Kandidaten, Wahllokale und Auszählung : Das müssen Sie über die Bürgermeisterwahl in Elmshorn wissen

Fünf Kandidaten stehen zur Wahl um das Bürgermeisteramt in Elmshorn.

Fünf Kandidaten stehen zur Wahl um das Bürgermeisteramt in Elmshorn.

Über den künftigen Amtsinhaber können 39.480 Elmshorner bestimmen. Mehr als 4000 haben bereits per Briefwahl votiert.

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13. September 2019, 18:00 Uhr

Elmshorn | Wer steht in den kommenden sechs Jahren als Bürgermeister an der Spitze der Elmshorner Stadtverwaltung? Darum kämpfen Amtsinhaber Volker Hatje (parteilos) und seine Herausforderer Tafin Ahsbahs (Grüne), Jonas Stiefel (Die Partei) und Thomas Philipp Reiter (FDP). Und zwar bis zum letzten Tag. Auch heute gehen sie noch auf Stimmenfang, versuchen, die Wähler von sich und ihren Programmen zu überzeugen. Am Sonntag, 15. September, fällt die Entscheidung.

Auf dem Wahlzettel steht dann auch Uwe Graw (parteilos). Beim Duell der Bürgermeisterkandidaten im Kranhaus erklärte er jedoch öffentlich den Verzicht auf seine Kandidatur. Aus rechtlichen Gründen muss er dennoch antreten. Wofür er steht, wollte der Kandidat wider Willen aber in seinem Wahlprogramm trotzdem loswerden.

Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Noch nie gab es bei einer Direktwahl in Elmshorn so viele Bewerber. Über den künftigen Amtsinhaber können 39.480 Elmshorner bestimmen. Sie sind wahlberechtigt. Und 4425 (11,2 Prozent) von ihnen haben bereits entschieden – per Briefwahl. „Das ist ein guter Wert und deutet auf eine hohe Wahlbeteiligung hin“, betont Sybille Lamke, stellvertretende Wahlleiterin im Elmshorner Rathaus.

Wir gehen wählen, weil ...

Nachgefragt in der Elmshorner Fußgängerzone:

Uwe Ziemann (55): „Ich habe mich für einen Kandidaten entschieden. Den wähle ich jetzt auch.“

Sara Ann Nowak (19): „Ich gehe wählen, weil, wenn ich nicht wählen würde, die Kandidaten, die ich nicht gut finde, mehr Anteile bekommen würden.“

Freya Wichmann (17): „Ich gehe wählen, weil ich das Privileg habe, meine Stimme zu nutzen und mir wünsche, dass sich in der Stadt was verändert.“

Omar Kojok (29) mit seinem Sohn (1,5): „Ich gehe wählen, weil das wichtig ist und ich es möchte.“

Bjarne Thormählen (18): „Ich gehe wählen, weil ich sehr wertschätze, dass wir in einer Demokratie leben und ich als gebürtiger Elmshorner dies nutzen möchte, um in meiner Stadt etwas mitzuentscheiden.“

Melanie Bouchard (40) mit ihren zwei Söhnen: „Mein Mann André und ich gehen auf jeden Fall wählen.  Das muss man einfach machen.“

Scheruan Zibari (17): „Ich  wähle, weil wir in einer Demokratie leben und ich die Chance nutzen möchte, Einfluss auf die politischen Entscheidungen meiner Stadt zu nehmen.“

Joachim Bruhn (70) ist gerade unterwegs, um seine Briefwahlunterlagen abzugeben: „Ich gehe wählen, weil ich meine Interessen vertreten sehen möchte. Insgesamt sollen die Leute nicht immer meckern, sondern wählen. Und wenn sie nicht wählen, dürfen sie auch nicht meckern. Demokratie lebt davon, dass wir hingehen und unser Kreuzchen machen.“

Johanna Gabler (17): „Ich gehe wählen, weil ich die Chance nutzen möchte, mich nicht nur zu beschweren, sondern auch etwas zu verändern.“

Karl-Fred Pentzek (75): „Ich wähle am Sonntag, weil es mich interessiert, wer Bürgermeister in unserer Stadt ist.“

 

Im Wahlbüro im Rathaus stehen schon die „Versorgungspakte“ für die einzelnen Wahllokale. Gefüllt mit Keksen, Getränken, Süßigkeiten – und einem Müllsack. Ordnung muss sein. Auch am Freitagmorgen kommen immer wieder Bürger ins Wahlbüro, um per Briefwahl ihre Stimme abzugeben. „Der Anteil der Briefwähler hat in den vergangenen Jahren bei allen Wahlen zugenommen“, sagt Lamke. Die Frau hat Erfahrung, schon zehn Wahlen im Elmshorner Rathaus hat sie mitverantwortlich über die Bühne gebracht.

Franzsika May war gestern Morgen eine der letzten Elmshornerinnen, die ihre Stimme per Briefwahl direkt im Wahlbüro abgaben. „Das ist praktisch. Ich kann am Sonntag aus dienstlichen Gründen nicht wählen gehen.“
Christian Brameshuber
Franzsika May war gestern Morgen eine der letzten Elmshornerinnen, die ihre Stimme per Briefwahl direkt im Wahlbüro abgaben. „Das ist praktisch. Ich kann am Sonntag aus dienstlichen Gründen nicht wählen gehen.“
 

Gemeinsam mit ihrem Kollegen überprüft sie, ob die Übertragung der Wahlergebnisse auf die beiden Leinwände im Kollegiumssaal auch funktioniert. Ein neues Programm ist im Einsatz. Beim Probelauf geht alles glatt. Auch das Laufband funktioniert. „Dort werden immer die letzten fünf Ergebnisse aus den Wahllokalen angezeigt“, erklärt Lamke. Fast wie bei ARD und ZDF.

shz.de wird die Bürgermeisterwahl begleiten. Unsere Wahlberichterstattung starten wir am Sonntag schon um 15 Uhr mit unserem Online-Ticker auf der Webseite der Elmshorner Nachrichten. Wir liefern aktuelle Infos über die Wahlbeteiligung, sind vor Ort in den Wahllokalen, fangen Stimmen und Stimmungen ein. Ab 18 Uhr berichten wir aus dem Rathaus, wo die Kandidaten und viele Bürger gespannt auf die Ergebnisse warten werden.

Ab 18 Uhr startet das Rathausteam seine Arbeit. Die Elmshorner Bürger sind eingeladen, den Wahlverlauf im Rathaus mitzuverfolgen. Lamke geht davon aus, dass bis spätestens 19 Uhr ein erstes Ergebnis aus einem der 20 Wahllokale vorliegt. Ein erster Fingerzeig, wohin die Bürgermeisterreise an diesem Abend geht.

Fünf Kandidaten, eine Stimme

Die 20 Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt fünf Kandidaten, aber jeder Wähler darf nur eine Stimme abgegeben. Das Endergebnis könnte zwischen 20.30 und 21 Uhr vorliegen. Dass heißt aber nicht, dass dann auch feststeht, wer künftig im Chefsessel des Rathauses Platz nimmt. Denn um im ersten Wahlgang zu gewinnen, muss ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen.

Ansonsten kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen. Der Termin für die endgültige Entscheidung stünde schon fest. Sonntag, 29. September. Das wäre dann Lamkes 11. Wahl, die sie organisieren muss.

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