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Erfolgsserie aus Elmshorn : „Deichbullen“ gewinnen Preis beim Webfest in Berlin

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Erste Staffel der Webserie „Deichbullen“ gewinnt Preis beim Webfest in Berlin. Arbeiten für die zweite Staffel gehen voran.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 13:00 Uhr

Elmshorn | Ein Schuss, ein getroffener Polizist und Abspann. Die letzte Szene der ersten Staffel der Webserie „Deichbullen“ endete dramatisch. Wird Kietz Kante den Anschlag überleben? Und wer hat überhaupt geschossen? Auf die Beantwortung dieser Fragen müssen die Fans der von Michael Söth nur fürs Internet gedrehten Serie allerdings noch etwas warten.

„Aktuell arbeiten wir an dem Drehbuch für die zweite Staffel. Die Grundgeschichte steht natürlich. Aber wir treffen uns regelmäßig mit den Hauptakteuren, denn die Charaktere sollen sich schließlich weiter entwickeln“, sagt der Elmshorner Filmemacher. Zur Schauspielerriege zählen in Staffel 2 wieder Reverend Christian Dabeler (spielt den Polizisten Hartmut Paulsen) und René „Chucker“ Chambalu (Klaus „Kietz“ Kante) sowie Tini Bönig (Ulla-Hermine) und Lenka Arnold (Dörte).

Startschuss der in Kollmar spielenden Webserie „Deichbullen“ war am 31. Juli. In den folgenden Wochen wurden jeweils freitags zwei weitere Folgen freigeschaltet. Die erste Folge wurde bis zu 15.000 Mal auf Youtube aufgerufen, im Schnitt lag das Interesse an den zehn Serienteilen bei 6000 Aufrufen pro Folge.

„Wir hatten keinerlei Erfahrungswerte und konnten somit auch nicht einschätzen, wie viele Aufrufe es geben könnte. Mit dieser Resonanz bin ich sehr zufrieden“, sagt Filmemacher Michael Söth. Es gab viel Lob, aber auch einige Kritik. Zum Beispiel an der Spiellänge der einzelnen Folgen. „Vor- und Abspann waren zu lang und die eigentliche Handlung viel zu schnell vorbei. Das werden wir in der zweiten Staffel ändern und etwas längere Folgen produzieren“, sagt Söth.

Dass die Webserie nicht nur auf Youtube gut angekommen ist, erfuhr Söth wenige Wochen später. Die „Deichbullen“ wurden von den Organisatoren des 1. Webfestes in Berlin nominiert. Das Festival wurde Anfang September  veranstaltet. „Voraussetzung für die Teilnahme war allerdings, dass wir unsere Webserie mit englischem Untertitel versehen. Das war schon eine Herausforderung. Wir brauchten einen Übersetzer, der den norddeutschen Humor ins Englische übertragen konnte“, sagt Söth.

Filmemacher Michael Söth (r.) wird die „Deichbullen“-Serie auf jeden Fall fortsetzen. (Foto: Peter Lühr)
Filmemacher Michael Söth (r.) wird die „Deichbullen“-Serie auf jeden Fall fortsetzen. (Foto: Peter Lühr)
 

In diesem Fall war es eine Übersetzerin, die diese Aufgabe mit Bravour übernahm. Im Wettbewerb waren 42 Webserien aus aller Welt, darunter auch 13 deutsche Vertreter. Dessen Macher rangen um Awards und die Gunst des Publikums. Als Extrapreis wurde ein Distributionsvertrag vergeben – diesen konnte sich Söth sichern. Der Distributor heißt „Rockzeline“, vertreibt Webserien weltweit und hat seinen Sitz in Frankreich. „Auf dem Webfest waren die Franzosen ganz heiß auf unseren norddeutschen Humor. Die stehen halt auf skurrile Charaktere. Durch diesen Deal werden die ‚Deichbullen‘ jetzt weltweit vertrieben“, freut sich Söth. Die ersten Länder sollen bereits Interesse bekundet haben. „Wir verdienen damit nicht nur ein wenig Geld zur Finanzierung der zweiten Staffel, sondern es bringt uns auch neues Zuschauerpotenzial“, sagt der Filmemacher.

Auf Youtube gibt es die erste Staffel der „Deichbullen“ nicht mehr zu sehen, dafür aber demnächst auf DVD. „Ich habe die Rechte an der 1. Staffel an ‚Rockzeline‘ abgetreten, deshalb ist die Staffel nicht mehr im Netz. Allerdings gibt es die ‚Deichbullen‘ demnächst in einer limitierten Auflage von 300 Stück als DVD. Wer möchte, kann diese jetzt vorbestellen“, sagt Michael Söth.  Weitere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite www.deichbullen.com.

Die zweite Staffel der „Deichbullen“ soll noch schneller und kriminalistischer werden. „Im Hintergrund laufen bereits die ersten Gespräche mit Investoren. Und plötzlich ist auch das Interesse von TV-Sendern geweckt. Aber wir ziehen das jetzt wieder so durch. Aber ganz ohne die Hilfe unserer Fans geht es nicht“, so Söth. Deshalb startet der Elmshorner im November eine Crowdfunding-Aktion. Erfahrungen mit dieser Art von Finanzierung hat er bereits. „Beim Deichking hatten wir auch eine Crowdfunding-Aktion. Bei dem Film kostete ein Anteil 75 Euro. Dafür bekamen die Unterstützung unter anderem ein T-Shirt, Premierenkarten und eine DVD des Films“, sagt Michael Söth. An den Modalitäten für die aktuelle Crowdfunding-Aktion arbeitet er noch.

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