Stadtradeln 2018 : Das Fahrrad-Experiment in Elmshorn: Drei Wochen ohne Auto

Für die nächsten drei Wochen tauscht Peter Bergmann sein Auto gegen das Fahrrad.
Für die nächsten drei Wochen tauscht Peter Bergmann sein Auto gegen das Fahrrad.

Als Botschafter der Aktion Stadtradeln verzichtet Peter Bergmann drei Wochen lang komplett auf sein Auto.

shz.de von
24. Mai 2018, 16:00 Uhr

Elmshorn | Der Weg zur Arbeit, der kurze Trip zum Supermarkt oder auf einen schnellen Sprung zum besten Freund – dafür springen die Elmshorner oft ohne Nachzudenken ins Auto. Für Peter Bergmann ist das in der nächsten Zeit tabu – der 30-Jährige ist Botschafter der Elmshorner Stadtradel-Aktion. Von Montag, 28. Mai, bis Sonntag, 17. Juni, wird er kein Auto von innen sehen.

Der Fahrrad-Enthusiast ist auch so schon viel mit dem Drahtesel unterwegs: Zur Arbeit in Neumünster fährt er mit dem Zug – für den Weg von der Haustür zum Bahnhof und vom Bahnhof zum Unternehmen schwingt sich der Wirtschaftsingenieur in den Sattel. Auch die Strecke zum Training erledigt der Handballer regelmäßig mit dem Rad. Fit genug ist er also – komplett auf das Auto zu verzichten, wird trotzdem eine Herausforderung. „Der Trainer hat gleich für Montag ein Trainingsspiel in Ellerbek organisiert. Da muss ich dann wohl eine Stunde früher losfahren als der Rest“, lacht der Torwart des Elmshorner Handball Teams. Denn: Auch Mitfahren ist nicht erlaubt. Außerdem stehen ein Besuch der in Hamburg lebenden Mutter und eine Radtour mit der Familie auf dem Programm. Bergmann ist Vater von vier kleinen Kindern – das Jüngste ist gerade einmal drei Wochen alt. „Zwei Kinder kommen in den Anhänger, eins auf den Rücken. Das Älteste darf entscheiden: entweder selbst in die Pedale treten oder bei Mama auf den Gepäckträger.“

Kleine Touren summieren sich

Wieviele Kilometer er in den drei Wochen CO2-frei hinter sich legen wird, das kann der 30-Jährige nur schwer einschätzen: „vielleicht so 250.“ Vor allem die ganzen Kleintouren würden sich aufsummieren. „Viele steigen selbst ins Auto, wenn sie nur mal eben einen Liter Milch holen wollen. Und das auch, wenn sie mit dem Fahrrad fast genauso schnell währen“, meint Bergmann.

Für das Klima eine absolute Katastrophe – findet Markus Pietrucha, Klimaschutzmanager der Stadt und Organisator der Elmshorner Aktion Stadtradeln. In diesem Jahr nimmt Elmshorn zum siebten Mal teil, 39 Teams mit 260 Radlern haben sich bereits angemeldet. Anders als der Stadtradel-Star dürfen sie in der gesamten Zeit auch weiterhin ins Auto steigen. „Ziel der Kampagne ist es, die Menschen auf das Verkehrsmittel Rad aufmerksam zu machen“, erklärt Pietrucha. Wenn die Teilnehmer aus der Haustür treten, sollen sie darüber nachdenken, ob sie das Auto nicht stehen lassen könnten.

Jede Strecke, die sie mit dem Fahrrad zurücklegen, dokumentieren die Teilnehmer. Bergmann nutzt dafür die Stadtradel-App, aber „auch ein handgeschriebener Zettel reicht aus“, sagt Pietrucha. Wer mitmachen möchte, kann sich auf der Internetseite der Stadt und auf der Homepage von Stadtradeln informieren.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen