Bürgermeisterin geheim gewählt

Kerstin Frings-Kippenberg legt beim ältesten Ratsmitglied Ulrich Schley (links) den Amtseid ab.
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Kerstin Frings-Kippenberg legt beim ältesten Ratsmitglied Ulrich Schley (links) den Amtseid ab.

Konstituierende Sitzung in Kölln-Reisiek beginnt mit Paukenschlag

shz.de von
14. Juni 2018, 16:00 Uhr

Die konstituierende Sitzung der Kölln-Reisieker Gemeindevertretung war gerade mal fünf Minuten alt, da musste sie für knapp eine Viertelstunde unterbrochen werden. Der Grund: Für die CDU, die nach der Kommunalwahl mit zwei hinzugewonnenen Mandaten mit acht Politikern vertreten ist, hatte der neu ins Gremium eingezogene Vize-Fraktionschef Björn Scholz bei der Abstimmung über die Bürgermeisterin geheime Wahl beantragt. Ein unübliches Verfahren, zumal der SPD als Mehrheitsfraktion mit neun Sitzen das alleinige Vorschlagsrecht zustand. So mussten die Amtsmitarbeiter Uwe Schmahl und Uwe Sievers erst einmal aus dem Auto Laptop und Drucker holen, um die vorbereitete Datei mit dem Namen der einzigen Kandidatin, die bisherige Amtsinhaberin Kerstin Frings-Kippenberg, zu versehen und 17-mal auszudrucken.

Das Ergebnis nach Auszählung der Stimmen war das vorherzusehende: Frings-Kippenberg vereinigte neun Stimmen auf sich; die SPD stand demnach geschlossen hinter ihr. Acht Ratsmitglieder enthielten sich. Bereits bei Frings-Kippenbergs Vorgängerin Karin Röder (SPD), die zu den ersten Gratulanten zählte, hatte sich die Union in den vergangenen Jahren nie zu einer Zustimmung durchringen können.

Klarer waren die anderen Wahlen. Ulrich Schley (CDU) wurde in offener Abstimmung bei zwei Enthaltungen aus den SPD-Reihen zum ersten stellvertretenden Bürgermeister, Dorit Wilstermann-Fischer (SPD) einstimmig zur zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. Über die Besetzung der neun ständigen Ausschüsse, von denen fünf die SPD und vier die CDU als Vorsitz erhielt (siehe Infokasten), hatten sich die Parteien im Vorwege geeinigt. Die Wahl verlief einmütig. Die Stimmung beim alten und neuen Gemeindeoberhaupt war dennoch gedämpft. „Ich bin leicht enttäuscht, dass ihr euch nicht dazu durchringen konntet, mich zu wählen“, wandte sich Frings-Kippenberg an die Union-Vertreter. „Ich wünsche mir, dass wir nicht unser gemeinsames Ziel, zum Wohle der Gemeinde zu agieren, aus den Augen verlieren.“

Der Zuschnitt der Ausschüsse wurde leicht verändert. Der bisherige Kindertagesstätten-Ausschuss erhielt die Kompetenzen für die Schule mit dazu und heißt jetzt Bildungsausschuss. Der bisherige Schul- und Kulturausschuss firmiert künftig als Familien- und Kulturausschuss. Mit Ausnahme des Sozialausschusses (neun Sitze) werden alle Gremien mit sieben Vertretern besetzt.

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