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City-Blues Elmshorn : Coole Klänge in der Holzhalle

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

25. City-Blues bei Holz Junge: Hunderte Besucher kamen zur Jubiläumsveranstaltung. Big Daddy Wilson und Abi Wallenstein waren die Stargäste.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Ein echter Starauftritt, das geht folgendermaßen: Die Band kommt auf die Bühne und spielt erstmal ein nettes Stück – nicht umwerfend, aber beileibe auch nicht schlecht. Dann kündigt der Gitarrist den „ladies and gentlemen“ vor der Bühne den Star an, Big Daddy Wilson betritt die Bühne, und dann geht es richtig los. Der schwarze Sänger im dunklen Anzug mit schwarzem Hemd, undurchdringlicher Sonnenbrille und schwarzer Gitarre zum hellen Hut kann sich dann ganz bescheiden als „Wilson“ vorstellen: „They call me ‚Big Daddy‘“, auf deutsch: „Ich werde ‚Big Daddy‘ genannt“.

City-Blues in Elmshorn: Auf der Bühne geben Musiker viel Gefühl in ihre Lieder, glänzen dabei mit ihrer Virtuosität und sorgen dafür, dass möglichst alle Füße im Takt mitwippen. Vorn an der Bühne tanzen einige, nach hinten hin wird das Klönen wichtiger. Gespielt wird im befahrbaren Lager von Holz Junge, eine exzellente Anlage sorgt für guten Klang. Drinnen ist es angemessen laut, draußen kann man sich unterhalten und hat frische Luft. Außerdem sind die Bierstände dort näher.

Mehrere hundert Besucher waren gekommen, aber es war nirgends eng, es ging jederzeit problemlos von ganz hinten bis nach vorn an die Bühne. Drängeln ist halt uncool und passte damit nicht zur Musik. „We sing the blues to tell the truth“, stellte Big Daddy Wilson klar („Wir singen den Blues, um die Wahrheit zu erzählen“). Und diese Wahrheit handelte zum Beispiel von einer 350 Pfund schweren Tänzerin, vom Gefühl der Fremde und natürlich von der „dirty and dusty road“, der schmutzigen, staubigen Straße.

Am Sonnabend traten Wellbad, eine Nachwuchsband aus Hamburg, und Big Daddy Wilson mit seiner Electric Band auf. Wellbad schafften es zu dritt, mit Gesang, zwei akustischen Gitarren und einem Mini-Schlagzeug satten Blues auf die Bühne zu bringen. Die Stimme von Frontmann Daniel Welbat und die Gitarren klangen passend angeraut und erdig, an Einsatz ließ es der Sänger nicht mangeln. Nach gut einer Stunde war sein Hemd restlos durchgeschwitzt, das „beautiful disaster“ („schönes Unglück“) und andere Lieder brachte er mit viel Einsatz gut rüber.

Top-Act war der Nordamerikaner Wilson. Mit seiner guten Band und kleinen Geschichten zwischen den Liedern begeisterte er schnell sein Publikum. Eine hervorragende Stimme und wunderbare Musik machten den Abend zu einem Erlebnis.

Für Sonntag hatten die Veranstalter zum Frühschoppen mit Abi Wallenstein, Georg Schroeter, Marc Breitfelder, Martin Röttger und Ralf Böcker eine Allstar-Band zusammengestellt.

Seit 25 Jahren veranstaltet der Elmshorner Holzhändler City-Jazz beziehungsweise inzwischen City-Blues mit guten Musikern. Der Eintritt ist frei, es gibt Essen und Getränke, die Stimmung ist entspannt, das Publikum sehr bunt gemischt. Trotzdem blüht diese Pflanze immer noch ein wenig im Verborgenen: „Ich wohne seit 23 Jahren hier und habe das zum ersten Mal mitgekriegt“, wunderte sich Besucherin Petra Schneider aus Bokelseß. Auch die Itzehoer Sven Lau und Gesa Saft wussten bis vor kurzem nichts von diesem Konzert, sie waren spontan mit Laus Arbeitskollegen gekommen und zeigten sich begeistert: „Eine super Idee“, lobte Gesa Saft: „Die Stimmung ist auch nicht schlecht.“ „Die Band war klasse, das Wetter spielte mit“, freute sich Sven Lau und genoss noch einen kleinen Bonus: Der Holzgeruch in der Halle freute den Zimmermann.

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