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Neue Gesellschaft : „Das richtige Signal für Elmshorn“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Stadtwerke gründen neue Gesellschaften für Breitband-Angebote bei Internet, Telefon und TV. Der Schwerpunkt liegt beim Gewerbe.

Elmshorn | Einstimmiger Beschluss des Stadtverordnetenkollegiums hinter verschlossenen Türen: Die Stadtwerke Elmshorn sollen verstärkt ins Multimedia-Geschäft einsteigen und dafür die Gesellschaften E.Net GmbH & Co. KG und die E. Net Verwaltungs-GmbH gründen. Dafür sprachen sich die Vertreter aller Fraktionen im nichtöffentlichen Teil ihrer jüngsten Stadtvertretersitzung aus.

Die Politiker sehen, so berichtet Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) auf Anfrage, diese Entwicklung bei den Stadtwerken als „zwingend erforderlich“ an. Wie in anderen Städten, so sei auch in Elmshorn vor allem aus der Wirtschaft der Wunsch aufgekommen, die örtlichen Stadtwerke sollten eine Breitbandversorgung mit entsprechenden Angeboten übernehmen. Hatje stellt aber sofort klar: An eine flächendeckende Versorgung für jeden Privatkunden in der Stadt sei vorerst nicht gedacht. Es gehe vielmehr um die Versorgung von Gewerbekunden und das Erschließen neuer Wohnbaugebiete.

Die Stadtwerke sind bereits seit Jahren auf dem Gebiet als Netzbetreiber aktiv. Viele Glasfaserleitungen oder auch Leerrohre sind im gesamten Stadtgebiet verlegt, die Industriegebiete im Norden und Süden sind bereits fast vollständig mit Glasfaserleitungen erschlossen oder werden weiter ausgebaut.

Das Gewerbegebiet Nord rund um die Robert-Bosch-Straße schließen die Stadtwerke seit Ende 2012 an das Glasfasernetz an. Das Projekt soll Ende dieses Jahres komplett abgeschlossen sein. Dann folgt der weitere Ausbau des Glasfasernetzes im Industriegebiet Süd rund um den Ramskamp. Weitere Gewerbegebiete sollen folgen, wenn die Erschließung wirtschaftlich sinnvoll ist, die Stadtwerke also genügend Kunden für die Breitbandprodukte gewinnen können. Die modernen Leitungen können eine Datentransferrate von bis zu 1000 Mega-Bit umsetzen.

Einige Elmshorner Firmen nutzen bereits seit 2002 den 26 Kilometer langen Lichtwellenleiter der Stadtwerke, der als Daten-Autobahn einmal rund um Elmshorn verlegt worden ist. Er wird auch zukünftig das Rückgrad von E. Net (also dem Elmshorner Internet bzw. des Elmshorner Netzes) bilden. Überdies bieten die Stadtwerke mit einem technischen Partner im Gebiet Hasenbusch als Versuchsprojekt schon für Privatkunden Breitband-Produkte an.

„Wir haben den Bereich jetzt geordnet und mit der Gesellschaftsgründung dürfen wir eigene Produkte selbst anbieten“, erläutert Stadtwerkechef Sören Schuhknecht. Man sei aufgrund jahrelanger Investitionen in Elmshorn mit Daten-Leitungen zwar „schon sehr weit verzweigt“, der Hauptfokus werde aber auf die Wirtschaft in den Industriegebieten gelegt, um von dort aus die Netze weiter zu spinnen. Doch auch in neuen Wohngebieten wie dem „Kibek-Quartier“ und später dem gesamten Gebiet Krückau-Vormstegen oder auch an der Lerchenstraße in Hainholz wollen die Stadtwerke jetzt aktiv werden. Dort will die Gesellschaft mit den Investoren in Kontakt treten und ausloten, ob es sich für beide Seiten rechnet, wenn die Stadtwerke dort auf den Markt gehen und neben Gas, Wasser und Strom auch per Breitband Internet, TV und Telefon anbieten. Die Investitionskosten für die Infrastruktur übernehmen dabei die Stadtwerke als Netzbetreiber.

Bei der Wirtschaft und den Investoren in der Immobileinbranche zählt als Pluspunkt nicht nur die schnelle Internetverbindung, die auch andere Anbieter bereitstellen können. Ausschlaggebend ist vor allem die örtliche Präsenz der Stadtwerke und die Erreichbarkeit des Netzbetreibers rund um die Uhr an Ort und Stelle. Auch deshalb erhoffen sich Elmshorns Politiker und der städtische Energieversorger eine positive Entwicklung.

„Das Projekt ist nicht vollkommen risikofrei, wir müssen uns anstrengen“, sagt Werksleiter Schuhknecht. Er ist aber optimistisch: „Die Chance, dass wir eine gute Entwicklung darstellen können, ist gegeben.“ Für Bürgermeister Hatje, der als Vertreter der Stadt in die Gesellschafterversammlung der neuen E.Net GmbH berufen werden soll, steht mit dem neuen Engagement der Stadtwerke eines bereits jetzt fest: „Es ist das richtige Signal für Elmshorn.“

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erstellt am 13.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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