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Elmshorner Rentenpläne : CDU-Mann attackiert die Koalition

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Stadtverordnete Mathias Wittorf hält die Pläne zur Änderung der Rentenversicherung für falsch.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Mathias Wittorf ist sauer. Sauer auf seine Partei, die CDU. Vor allem die geplanten Neuregelungen in der Rentenversicherung passen dem Vorsitzenden der Elmshorner Mittelstandsvereinigung (MIT) überhaupt nicht. Sie sind aus seiner Sicht verheerend für die wirtschaftliche Entwicklung und die jüngeren Generationen.

Rund 160 Milliarden Euro werden nach Ansicht von Experten die von der CDU/SPD-Koalition geplante Mütterrente, die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahren nach 45 Jahren Beitragszahlungen sowie Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente kosten. Wittorf ist überzeugt: „Dafür werden über kurz oder lang entweder die Steuern oder die Rentenbeiträge steigen.“ Das Geld werde dann den jungen Leuten fehlen, um sich eine private Altersversorgung aufzubauen.

„Insbesondere für die Bezieher von kleineren und mittleren Einkommen ist das nicht zu schaffen“, schimpft der MIT-Vorsitzende. Dass immer weniger Beitragszahler die Rentenzahlungen für immer mehr Rentner zu zahlen haben, komme erschwerend hinzu. Ein fatales Signal, meint er. Deshalb müssten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um zu verhindern, was noch zu verhindern sei.

Auch die CSU mit ihren Bedenken in punkto Zuwanderung bekommt von Wittorf ihr Fett weg. „Dass Menschen aus anderen Ländern, die hier arbeiten wollen, pauschal diskreditiert oder nicht reingelassen werden sollen, ist der falsche Ansatz“, meint der Mittelständler. Zuwanderung sei nötig, „um unseren Wohlstand zu sichern und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu halten“.

Doch bei der Politik, so die Wahrnehmung der Mittelstandsgesellschaft, stoße diese Kritik auf taube Ohren. CDU-Kreischef Ole Schröder sei Referent einer MIT-Veranstaltung in Schenefeld. Doch darüber hinaus habe sich die MIT mehrere Absagen von Bundestagsabgeordneten aus Schleswig-Holstein eingehandelt.

Immerhin sei der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke bereit gewesen, „uns Rede und Antwort zu stehen und mit uns über unsere Bedenken beim Koalitionsvertrag zu reden“, so Wittorf. Diese öffentliche Veranstaltung („Der Koalitionsvetrag – mittelstandsfreundlich? mittelstandsfeindlich? Wer vertritt uns noch?“) beginnt am Mittwoch, 26. Februar, um 19 Uhr im Elmshorner Wasserturm (Jahnstraße 1).

Wittorf befürchtet, dass die Union bei der kommenden Wahl aufgrund ihres mit der SPD eingeschlagenen Kurses viel Unterstützung verlieren wird. Denn ungeachtet der geplanten rentenpolitischen Wohltaten mache der Bund immer noch neue Schulden. Trotz der seit Jahren guten Konjunktur.

„Wir möchten, dass ein gewisser Grundkonsens, den es in den vergangenen Jahren in Rentenfragen gegeben hat, nicht aufgekündigt, sondern verteidigt wird“, sagt Wittorf. Deshalb muss nach Ansicht der Mittelständler unbedingt an der Rente mit 67 festgehalten werden. „Die Menschen leben immer länger, da müssen sie auch länger arbeiten, wie soll das sonst mit der Rente funktionieren“, so Wittorf.

Noch haben die Rentenpläne der Bundesregierung nicht den Bundestag passiert. Wittorf hofft deshalb, dass sich noch einiges davon verhindern lässt. Denn so, wie die Große Koalition angefangen habe, könne es nicht weitergehen, sagt er. Das wäre fatal für die Wirtschaft und für die junge Generation.

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