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Kein Neubau in Elmshorn : Das Hallenbad soll saniert werden

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Am kommenden Montag stimmt der Stadtwerke-Ausschuss ab. Stadtwerkechef Schuhknecht hält eine Fertigstellung in 2018 für realistisch.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2016 | 13:00 Uhr

Elmshorn | Am Montag könnte die Entscheidung darüber fallen, ob Elmshorns Hallenbad saniert oder neu gebaut wird. Die Zeichen für eine Einigung der Fraktionen im Stadtwerkeausschuss stehen gut. Denn unter den Fraktionen herrscht große Einigkeit. Alle befürworten die Sanierung und lehnen einen Neubau aus finanziellen Gründen ab. Alle wollen ein separates, fünfbahniges Schwimmbecken mit zwei Sprungtürmen, damit sowohl Sportler als auch Freizeitschwimmer zu ihrem Recht kommen. Und alle lehnen einen zusätzlichen Anbau mit Spaßbereich ab – wieder, um Geld zu sparen.

Bislang lagen immer zwei Lösungen vor: Der Neubau eines Hallenbades mit einem Investitionsvolumen von rund 17,4 Millionen Euro und die Sanierung mit einem Investitionsvolumen von rund 15,4 Millionen Euro. Zusätzlich stand die Alternative im Raum, das Sportschwimmen und das Freizeitangebot in einem kombinierten Becken unterzubringen.

Die Kombibecken-Lösung ist offenbar für alle Seiten mittlerweile vom Tisch. „Ein separates Schwimmerbecken scheint uns sowohl für Sportler aber auch für den Freizeitbereich als unverzichtbar“, heißt es im interfraktionellen Antrag von Grünen, CDU und FDP. „Konflikte zwischen ,Spaßbadern’ und ,Schwimmern’, die sich über eine ruhige Wasseroberfläche freuen, scheinen bei einem Kombibecken unvermeidbar.“ Ähnlich äußern sich SPD-Fraktion, Bürgermeister Volker Hatje und auch die Sportvereine selber.

Die ursprünglich angegebenen Sanierungskosten würden ein Sportbecken mit fünf Bahnen und ein zusätzliches Erlebnisbecken mit Indoor-Rutsche, ein Aktiv-Kursbecken und eine zentrale Gastronomie für Bad und Sauna beinhalten. Auch ein Anbau mit Spaßbereich ist in dem Konzept vorgesehen. Dazu kämen, falls politisch gewünscht, Kosten für eine Großrutsche in Höhe von rund einer Million Euro und einem Sprungbereich in Höhe von rund 200.000 Euro.

Lange Diskussionen

Eine Sanierung des Hallenbades mit einem Schwimmbecken mit fünf Bahnen, mit Sprunganlage, aber ohne einen Anbau für einen zusätzlichen Spaßbereich – das ist die gemeinsame Lösung der Stadtwerke, der Grünen, der CDU und der FDP. „Den Vorschlag, den Anbau wegzulassen, hatte ich gemacht, weil der Anbau aus meiner Sicht nicht unbedingt benötigt wird, um die Bedürfnisse der Elmshorner zu erfüllen“, erklärt Bürgermeister Volker Hatje. „Er würde die Kosten unnötig in die Höhe treiben.“

In der Begründung von Grünen, FDP und CDU heißt es, ein neuer Spaßbereich in einem Anbau sei sicherlich optimal. Da jedoch die Gebäudeerweiterung zurzeit nicht finanzierbar erscheine, solle darauf zunächst verzichtet werden. „Vorbehaltlich einer verbesserten Einnahmesituation des Bades soll aber die Option zur Erweiterung vorgehalten und bei der Planung und Ausführung der Sanierung berücksichtigt werden.“ Ähnliches gilt für den Bau einer Großrutsche.

Die neue Option spart etwa zwei bis drei Millionen Euro. In der Vorlage heißt es: „Nach derzeitigen Erkenntnissen wird diese Variante mit deutlich geringeren Investitionskosten im Vergleich zu den oben genannten Lösungsvarianten umzusetzen sein, was Folgewirkungen auf die Abschreibungen und Finanzierungskosten sowie insbesondere auf die zukünftigen Energiekosten hätte.“

Die Detailplanungen

In ihrem interfraktionellen Antrag fordern Grüne, CDU und FDP, dass die Stadtwerke mit der Detailplanung für die Sanierung beauftragt werden. Neben dem 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und Sprungbereich soll das Raumprogramm aus ihrer Sicht außerdem ein Aktiv-Kursbecken mit Hubboden enthalten, das mit Glas schalldicht abgetrennt werden und außerhalb des Kursbetriebs auch Familien und Kindern zur Vergügung gestellt werden soll. Außerdem soll der Kleinkindbereich sicherheitstechnisch optimiert und leicht vergrößert und der Spaßbereich so weit wie möglich erhalten werden.

Damit deckt sich der Antrag von Grünen, CDU und FDP weitestgehend mit der Beschlussvorlage der Stadtwerke. Dieser Vorlage stimmt mittlerweile auch die SPD-Fraktion in einer eigenen Stellungnahme zu. Zusätzlich bringt sie einen weiteren Vorteil der Sanierung des Bades ein: Fördermittel des Landes zur Sanierung von Bädern könnten genutzt werden. Thorsten Mann-Raudies (SPD) erklärt, seine Fraktion werde beantragen, dass sich die Verwaltung diesbezüglich mit dem Land in Verbindung setzen soll.

Mit der Sanierungs-Lösung sind übrigens auch Bürgermeister Hatje zufrieden. „Was viele überzeugt hat, ist, dass nach Auskunft der Experten die Statik und die Substanz des jetzigen Bades vollkommen in Schuss sind“, sagt Hatje. „Ich würde mich freuen, wenn wir es Montag schaffen würden, die Weichen vor den Sommerferien zu stellen.“

Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht findet es besonders wichtig, dass alle Fraktionen ein gemeinsames Ergebnis erarbeiten. „Wenn wir am Montag das Go bekommen, können wir sofort weiterarbeiten.“ Die Vorarbeiten inklusive einer europaweiten Ausschreibung würden einige Zeit in Anspruch nehmen. „Aber wenn alles ideal läuft könnten wir vielleicht im Jahr 2018 das Hallenbad wieder eröffnen. Vielleicht nicht im Frühjahr – aber im Herbst.“

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