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Formel 1 im Federgewicht : Das „Team Elbracing“ will die Landesmeisterschaften gewinnen

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Sechs Schüler der Leibniz-Schule nehmen als „Team Elbracing“ bei der Landesmeisterschaft in Elmshorn teil.

Elmshorn | Das Dröhnen der Motoren, die rasante Geschwindigkeit und der Wettkampf, bei dem es auf jede Sekunde ankommt – die Formel 1 fasziniert. Zwar wird der Rennwagen von Tjalf Franke nicht mit Benzin, sondern mit einer Gaspatrone betrieben, wie sie in Sprühsahne-Dosen verwendet werden. Aber mit viel mehr Akribie und Engagement als die Neuntklässler der Leibniz-Privatschule können sich auch die Rennwagen-Profis nicht auf ihre Wettbewerbe vorbereiten.

Formel 1 in der Schule ist ein Technologie-Wettbewerb, bei dem Schüler im Alter von 11 bis 19 Jahren einen Miniatur-Formel 1 Rennwagen am Computer entwickeln, fertigen und ins Rennen schicken. Im Norden nehmen 101 Teams von 36 Schulen teil. Bei der schleswig-holsteinischen Landesmeisterschaft sind elf Senioren- und zehn Junioren-Teams dabei. Die besten qualifizieren sich für die Deutschen Meisterschaften in Neckarsulm. Die Weltmeisterschaften werden im Vorfeld der „großen“ Formel 1 in Singapur ausgetragen.

Am Sonnabend tritt das sechsköpfige Team unter dem Namen „Elbracing“ mit ihrem gerade einmal rund 20 Zentimeter langen Auto bei den Landesmeisterschaften des Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“ in der Nordakademie an. Das Gefährt haben die 14- und 15-Jährigen selbstständig am Computer entwickelt, aus Hartschaum ausgefräst, Räder und Spoiler mit einem 3-D-Drucker ausgedruckt, alles zusammengebaut und anschließend zum Lackieren gegeben. Schon die Konstruktion ist eine Herausforderung, das Gewicht des Autos sollte möglichst leicht sein, darf aber die Vorgaben nicht unterschreiten.

Vor einem Jahr haben es die sechs Jungs als Landessieger bei den Junioren zur Deutschen Meisterschaft in Babelsberg geschafft. „Da haben wir leider ziemlich versagt“, sagt Benedict Ahrens, immer noch merklich zerknirscht. Das Auto war acht Gramm zu schwer, das kostete das Team wertvolle Sekunden und ein Viertel der Punkte in der Gesamtwertung. Das aktuelle Auto ist im Moment noch zu leicht, das Problem müssen die Jungs bis Sonnabend noch lösen. Für den Neuanfang in diesem Jahr haben sie ihren Team-Namen geändert und sich ein komplett neues Image gegeben. Schließlich ist die Konstruktion des Autos nur ein Teil des Wettbewerbs. Im Team „Elbracing“ gibt es neben Designer und Konstrukteur auch einen Resourcen-, einen Team- und einen Produktionsmanager. Den Entwicklungsprozess präsentieren die Schüler in einem Vortrag und finden im Vorfeld Sponsoren. Schließlich muss der Druck der Team-Shirts, der Messestand oder die Autolackierung finanziert werden. „Am Anfang mussten wir noch überall Klinkenputzen“, erzählt der 14-jährige Teammanager Tjalf Franke. „Aber in diesem Jahr waren wir schon bekannt bei den Firmen und hatten es leichter.“ Allein das Hamburger Unternehmen „Dooyano“ unterstützt das Team mit rund 1000 Euro, der Werbedienstleister Winkelmann aus Bönningstedt übernimmt zudem alle Druckarbeiten.

Den Rennwagen für die Landesmeisterschaft 2017 hat Michael Körber konstruiert.
Den Rennwagen für die Landesmeisterschaft 2017 hat Michael Körber konstruiert. Foto: Cornelia Sprenger
 

Im Fach Technik arbeiten die sechs Schüler seit mehreren Monaten akribisch am Projekt „Formel 1“. Die Zeit im Unterricht reicht nicht annähernd, die Jugendlichen müssen auch einen großen Teil ihrer Freizeit investieren. „Das macht aber richtig viel Spaß“, sagt Teammitglied Johann Wudtke. Und laut Betreuungslehrerin Heidi Liebenberg bringt der Wettbewerb die Schüler auch sonst weiter. „Er spiegelt in spielerischer Weise die Realität wider“, sagt sie. „Die Schüler lernen, wie Firmen zu agieren, mit Frust umzugehen, als Team zu arbeiten und sich zu präsentieren.“

Das Team „Elbracing“ ist eins von acht Teams, die für die Leibniz-Schule beim Landesentscheid teilnehmen – als einziges in der Senioren-Klasse, in der es bis zu den Weltmeisterschaften geht. Viel Hoffnung auf die Deutschen Meisterschaften machen sich die Schüler aber nicht – zu groß ist die Konkurrenz durch erfahrenere Teams. Teammanager Tjalf: „Wir hoffen auf einen Platz im vorderen Drittel“.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 14:00 Uhr

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