitung. Zu dem Thema habe er bereits mehrfach Gespräche mit Krügel und Landrat Oliver Stolz geführt. „Kurzfristig lässt sich das nicht umsetzen“, betont der Geschäftsführer. Er bestätigt aber auch, dass es einen gewissen Bedarf gibt. Und sollte das Gewerbegebiet in Tornesch wie geplant weiter wachsen, müsse wohl perspektivisch gehandelt werden. Grundsätzlich hält er Krügels Kritik an der zu schwachen Nord-Süd-Verbindung für unberechtigt. „Auf der Schiene ist die Verbindung ausgezeichnet“, betont Mozer. Und auch das Kreishaus-Argument lässt er nicht gelten. „Nicht jede kleine Gemeinde braucht eine direkte Verbindung“, so der ÖPNV-Experte.

Auch der Landrat verweist auf das Finanzierungsproblem. „Eine Ausweitung des ÖPNV-Angebotes ist derzeit nur möglich, wenn entsprechende Kompensationsmaßnahmen aufgezeigt werden. Dazu verpflichtet uns der Konsolidierungsvertrag mit dem Land“, sagt Stolz. Priorität habe eine vernünftige Anbindung des Gewerbegebietes Tornesch-Oha, damit dort eine gewerbliche Weiterentwicklung erfolgen könne. „Die Erreichbarkeit des Kreishauses mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist aus meiner Sicht derzeit zwar nicht optimal, aber machbar“, so Stolz.

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