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Hauptversammlung des Tierschutzvereinw : Das größte Problem: Internethandel mit Tieren

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

739 Vereinsmitglieder hat de Verein derzeit. Eine Großspende oder eine Erbschaft könnte die finanziellen Sorgen verringern.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2017 | 14:00 Uhr

Elmshorn | Martina Möller ist seit Dezember Mitglied im Tierschutzverein Elmshorn und Umgebung e.V.. Sie unterstützt die Arbeit durch ihre Beiträge, aber sie wollte mehr: „Ich hatte mir schon lange vorgenommen, ehrenamtlich zu arbeiten. Jetzt bin ich Gassigeherin“, berichtet sie. Möller geht in ihrer Freizeit mit den Tierheim-Hunden nach draußen und ermöglicht ihnen einen schönen Schnüffelrundgang in die Welt.

„Ohne solche Unterstützer könnten wir nicht existieren“, sagt Brigitte Maeder vom Tierschutzverein auf der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Sibirien in Elmshorn. Die Erste Vorsitzende muss nicht nur ein Händchen für Tiere haben, sondern auch betriebswirtschaftlich auf der Höhe sein – ihre Bilanz für 2016 weist einen Verlust von 39.919 Euro aus. „Es wäre schön, mal wieder etwas Luft zu bekommen“, sagt sie. „Luft“ wäre in diesem Fall eine größere Geldspende oder eine Erbschaft. Maeder: „2016 wollte uns eine alte Dame ihren Schmuck vererben. Der ist aber kurz vor ihrem Einzug ins Pflegeheim gestohlen worden.“

Auch Tierheimleiterin Anke Darius berichtet von Engpässen. Im vergangenen Jahr wurden 850 Tiere im Tierheim Elmshorn aufgenommen – 195 Hunde, 468 Katzen und 187 Kleintiere. „Wir bringen die Tiere unter, versorgen sie und müssen sie registrieren. Die Verwaltungsarbeit ist immens. Das ist ehrenamtlich nicht mehr lange zu bewältigen.“ Im Hundebereich sei das Tierheim Elmshorn zum Gnadenhof geworden. „Wir haben alte und kranke Tiere, die ihr Leben bei uns verbringen werden“, sagt Darius.

Mehr Tiere als früher sind gechipt

Ein Trend: Es gibt eindeutig weniger Fundtiere. Das liege zum einen daran, dass die Tiere gechipt und registriert seien, aber auch am gestiegenen Internethandel. „Ein Riesenproblem“, beklagen die Tierschützer. Da würden Tiere auf Kleinanzeigenmärkten gehandelt oder verschenkt. Selbsternannte Züchter ohne Sachkunde böten viel zu junge Welpen an. Käufer werden nicht adäquat beraten. Die Folge: Die neuen Besitzer kommen mit dem Tier nicht zurecht, verkaufen oder verschenken es weiter. „So werden acht Monate junge Tiere zu uns gebracht, die schon fünf Besitzer hatten und ihren Glauben an die Menschen fast verloren haben“, sagt Darius. Entsprechende Anbieter im Kreis Pinneberg werden vom Tierschutzverein beobachtet. „Wir zeigen das bei den Ordnungsämtern an. Ein Kampf gegen Windmühlen.“

Für Tierschützerin Martina Möller war es die erste Jahreshauptversammlung. Sie ist ehrenamtliche Gassigeherin.
Für Tierschützerin Martina Möller war es die erste Jahreshauptversammlung. Sie ist ehrenamtliche Gassigeherin. Foto: Sabrina Lincke
 

Maeder wird diesen Kampf offiziell noch drei Jahre weiterführen. Sie ist auf der Jahreshauptversammlung turnusmäßig ohne Gegenstimme wieder zur Ersten Vorsitzenden gewählt worden. Auch die Zweite Vorsitzende, Regina Hölken, bekam das Vertrauen von 19 Anwesenden (bei einer Enthaltung) und bleibt an ihrer Seite. Kassenprüferin Genevieve Kröchel wurde in Abwesenheit gewählt. Am 31. Dezember 2016 hatte der Tierschutzverein 739 Mitglieder, neben Gassigeherin Martina Möller traten weitere 24 Tierliebhaber neu ein. Es gab aber auch 53 Austritte – fast die Hälfte waren Ausschlüsse wegen Nichtzahlung des Mitgliedsbeitrages über mehrere Jahre.

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