zur Navigation springen

Einsatz für Elmshorn : Bürgermeister für 20 Euro Tageslohn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorns SPD-Fraktionschef Ulrich Lenk vertritt derzeit neben seinem Job bei den Regio-Kliniken Verwaltungschef Volker Hatje.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Elmshorn hat einen neuen Bürgermeister. Schon seit fast zwei Wochen. Und kaum ein Bürger hat es gemerkt. Seit dem 23. Juli ist Ulrich Lenk Chef der Stadtverwaltung. Normalerweise ist Lenk, neben anderen kommunalpolitischen Tätigkeiten, Chef der SPD-Rathausfraktion. Aber er ist eben auch ehrenamtlicher Stellvertreter von Bürgermeister Volker Hatje. Und deshalb momentan amtierender Bürgermeister.

Für andere Stadtverwaltungen ist das ganz normal: Wenn der Bürgermeister im Urlaub weilt, übernimmt ein Ehrenamtler seinen Job. Jedenfalls zum Teil. Denn es wird meist nur das getan, was keinen Aufschub bis zur Rückkehr des Amtsinhabers zulässt. Der Vertreter des Bürgermeisters ist ein Kommunalpolitiker, in der Regel entstammt er der stärksten Fraktion.

Das alles ist auch in Elmshorn so. Doch Elmshorn hat als einzige Stadt im Kreis Pinneberg einen Stadtrat und damit einen hauptamtlichen Stellvertreter von Bürgermeister Hatje. Die beiden stimmen sich in Sachen Urlaub miteinander ab. Deshalb kommt der zweite, vom Stadtverordneten-Kollegium gewählte Stellvertreter normalerweise nicht zum Zuge. Doch in diesem Jahr ist das anders. Hatje ist verreist und Stadtrat Dirk Moritz krankheitsbedingt länger ausgefallen. Deshalb ist Ulrich Lenk nun amtierender Bürgermeister. Der gelernte Krankenpfleger und Sozialarbeiter ist halbtags in der mobilen Wohnungslosenversorgung der Regio-Kliniken tätig. Anschließend geht er ins Rathaus und erledigt seinen aktuellen Zusatzjob. „Meist müssen Unterschriften geleistet werden“, sagt er.

Kürzlich ging es beispielsweise um einen Vertrag mit einem Volumen von 300.000 Euro für die Anmietung von Wohnungen für Asylbewerber. Lenk weiß bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit seinen Arbeitgeber, die Regio-Kliniken, hinter sich. „Es gibt nie Probleme, Zeit, in der ich ehrenamtlich tätig war, nachzuarbeiten.“ Auch bei anderen ehrenamtlichen Aufgaben wie bei Freiwilligen Feuerwehren sei sein Arbeitgeber „sehr kulant“. Da Ulrich Lenk als Bürgermeister Nummer drei nur ehrenamtlich im Einsatz ist, bekommt er auch kein Gehalt, sondern lediglich eine Aufwandsentschädigung: 20 Euro. Pro Tag. Diese Woche ist Lenk noch im bürgermeisterlichen Einsatz. Montag ist Hatje zurück.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen