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Müll: GAB sieht Bürger in der Pflicht : Containerplätze in Elmshorn immer wieder verdreckt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Viele Bürger beklagen sich im Rathaus über die Müll-Misere. Dabei sind die Mitarbeiter der Verwaltung gar nicht zuständig.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 00:34 Uhr

Elmshorn | Darüber ärgern sich viele Elmshorner: Der Kofferraum des Wagens ist voll mit Wertstoffen wie Papier, Pappe und Altglas, doch der Containerplatz sieht schon wieder aus wie eine wilde Müllkippe. Alle Behälter quellen über, daneben sind Abfälle gestapelt. Besonders in der Zeit um den Jahreswechsel häufen sich die Beschwerden über komplett verdreckte Containerstationen.

Oft müssen Angestellte der Stadt den Ärger ausbaden. Die Bürger beklagen sich im Rathaus über die Müll-Misere. Dabei sind die Mitarbeiter der Verwaltung gar nicht zuständig. „Die Stadt ist lediglich verpflichtet, die Plätze zur Verfügung zu stellen. Für die Bewirtschaftung ist in unserem Fall die GAB zuständig“, sagt Petra Langefeld, Leiterin des städtischen Flächenmanagements.

Die GAB, das ist die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mit Sitz in Tornesch. Der Umweltservice des Unternehmens hat in den vergangenen Tagen in Elmshorn „keine markanten Beschwerden über die Altpapiersammlung und die Sammelplätze“ registriert. An einigen Stellen haben die Standplatzreiniger wilde Müllablagerungen (unter anderem alte Teppichböden) festgestellt, die wurden aber nach Auskunft der GAB beseitigt. Klar ist: Neben den Containern darf nichts abgestellt werden. Wer erwischt wird, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

„Derzeit gibt es keine aktuellen Probleme oder Verzögerungen, abgesehen von einer durch die Feiertage bedingten Verschiebung der Abfuhrtermine und einem sehr hohen Aufkommen an Wertstoffen nach den Festtagen“, sagt GAB-Mitarbeiter Herbert Schultze. Gerade um die Weihnachtszeit mache sich ein geändertes Konsumverhalten bemerkbar. Zunehmend würden Geschenke über den Versandhandel bestellt. Dann würden die zum Teil großvolumigen Verpackungen nach dem Fest aus Bequemlichkeit unzerkleinert einfach neben den Containern abgestellt.

„Wir versuchen die Standplätze bedarfsgerecht auszustatten und regelmäßig zu leeren und zu reinigen. In Einzelfällen kann es zu Problemen zum Beispiel durch einen Fahrzeugausfall oder aufgrund der Wetterlage kommen“, sagt Herbert Schultze.

„Füllstandsuntersuchungen“ der GAB

Die GAB hat im letzten halben Jahr „Füllstandsuntersuchungen“ vorgenommen, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln und die Standplätze zu optimieren. In Abstimmung mit der Stadt Elmshorn werden Anpassungen an einzelnen Standplätzen vorgenommen. „Wir können diese Anpassungen und eine regelmäßige Leerung allerdings nur für die Papiercontainer vornehmen, da die Behältergestellung und Einsammlung von Altglas im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung der dualen Systeme an ein Fremdunternehmen vergeben wurde. Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir auch hier auf die entsprechenden Vertragsunternehmen beziehungsweise Auftraggeber einzuwirken“, sagt Herbert Schultze.

Trotz regelmäßiger Reinigung komme es immer wieder zu bewussten Verunreinigungen der Standplätze in Elmshorn. Alte Müllbehälter, gefüllte Säcke mit Gartenabfällen und sogar Wäschetrockner würden neben die Container gestellt. Herbert Schultze: „Auch wenn diese Dinge in der Regel bei der nächsten Standplatzreinigung mitgenommen werden, führen die völlig systemfremden Abfälle verständlicherweise immer wieder zu Beschwerden. Abfallverursacher sind aber die Bürger selbst, die durch ihr Verhalten eine abfallwirtschaftlich sinnvolle Maßnahme in Misskredit bringen.“

Der Nutzen von Wertstoffsammelplätzen für eine haushaltsnahe Erfassung von Recyclingmaterialien stehe außer Frage, so der Experte der GAB. „Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten für die bedarfsgerechte Ausstattung und die regelmäßige Leerung und Reinigung der Behälter sorgen. Hierbei werden wir auch unsere Reklamationsverfahren optimieren, um schneller auf Probleme reagieren zu können“, so Herbert Schultze.

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