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Neujahrsempfang in Seestermühe : Bürgermeister kritisiert Ministerium

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Thorsten Rockel hält Verzicht auf Klimadeich für Fehlentscheidung - die Deichverstärkung beginnt voraussichtlich 2015.

Ein ereignisreiches Jahr 2013, die Deichsanierung, ein Seeadler in den Eschschallen, die aktuellen Einwohnerzahlen – Seestermühes Bürgermeister Thorsten Rockel berichtete in seiner sehr humorvollen Rede auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde im Bürgerhaus sowohl von der Arbeit der Gemeindevertretung, als auch über Aktuelles aus der Gemeinde.

Rockels Blick zurück auf das Jahr 2013 reichte von der ausgesprochen guten Wahlbeteiligung in Seestermühe bei der Kommunal- und bei der Landtagswahl über die neue Zusammensetzung der Gemeindevertretung bis hin zu den Erfolgen der Seestermüher Kutterpuller.

Die Lacher auf seiner Seite hatte der Bürgermeister, als er daran erinnerte, dass Seestermühe 2013 „Filmstar“ geworden ist. „Wer würde schon vermuten, dass ein großer Teil des Tatorts „Tod auf Langeoog“ in Seestermühe spielte. Aber unsere Häuser sind nun mal die schönsten.“ Das hätten nun auch die ostfriesischen Inseln akzeptieren müssen. „Immerhin mal ein Drehort, zu dem unser Schauspieler Jan Schütte mit dem Fahrrad fahren konnte. Mal gucken, wann hier Steven Spielberg und Tom Hanks aufschlagen, um den neuesten Hollywoodblockbuster zu produzieren“, so Rockel schmunzelnd.

Der Orkan „Xaver“ durfte in dem Rückblick natürlich nicht fehlen. Rockel berichtete, dass einige umgefallene Bäume aus dem „Naturschutzgebiet“ Eschschallen an den Deich getrieben waren. Sie hätten die Grasnarbe massiv beschädigen können. In diesem Zusammenhang kritisierte der Bürgermeister die Stiftung Naturschutz, als Eigentümerin der Eschschallen, das Landesamtes für ländliche Räume sowie den Nabu Deutschland, der im Auftrage der Stiftung Naturschutz die Kontrollaufgaben im Naturschutzgebiet übernimmt: „Nach Aussagen von verschiedensten Mitarbeitern dieser Behörden und Institutionen, gibt es diese Bäume gar nicht. Wenn die Vertreter der Gemeinde gemeinsam mit den Vertretern des Deich- und Hauptsielverbandes in der Vergangenheit bei verschiedensten Anlässen immer wieder auf das Gefahrpotential der umgefallenen Bäume hingewiesen haben, wurde das von dem eben genannten Personenkreis immer als abwegig bezeichnet.“ so Rockel. Er hoffe, „dass jetzt die Erkenntnis kommt, den Leuten, die sich vor Ort auskennen, Glauben zu schenken.“

Positiv wertete der Bürgermeister, dass die seit mehr als zehn Jahren geforderte Deichverstärkung zwischen Bauernreet und dem Krückausperrwerk voraussichtlich 2015 in Angriff genommen werden soll. „Leider bekommen wir aber in der Seestermüher Marsch keinen Klimadeich, sprich einen Deich mit einer etwa fünf Meter breiten Deichkrone.“ Bei steigendem Meeresspiegel könne der Deich noch einmal um drei Meter erhöht werden. „Unserer Meinung nach ist das eine klare Fehlentscheidung des zuständigen Umweltministeriums in Kiel“, sagte der Bürgermeister und hatte in diesem Zusammenhang noch weiteres, wenig Erfreuliches parat. Die Verstärkungsmaßnahme des Deiches werde nicht ein, sondern sogar zwei Jahre dauern.

Danach ging es um den Seeadler: Der ist seit einigen Jahren wieder in den Eschschallen heimisch. „Der Vogel ist uns natürlich herzlich willkommen! Das Tier ist aber so was von streng geschützt und darf auf keinen Fall gestört werden. Ich würde mir das eine oder andere Mal wünschen, dass der Mensch auch so einen Schutz genießen würde“, so Rockel. Die Frage sei, was den Vogel eigentlich störe. „Hat Ihn schon mal jemand gefragt? Schließlich ist er freiwillig in die Eschschallen gezogen und kennt die Gegebenheiten dort.“

Erfreut konnte Rockel den über 150 Besuchern außerdem mitteilen, dass 950 Menschen in Seestermühe leben und die Zahlendifferenzen zwischen Amtsverwaltung und Landesstatistik endlich ausgeräumt sind.

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