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151 Mietswohnungen : Das City-Quartier an der Reichenstraße ist fertig

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Semmelhaack investiert 30 Millionen Euro. Wo früher Teppiche, Handtücher und Accessoires gekauft worden sind, befinden sich heute moderne Wohnungen.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Mit einer spektakulären Show – zwei Artistinnen aus München turnten, schwebten und liefen die Fassade des ehemaligen Kibek-Hochhauses hinunter – wurde gestern Nachmittag in Elmshorn eines der außergewöhnlichsten Bauprojekte der vergangenen Jahrzehnte offiziell abgeschlossen. Das Elmshorner Wohnungsbauunternehmen Semmelhaack hat 30 Millionen Euro investiert, um im Herzen der Stadt an der Reichenstraße 151 Wohnungen zu errichten.

Haben an einem Strang gezogen: Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje (rechts) und das Unternehmerpaar Annina und Theodor Semmelhaack.
Haben an einem Strang gezogen: Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje (rechts) und das Unternehmerpaar Annina und Theodor Semmelhaack. Foto: Christian Brameshuber

Auf dem ehemaligen Teppich-Kibek-Gelände sind vier Mehrfamilienhäuser neu errichtet worden. Das Kibek-Hochhaus wurde erhalten und komplett entkernt. Im höchsten Gebäude der Stadt – es ragt 50 Meter gen Himmel – wurden 57 Wohneinheiten untergebracht. „Dieses Gebäude ist Elmshorns neues Wahrzeichen“, betonte Annina Semmelhaack. 1000 Quadratmeter Wohnfläche sind entstanden. 108 Stellplätze verteilen sich auf die Tiefgaragen, 46 auf die Außenbereiche. „26 Wohnungen werden öffentlich gefördert“, betonte Hartmut Thede, Leiter Projektentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Nachfrage nach den Mietswohnungen war und ist gewaltig. „Im Hochhaus sind noch 17 Wohneinheiten zu vergeben“, sagte Firmeninhaber Theodor Semmelhaack. In den Mehrfamilienhäusern seien alle Wohnungen vermietet.

Mit dem neuen City Quartier ist das erste Projekt im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen realisiert worden – nicht von der Stadt, sondern von einem privaten Investor. Doch damit kann Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje richtig gut leben. „Durch dieses Projekt wird der gesamte Stadtumbau West einen Schub erfahren.“ Der Verwaltungschef sprach von einer „Signalwirkung“, die von diesem Bauvorhaben ausgehe. Es sei wieder attraktiv, in der Stadt zu wohnen.

Um dieses Vorhaben zu realisieren, hatte die Stadt ihre kompletten Planungen im Jahr 2014 umgeschmissen. Hatje war am 6. Januar 2014 erst fünf Tage im Amt, als er den Vertrag mit Semmelhaack schließen konnte. „Es gab die Chance, das alte Kibek-Hochhaus zu erhalten. Die haben wir mit einer großen Kraftanstrengung genutzt.“ Ursprünglich sollte das Sanierungsgebiet von der Krückau aus in Angriff genommen werden.

Semmelhaack hatte das Areal im Dezember 2013 von Frank Sachau gekauft. Im Sommer 2015 wurden die ersten Gebäude abgerissen. Wenige Monate später begannen die Neubauarbeiten. „Die Kosten haben sich von 25 Millionen Euro auf 30 Millionen Euro erhöht“, sagte Annina Semmelhaack. Vor allem der aufwendige Brandschutz im Hochhaus habe zu den Mehrkosten geführt.

Die Sektgläser klirren

Lächelnde und zufriedene Gesichter wohin man schaut. Die Fahrstühle sausen bis in den 14. Stock. Die Elmshorner sind neugierig. Früher haben sie hier Teppiche, Handtücher und Accessoires gekauft. Heute spazieren sie durch moderne Wohnungen. Aus der Penthousewohnung blicken sie über ihre Stadt – auch wenn das diesige und regnerische Wetter die Blicke trübt.

174 Quadratmeter Wohnfläche: „Eine der beiden Penthousewohnungen ist schon vermietet“, sagt Theodor Semmelhaack. Der Chef des gleichnamigen Elmshorner Wohnungsbauunternehmens hat zur offiziellen Fertigstellung des City Quartiers geladen. Er strahlt, ebenso wie seine Frau Annina und Oberbauleiter Arne Bielenberg. Der musste in den vergangenen Monaten eine der schwierigsten Baustellen in seiner Karriere meistern. „Die Herausforderungen waren enorm“, sagt Bielenberg. Die anderen Häuser haben wir im Vergleich dazu fast nebenbei gebaut.“

Das alte Kibek-Hochhaus war 1959 eingeweiht worden. Nachdem der Unternehmer Frank Sachau am Franzosenhof einen neuen Kibek-Firmensitz errichtet hatte, fürchteten nicht wenige Elmshorner, dass im Herzen der Stadt am Ende eine Bauruine entstehen könnte. Semmelhaack hat sich das Millionenprojekt zugetraut und es gestemmt. „Das Hochhaus zu erhalten, war wichtig“, sagt Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje. Das Unternehmen Semmelhaack habe es revitalisiert.

„Wir versorgen die Menschen mit bezahlbarem Wohnraum“, sagt Hartmut Thede von der Projektleitung.

„Wir versorgen die Menschen mit bezahlbarem Wohnraum“, sagt Hartmut Thede von der Projektleitung.

Foto: Christian Brameshuber
 

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Menschen mit bezahlbaren Wohnraum zu versorgen. Wir kommen unserer Verantwortung nach. Elmshorn liegt uns dabei ganz besonders am Herzen“, sagt Hartmut Thede, Leiter Projektentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit im Familienunternehmen Semmelhaack. Er lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und der Politik. Das sei nötig gewesen, um dieses außergewöhnliche Vorhaben zu realisieren.

151 Wohnungen sind in Elmshorns Mitte entstanden. 30 Millionen Euro hat der Investor in die Hand genommen. Einigen Besuchern fällt sofort die äußerliche Ähnlichkeit zwischen dem alten Kibekhaus und dem neuen Semmelhaackhaus auf. Das an diesem Ort in der Vergangenheit auch ein gutes Stück Elmshorner Wirtschaftsgeschichte geschrieben wurde, wird gleich am Eingang deutlich. Das Mosaik, das eine Teppichszene aus dem Orient zeigt, begrüßt in Zukunft auch die Besucher des Wohnhauses. „Wir haben es Stück für Stück abgenommen und dann wieder zusammengesetzt“, sagt Theodor Semmelhaack.

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