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Elmshorn : Das kleine Wäldchen wird komplett gerodet

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Pappeln waren alt und krank: Stadt und Mondelez-Werk reagieren auf Sorgen der Anwohner. Neue Bäume sollen gepflanzt werden.

Elmshorn | Das Knattern der Motorsäge verstummt, es ist kurz leise. Dann kracht es laut und eine Sekunde später liegt die 25 Meter hohe Pappel der Länge nach auf dem Waldboden. Diese Pappel ist eine von 21, die in dieser Woche auf dem Grundstück des Mondelez-Werkes an der Rudolf-Diesel-Straße gefällt wurden. Die Stadt Elmshorn hatte mehrere Anrufe von Anwohnern erhalten, die befürchteten, Äste könnten abbrechen oder sogar ganze Bäume umfallen und in ihre Gärten stürzen. Das besondere Augenmerk habe dabei auch auf der Gefahr für die dort spielenden Kinder der Anwohner gelegen.

„Wir haben uns dann mit Mondelez in Verbindung gesetzt, diese haben den Sachverhalt prüfen lassen und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Bäume gefällt werden müssen“, sagt Jörg Schmidt-Hilger vom Amt für Stadtentwicklung.

Sabine Lucht ist die zuständige Vorarbeiterin. Sie betreut das Fällen der Bäume vom ersten Tag an. „Pappeln haben sehr trockenes und faseriges Holz, dadurch brechen sie leicht. Außerdem haben diese hier ihre Wachstumshöhe erreicht, sind krank oder haben Missbildungen, die eine Gefahr darstellen, wenn die entsprechenden Äste abbrechen“, sagt sie.

Der Aspekt des Umweltschutzes sei nicht unbeachtet geblieben: „Zur Auflage wurde gemacht, dass wir uns versichern mussten, dass keine Höhlenbrüter und Fledermäuse in diesen Bäumen leben. Dies wurde durch einen Baumkletterer überprüft und uns wurde bestätigt, dass dies nicht der Fall ist“, heißt es in einem Schreiben der Firma Mondelez an die Anwohner.

Jörg Linke liegen diese Bäume am Herzen. Er setzt sich schon länger privat für den Schutz von Grünflächen in Elmshorn ein. „Die Sache ist: Hier verschwinden jetzt 21 Bäume. Mein Interesse ist es, die Grünfläche zu erhalten“, sagt er. „Ich finde Grün wunderschön. Außerdem dienen die Pappeln als Sichtschutz für die Anwohner und steigern dazu den Grundstückswert.“

Am Boden: Inzwischen sind alle Bäume gefällt worden. (Foto: Pflaumbaum)
Am Boden: Inzwischen sind alle Bäume gefällt worden. (Foto: Pflaumbaum)
 

Dagegen, dass die Bäume gefällt wurden, konnte Linke nichts tun. Deshalb setzt er sich jetzt dafür ein, dass das Waldstück neu bepflanzt wird. „Ich habe mich deswegen mit der Firma, dem Naturschutzbund und der Stadt in Verbindung gesetzt.“

„Das ist grundsätzlich begrüßenswert“, sagt Stefan Meyer, Werksleiter von Mondelez, „da machen wir dann natürlich auch mit.“ Der Naturschutzbund möchte sich um die neuen Bäume kümmern. „Solche kleinen Wälder sind wichtig für das Stadtklima“, sagt Hans Helmut Dürnberg vom Naturschutzbund Elmshorn. Statt der gefällten Pappeln sollen nach seiner Vorstellung in Zukunft heimische Baumarten, zum Beispiel Flatterulmen, im Waldstück an der Rudolf-Diesel-Straße wachsen.

Die Bemühungen von Jörg Linke hatten Erfolg. „Den Vorschlag nehmen wir gerne auf“, sagt Stefan Meyer, „und am Montag werden wir uns mit dem Naturschutzbund treffen und die Sache weiter besprechen.“

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erstellt am 27.Feb.2015 | 10:00 Uhr

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