Gasunfall : Chlorgas-Austritt im Elmshorner Badepark geht glimpflich aus

Ein Großaufgebot des Rettungsdienstes ist schnell vor Ort, um Hilfe zu leisten.
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Ein Großaufgebot des Rettungsdienstes ist schnell vor Ort, um Hilfe zu leisten.

Badegäste wurden nicht verletzt, aber ein Badmitarbeiter wurde mit Beschwerden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

shz.de von
18. Mai 2018, 11:54 Uhr

Elmshorn | Es ist kalt an diesem Donnerstagmorgen. Egal. Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje zieht um 7.45 Uhr wie gewohnt seine Bahnen im Elmshorner Schwimmbad. Als er den Badepark um kurz vor 9  Uhr Richtung Rathaus verlässt, ahnt er nicht, dass das Schwimmbad nur zweieinhalb Stunden später zum Schauplatz eines Großeinsatzes der Rettungskräfte wird.

Schnelle Versorgung der Badegäste

Chlorgas-Alarm, 15 Besucher im Schwimmbad: Elmshorns Wehrführer Stefan Mohr weiß nicht, was ihn erwartet, als er mit den ersten Kräften vor Ort eintrifft. Neun Rettungswagen rasen im Minutentakt heran. Drei Notärzte und ein Leitender Notarzt sind da, ebenso der Einsatzleiter Rettungsdienst und die Führungsgruppe des DRK. Auch der Löschzug Gefahrgut/ABC-Dienst rückt an. Die Elmshorner Feuerwehr sondiert unter Atemschutz die Lage. Die entspannt sich relativ schnell. Die 15 Badegäste befanden sich schon im Umkleidetrakt und wurden dort vom Rettungsdienst versorgt. Sie konnten anschließend alle unverletzt den Badepark verlassen.

„Die Rettungskette hat funktioniert“

„Wir haben die Badegäste per Lautsprecherdurchsage aufgefordert, die Becken zu verlassen und sich in die Umkleiden zu begeben“, sagt Thorsten Kallies. Der Techniker der Stadtwerke hat Dienst an diesem Vormittag, als plötzlich der Chlor-Alarm ausgelöst wird. Kallies kontrolliert sofort die Anzeige im Technikraum, der direkt an den Chlorraum grenzt. „Der angezeigte Wert lag bei 5“, sagt Kallies. Der Wert darf Null nicht übersteigen. Wie es der Notfallplan vorsieht, wird die Sprinkleranlage für den Chlorraum manuell ausgelöst. Zeitgleich werden automatisch die Feuerwehr und der Netzwart der Stadtwerke Elmshorn alarmiert. Er ist 24 Stunden erreichbar. „Die Rettungskette hat funktioniert“, sagt Olaf Deich, technischer Leiter bei den Stadtwerken. Der Grund für den Chlorgas-Austritt ist schnell gefunden. Die Dosierungsleitung im Chlorraum war abgebrochen. Die Ursache des technischen Defekts ist bisher unklar. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr stellen fest, dass alle Druckluftflaschen, in denen das Chlorgas gelagert wird, unbeschädigt sind. Die defekte Anlage, durch die das Gas in Kleinstmengen über eine Filteranlage in die Becken geleitet wird, stellt ein Mitarbeiter der Stadtwerke ab. Die Gefahr ist gebannt. Allerdings klagt der eingesetzte Rettungsschwimmer über starke Kopfschmerzen und kommt vorsorglich zur Beobachtung ins Krankenhaus. Bürgermeister Volker Hatje erfährt erst um 13.45 Uhr von dem Chlor-Alarm im Schwimmbad – vom Wehrführer persönlich. „Gut, dass die Sicherheitskette so reibungslos funktioniert hat“, sagt Hatje. Nächsten Donnerstag will er im Schwimmbad wieder seine Bahnen ziehen.

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