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Klaus-Groth-Promenade in Elmshorn : „Das Ding ist einfach rott“

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Straßensanierung soll 650.000 Euro kosten und die Anwohner werden dafür ordentlich zur Kasse gebeten. Die Stadt zahlt nur die Hälfte und die Deutsche Bahn ist aus dem Schneider.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Grundstückseigentümer an der Klaus Groth-Promenade können schon einmal anfangen zu sparen: Im kommenden Jahr soll ihre marode Straße grundlegend saniert werden. Und dafür müssen sie einen Teil der Kosten übernehmen. Das dürfte einige vor Probleme stellen. Denn an dem betroffenen 650 Meter langen Teilstück der Straße gibt es nur wenige Anwohner, auf die anteilige Sanierungskosten verteilt werden können. Und das können so schnell mal 20.000 Euro und mehr pro Grundstück werden.

An einer Sanierung der Straße geht kein Weg vorbei. Darin herrschte im zuständigen Fachausschuss der Stadt relative Einigkeit. Bei nur zwei Gegenstimmen bekam die Verwaltung von der Politik den Auftrag, die Sanierung der Straße voranzutreiben und finanzielle Mittel bereitzustellen.

„Die Straße ist nunmehr für jedermann deutlich sichtbar in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Die Fahrbahn ist abgängig und mit normalen Unterhaltungsmitteln nicht mehr zu reparieren“, schreibt das zuständige Amt „Flächenmanagement“ in seiner Sitzungsvorlage. Amtsleiterin Petra Langefeld bringt den Zustand der Anliegerstraße auf den Punkt: „Das Ding ist einfach rott.“

Der Asphalt werde von der zunehmenden Nutzung durch Lkw, die in und aus rückwärtigen Gewerbeflächen fahren, derart belastet, dass der Belag bröckelt. Die ganze Straße vermittle das Gefühl, keinen Halt zu haben. Sie scheine vielmehr zu schwimmen. Die Folge: Komplettsanierung.

Auf 650.000 Euro belaufen sich die ersten Kostenschätzungen. „Die Deutsche Bahn als direkter Anlieger der Klaus-Groth-Promenade wird nicht für Beiträge herangezogen“, sagt Petra Langefeld. Für ihren Anteil muss die Stadt aufkommen. Der Rest (rund die Hälfte der Bausumme) wird auf die verbleibenden Grundstückseigentümer östlich der Bahnlinie umgelegt. Sie zahlen gesetzeskonform 75 Prozent der übrig bleibenden Kosten – nach momentanen Ansatz also etwa 245 000 Euro. Und zwar nach Art und Nutzung, also privat oder gewerblich, Größe und theoretischen Nutzungsmöglichkeiten. Wobei für Gewerbeflächen höhere Beiträge veranschlagt werden als für privat genutzte Flächen. Eine Ratenzahlung soll dabei möglich sein.

Als ziemlich hohe Belastung deklarierten die Ausschussmitglieder die Umlagen an die Eigentümer. Doch sowohl Flächenmanagement als auch Bürgermeisterin Brigitte Fronzek konnten die Notwendigkeit einer Sanierung vermitteln – auch wenn es den Anliegern im Portemonnaie weh tun sollte. „Wir sind in der Pflicht, dort etwas zu tun“, sagte Fronzek. Die Gewerbetreibenden zwischen den beiden Bahnhauptstrecken hätten einen Anspruch auf einen soliden Zubringer. Die Klaus-Groth-Promenade sei und bliebe halt eine Straße in einem ausgewiesenen Gewerberaum. Das müsse man akzeptieren.

Für Hausbesitzer ist dies ein Graus. Aber es kommt noch dicker. Die 80 Jahre alten Pappeln entlang der Promenade stören bei der Sanierung und Vereinheitlichung von Straße und Gehweg. Alle 37 Bäume sollen stumpf abgesägt werden. Über eine Ersatzbepflanzung werde zurzeit nachgedacht.

Für diese Baumarbeiten und Vereinheitlichung von Grundstücksgrenzen fallen nochmals 100 000 Euro an. Voraussichtlicher Beginn dieser Vorarbeiten: Frühjahr 2014. Der Beginn der Straßensanierung ist für 2015 angesetzt – sofern das Kollegium morgen grünes Licht gibt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir behauptet, dass die Entscheidung über die Bewilligung der Gelder in der Kollegiumssitzung am Donnerstag getroffen wird. Dem ist nicht so. Weiterhin hatten wir geschrieben, dass die Pappeln entlang der Promenade als Lärmschutz dienen. Auch dieses ist nicht der Fall.

Wir haben die entsprechenden Stellen im Text geändert und bitten, die Fehler zu entschuldigen.

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