zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

25. November 2017 | 10:23 Uhr

Bürger gegen mehr Windanlagen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Regionalpläne Die Landesregierung sieht zwei Vorranggebiete für Windkraftanlagen in Sommerland vor / Bewohner wehren sich

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 12:09 Uhr

Die Fortschreibung der Regionalpläne für die Ausweisung von Windenergieerzeugungsflächen in Schleswig-Holstein stößt in der Gemeinde Sommerland auf Widerstand. Dies wurde während der Einwohnerversammlung deutlich, zu der Bürgermeisterin Helga Ellerbrock jetzt in die Feuerwache Siethwende eingeladen hatte.

Auf dem Gemeindegebiet gibt es derzeit zwei Windparks in Kamerland und Grönland. Zusätzlich sollen nach dem vorliegenden Entwurf der Landesplanung zwei Vorranggebiete für Windenergierepowering zwischen den Ortsteilen Grönland und Dückermühle ausgewiesen werden. Hier könnten bei Umsetzung weitere Anlagen erstellt werden. „Allerdings nur, wenn an anderer Stelle Anlagen abgebaut werden. Dies solle im Verhältnis 2:1 geschehen, das heißt, zwei alte Anlagen entfallen, eine neue darf gebaut werden“, erklärte swe Bauausschuss-Vorsitzende Jürgen Schlüter. Wo die alten Anlagen abgebaut werden, spiele dabei eine unwesentliche Rolle. „Es kann passieren, dass irgendwo in Dithmarschen unrentabel gewordene Windmühlen verschwinden und dafür hier neue gebaut werden“, so Schlüter.

Die Gemeinde ist bis zum 30. Juni aufgefordert, eine Stellungnahme zu den Plänen der Landesregierung abgeben. „Ein einfaches ,Nein, das wollen wir nicht’ wird dabei nicht ausreichen“, erklärte der Ausschussvorsitzende. „Aus diesem Grund haben wir zu dieser Einwohnerversammlung eingeladen, um die Meinungen der Bürgerinnen und Bürger zu erfragen und diese in unsere Stellungnahme mit einzubeziehen“, sagte Bürgermeisterin Helga Ellerbrock.

Und die Äußerungen der Teilnehmer richteten sich eindeutig gegen die Ausweisung von neuen Windenergieflächen. „Wir haben in Sommerland schon zwei Windparks. Zusätzliche Flächen würden unser Gemeindegebiet und die vorhandenen Naturflächen weiter zerstören“, argumentierte der ehemalige Bürgermeister Johannes Diedrichs.

Er forderte zudem, erst einmal die notwendigen Leitungen in den Süden der Republik zu bauen, damit der in Schleswig-Holstein erzeugte Strom auch abtransportiert werden kann. „Die Aufstellung von weiteren Anlagen hat keinen Sinn, wenn derzeit die vorhandenen abgestellt werden müssen, weil zu viel Strom erzeugt wird“, sagte er. Besonders die von den bereits bestehenden Anlagen ausgehenden Lärmemissionen wurden angesprochen. Schon jetzt gebe es bei entsprechenden Windrichtungen und Wohnlagen in der Nähe der Windräder empfindliche Lärmbelästigungen. Bei weiteren Anlagen und dem kommenden Bau der A 20 werde die Wohnqualität in Sommerland und damit auch der Wert der Grundstücke drastisch schlechter werden.

„Wenige Landbesitzer und Anlagenbetreiber stopfen sich die Tasche voll und die Mehrheit der Bevölkerung leidet unter den Folgen“, war eine Meinung aus dem Publikum, die unwidersprochen blieb. Bürgermeisterin Ellerbrock versprach, die Ansichten der Einwohner in die Stellungnahme der Gemeinde einzubeziehen. Sie appellierte an alle Sommerländer, ebenfalls eigene Einwendungen zu dem vorliegenden Entwurf bei der Landesplanung abzugeben. Dies wäre auf der Internetseite des Landes unter www.schleswig-holstein.de möglich.

Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass die vorgesehenen Flächen seitens des Landes Rechtskraft erhalten, müsse die Gemeinde hierfür Bebauungspläne aufstellen. „Bislang ist es nur ein Entwurf der derzeitigen Regierung. Es kann sein, dass jetzt nach der Wahl durch andere Mehrheiten in Kiel diese Planung noch wieder geändert wird“, sagte Helga Ellerbrock. Trotzdem sei es dringend erforderlich, alle Einwendungen bis zum 30. Juni abzugeben.

Im weiteren Verlauf der Einwohnerversammlung informierte die Bürgermeisterin über bisherige und anstehende Maßnahmen in der Gemeinde. Dabei erklärte sie, dass der Glasfaseranschluss weit fortgeschritten sei. In den Ortsteilen Brunsholt, Siethwende und Grönland sei man fertig, der Bereich der Straße Sommerland würde bis November abgearbeitet werden. „Auch die Außengebiete werden durch den Zweckverband angeschlossen. Aber das wird noch ein wenig dauern“, so die Bürgermeisterin.

Die Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanäle soll in diesem Jahr begonnen werden. Eine entsprechende Ausschreibung der Arbeiten habe stattgefunden und der Auftrag soll im Juni vom Gemeinderat vergeben werden. Hierzu gehöre außerdem auch die Ausrüstung der Pumpwerke mit einer neuen Steuerung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen