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Elmshorner Nachrichten

21. August 2017 | 14:05 Uhr

VHS : Das Haus, das Politiker lieben

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das 110 Jahre alte Backsteingebäude der ehemaligen Städtischen höheren Mädchenschule soll künftig besser als geplant genutzt werden.

Elmshorn | Da kamen die Mitglieder des städtischen Sonderausschusses „Rathaus“ ins Schwärmen: Vor ihrer jüngsten Sitzung hatten sie die ehemalige Elsa-Brändström-Schule und heutige Volkshochschule (VHS) in der Bismarckstraße besichtigt und waren von dem gut 110 Jahre alten Gebäude geradezu begeistert. Die Folge: Eine Planungsänderung bei der zukünftigen Nutzung des städtischen Traditionshauses.

„Ich bin so angetan von diesen Räumen, dass ich sie nicht für Archivlagerungen nutzen möchte“, sagte zum Beispiel Ausschussmitglied Jens Petersen (FDP). Andreas Hahn von der CDU pflichtete ihm bei: In dem „herrlichen Haus“ sollten nicht 190 Quadratmeter für alte Akten genutzt werden. Sie könnte man in einer gemieteten Garage oder Halle statt in dem „Prachtgebäude“ unterbringen.

Worum geht es? Mit dem geplanten Neubau des Rathauses sollen auch die auf mehrere Gebäude verteilten städtischen Ämter in einem Verwaltungshaus zusammengeführt werden. Die Ausnahme: Das Amt für Kultur und Weiterbildung sollte aus dem VHS-Gebäude einige Meter weiter in die Weiße Villa umziehen, damit es an der sogenannten „Kulturmeile Bismarckallee“ bleibt. Die frei werdenden Räume in der VHS sollten dann die Verwaltungsakten aufnehmen, die noch eine Zeit lang bis zu ihrer Vernichtung gelagert werden müssen.

Nun findet bei den Politikern ein Umdenken statt, und auch Bürgermeister Volker Hatje (parteilos) sprach sich dafür aus, „das Amt für Kultur und Weiterbildung dort zu belassen, wo die Einrichtungen sind“. Mit den Einrichtungen meint er unter anderem die Volkshochschule, das Haus der Ortsgeschichte, das Industriemuseum sowie das Stadtarchiv in der Weißen Villa. Hatje machte zudem den Vorschlag, dann auch die Stadtarchiv-Mitarbeiter mit in dem VHS-Haus unterzubringen.

Entschieden worden ist noch nichts, denn der städtische Sonderausschuss „Rathaus“ hat nur eine beratende Funktion für die anderen politischen Gremien der Stadt. Und: Die große Frage bleibt, was passiert mit der Weißen Villa, wenn dort Räume leer stehen? Eine weitere ungelöste Problematik, die von den Politikern der Stadt noch gelöst werden muss.

Privatschulen gab es bereits vor mehr als 150 Jahren in Elmshorn. Bis 1897 konnten sich Mädchen nach Abschluss der Volksschule in Elmshorn sogar nur auf einer Privatschule wie die Höhere Töchterschule weiterbilden. In jenem Jahr übernahm die Stadt diese Schule. Als Städtische höhere Mädchenschule zog sie aufgrund der steigenden Zahl der Schülerinnen in den 1903 fertiggestellten, heute noch vorhandenen Bau an der Bismarckstraße ein. In dem während des Zweiten Weltkriegs stark zerstörten Gebäude war bis 1969 das frühere  Mädchengymnasium, die jetzige  Elsa-Brändström-Schule (EBS), untergebracht. 1972 startete hier die Kooperative Gesamtschule Elmshorn (heute: Erich Kästner Gemeinschaftsschule), die ein Jahr später nach Hainholz zog. 1984 begann in den Räumen die  Waldorfschule Elmshorn mit ihrer Arbeit. Sie zog dann 1990 an den Adenauerdamm. Seit 1994 ist das historische Schulgebäude die Heimat der Volkshochschule (VHS) Elmshorn.
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erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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