Carsharing und Smart City im Visier

Stadtwerke Elmshorn investieren in diesem Jahr 24,7 Millionen Euro / Hallenbad genießt Priorität / Neue Geschäftsfelder

shz.de von
24. Januar 2018, 16:10 Uhr

Die Sanierung und Modernisierung des Elmshorner Hallenbads wird die Stadtwerke Elmshorn in diesem Jahr extrem fordern – personell und vor allem auch finanziell. 15 Millionen Euro wird das Unternehmen in die Rundumerneuerung des Bads inklusive Saunabereich und Gastronomie stecken, um daraus eine attraktive Freizeiteinrichtung für die ganze Familie zu machen. „Mit den Abrissarbeiten wollen wir im März beginnen“, betont Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht. Im ersten Halbjahr 2019 sollen sich die Türen des Hallenbads dann endlich wieder öffnen. Der Beginn der Arbeiten hat sich um drei Monate verzögert, weil bei der ersten öffentlichen Ausschreibung die Angebote deutlich zu hoch waren.

Insgesamt sieht der Wirtschaftsplan der Stadtwerke Elmshorn in diesem Jahr Investitionen in Höhe von 24,7 Millionen Euro – 2017: zwölf Millionen – vor. Dabei möchten die Stadtwerke sich auch neue Geschäftsfelder erschließen. Laut Schuhknecht gibt es Überlegungen, ins Carsharing einzusteigen. In der 55 Fahrzeuge umfassenden Fahrzeugflotte gibt es 20 Autos, die Kunden beispielsweise außerhalb der Dienstzeiten und am Wochenende nutzen könnten. „Wir wollen Mobilität zur Verfügung stellen und dafür sorgen, dass weniger Fahrzeuge auf der Straße sind.“

Auch beim Punkt „Smart City“ will das Unternehmen Akzente setzen. Das von den Stadtwerken betriebene Straßenbeleuchtungssystem könnte technisch so weiterentwickelt werden, dass Echtzeitdaten über Straßenverhältnisse, Temperatur und Staus erhoben und für die Menschen nutzbar gemacht werden. „Dann muss ich die Hamburger Straße nicht nutzen, wenn sich der Verkehr dort staut“, sagt der Stadtwerke-Chef.

Strom, Gas, Wasser: In ihr Kerngeschäft investieren die Stadtwerke 4,6 Millionen Euro. Aktivitäten gibt es vor allem im Sanierungsgebiet Krückau/Vormstegen. Unter dem Stichwort Ökologie werden bundesweit 1,7 Millionen Euro in Projekte für erneuerbare Energien investiert.

Eine Million Euro sind für den Ausbau des Glasfasernetzes in Elmshorn im Wirtschaftsplan vorgesehen. Bei der Gestaltung der digitalen Zukunft möchte Schuhknecht gern mehr Geld in die Hand nehmen. „Die Datenmengen werden immer größer. Das ist ein Zukunftsthema.“ Doch der Markt ist umkämpft. Nicht nur in Elmshorn tummeln sich gleich mehrere Anbieter. Die Stadtwerke haben bis gut 1000 Glasfaserkunden. Vor allem in Neubaugebieten läuft die Akquise von Kunden erfolgreich.

Im Bereich E-Mobilität geht die Umrüstung der Fahrzeugflotte weiter. Alte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren werden durch E-Autos ersetzt. Die Ladeinfrastruktur wird bis Mitte des Jahres auch im Elmshorner Umland entscheidend verbessert. Neun Gemeinden erhalten eine Ladestation.

Doch bei allen Vorhaben – das Hallenbad genießt 2018 Priorität. „Wir wollen es Schulen, Vereinen und Bürgern so schnell wie möglich wieder zur Verfügung stellen“, sagt Schuhknecht. Es sei ein wichtiges Anliegen für die Stadtwerke, dass Kinder schwimmen lernen. „Das kann überlebenswichtig sein.“

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