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Elmshorner Nachrichten

12. Dezember 2017 | 14:10 Uhr

Campingplatz ist ein Geheimtipp

vom

Helga und Johann von Drathen begrüßen internationale und auch Itzehoer Gäste auf ihrem Grundstück direkt an der Elbe

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Kollmar | Seit 1970 besteht das "Elbdeich-Camping" in Kollmar, und seit 20 Jahren betreiben Helga und Johann von Drathen diesen idyllischen Platz direkt am Deich. Dieser runde Geburtstag wurde vor kurzem mit den anwesenden Gästen ausgiebig in der Scheune des direkt angrenzenden Hofes von Drathen gefeiert.

Die Inhaber haben auch allen Grund, ihren Campingplatz zu feiern. Der 1,2 Hektar große Platz mit 75 Stellplätzen bis zu 120 Quadratmeter Größe für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte ist zu einem Geheimtipp für Ruhesuchende geworden. "Unsere Gäste sind international und kommen unter anderem aus Skandinavien, Spanien und Großbritannien. Auch Iraner und Neuseeländer haben bei uns schon übernachtet", sagt Helga von Drathen.

Besonders beliebt ist das "Elbdeich-Camping" in Kollmar bei Radwanderern, die den Elbe- und Nordseeküsten-Radwanderweg nutzen und in Kollmar für eine Nacht rasten. Auch Monteure buchen gerne die zur Miete angebotenen Wohnwagen.

Die Dauergäste, die von Anfang April bis Ende Oktober ihre Wohnwagen aufstellen, sprechen in höchsten Tönen von dem Idyll hinter dem Deich. "Hier haben wir Ruhe, können abschalten und den ungestörten Blick auf die Elbe und die Schiffe genießen. Der Platz und die Anlagen sind sauber und werden immer gepflegt", erklärt Helga Blindek aus Itzehoe, die mit ihrer Schwester Ingrid Schröer einen Dauerplatz gemietet hat. Aber gerade sie sorgen für einen Nachmittag für "Leben in der Bude". Beide sind Mitglieder im Hausfrauenbund Itzehoe und laden ihre Mitstreiterinnen aus der Kreisstadt einmal im Jahr zu einem geselligen Nachmittag auf den Campingplatz ein. "Da geht es dann natürlich etwas lauter zu, doch unsere Nachbarn verzeihen dies gern, denn wir haben für sie dann auch ein Stück Kuchen übrig", sagte Ingrid Schröer.

Die Geschichte des Kollmaraner Campingplatzes war allerdings nicht immer so friedfertig wie heute. Nachdem Landbesitzer Claus-Hermann von Drathen die nach dem Neubau des Elbdeiches freigewordene Fläche 1970 zum Campingplatz umfunktionierte und verpachtete, gab es mit dem damaligen Pächter doch schon Probleme. "Der als Nazi-Anwalt bekannt gewordene Jürgen Rieger hatte den Platz bis 1993 gepachtet und des Öfteren musste die Polizei anrücken, um Streitereien der alkoholisierten Gäste zu schlichten", erinnert sich Helga von Drahten. Nachdem der Pachtvertrag mit Rieger gekündigt war, übernahmen sie und ihr Ehemann Johann den Campingplatz, bauten ein neues Sanitärgebäude, das durch Solarzellen mit einer Fußbodenheizung ausgestattet ist und brachten wieder Ruhe und Ordnung ins "Elbdeich-Camping".

Das hat sich mittlerweile herumgesprochen. Die von Drathens sind beliebt bei den Gästen, haben immer ein freundliches Wort, helfen gern und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Für ihren neuen Job als "Campingplatz-Mutter" hat Helga von Drathen damals die Leitung der Neuendorfer Kinderstube aufgegeben. Und wenn Johann von Drathen selbst am Morgen Hand anlegt und das Sanitärgebäude reinigt, steht er nicht als "großer Chef" da, sondern unterhält sich gern mit den Gästen.

Über ein Ärgernis ihrer Gäste wissen die beiden allerdings auch zu berichten. "Wenn das Krückausperrwerk in Neuendorf, das nur zwei Kilometer von unserem Platz entfernt ist, am Freitagmittag den Radweg schließt, müssen die Nutzer, die aus Richtung Hamburg kommen, einen Umweg von 28 Kilometern über Elmshorn machen", erklärt Helga von Drathen. Das könnte ihrer Ansicht nach durchaus freundlicher für die Radfahrer gestaltet werden. Wünsche diesbezüglich wurden bislang aber von den zuständigen Behörden nicht erhört.

zum Campingplatz unter www.elbdeich-camping.de

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