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Ostsee-Tournee der Dittchenbühne : Das Elmshorner Theater am Polarkreis

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Mehr als 2000 Besucher feierten die Inszenierung des „Hauptmanns von Köpenick“.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Über 6000 Kilometer innerhalb von 14 Tagen, ausverkaufte Aufführungen, die Überquerung des Polarkreises, 20 Grad minus bei Murmansk, viel Schnee, eine Buspanne und die allerbeste Stimmung im Ensemble: So lässt sich die diesjährige Ostsee-Tournee der Elmshorner Dittchenbühne zusammenfassen. Insgesamt 2126 Besucher sahen die Inszenierung des „Hauptmanns von Köpenick“ während der Ostseetournee in Polen, dem Baltikum, Russland und Finnland.

„Die regionale Presse berichtete über die Aufführungen, oft war auch das Regionalfernsehen vor Ort“, berichtet Dittchenbühnen-Chef Raimar Neufeldt. In St. Petersburg schrieb die deutschsprachige Online-Zeitung „St. Petersburger Herold“ über die Inszenierung: „Die Satire auf Bürokratengeist und Militarismus im alten Preußen wurde mit Pfiff und Herzblut gespielt – gerade in Russland erweist sich das Stück noch immer als sehr aktuell.“

Überall waren die Theatersäle ausverkauft – bis auf die zwei Aufführungen in Finnland, wo, so Neufeldt, das Interesse an der deutschen Sprache und der deutschen Kultur offenbar zurückgegangen ist. Ansonsten waren es in erster Linie Studenten und Schüler, die zu den Aufführungen kamen. „Das Publikum wird immer jünger“, sagt Neufeldt. In Memel zum Beispiel kamen viele Gymnasiasten der deutschen Hermann-Sudermann-Schule und Angehörige der dortigen deutschen Minderheit.

Überall gab es für Aufführung und Darsteller viel Applaus. Der „Hauptmann von Köpenick“ lockte auch Prominenz zu den Aufführungen. „In Memel waren der deutsche Honorarkonsul dabei sowie Vertreter der Stadtverwaltung und unseres Partnertheaters, in Tallinn war ein Vertreter des estnischen Auswärtigen Amtes im Saal, und in Riga kam die deutsche Botschafterin“, sagt Neufeldt.

Während der Tournee waren die Darsteller der Dittchenbühne in sehr unterschiedlichen Quartieren untergebracht. „Das ging von guten Vier-Sterne-Hotels bis hin zu Wohnheimen, die offenbar noch aus der Stalin-Zeit stammten“, berichtet der Dittchenbühnen-Chef.

Keine Probleme an den Grenzen

Anders als in früheren Jahren gab es an den Grenzen – auch an der russischen Grenze – keinerlei Probleme. Die Ensemble-Mitglieder konnten sich über eine sehr freundliche und zügige Abfertigung freuen. Und auch der Zustand der winterlichen Straßen ließ kaum Wünsche offen. Raimer Neufeldt: „Die Straßen in Nordwestrussland waren in bestem Zustand, besser als die in Deutschland! Und bei Schneefällen gab es überall einen guten Räumdienst.“

Aber ganz ohne Panne verlief auch die diesjährige Tournee nicht. 150 Kilometer vor Riga blieb der Bus stehen – und nichts ging mehr. Diagnose: Lichtmaschine ausgefallen. Nach einigen Telefonaten war schon eine Stunde später ein Ersatzbus zur Stelle, sodass die Aufführung im Jüdischen Theater Riga pünktlich beginnen konnte.

Zum 24. Mal reiste das Elmshorner Theaterensemble durch die Ostsee-Anrainerstaaten. Das „Forum Baltikum – Dittchenbühne“ fördert die interkulturelle Zusammenarbeit, insbesondere mit den Ostsee-Anrainerstaaten, innerhalb der Metropolregion Hamburg, im Kreis Pinneberg und in der Stadt Elmshorn. Es unterhält unter anderem ein Erwachsenen- und ein Kindertheater.

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