Elmshorn gegen Rechts : Bürger gegen Hass und Hetze

Jens Jähne.
Jens Jähne.

Der Elmshorner Freundeskreis Knechtsche Hallen plant eine Aktion.

shz.de von
04. September 2018, 16:00 Uhr

Elmshorn | In Chemnitz verbreiten Tausende Rechtsradikale und ihre Mitläufer Fremdenhass. Die Hetze trifft ebenso Vertreter zahlreicher Institutionen der Demokratie. – Eine unerträgliche Entwicklung für viele engagierte Bürger. Entsetzt sind auch die Mitglieder des Freundeskreises Knechtsche Hallen in Elmshorn. Sie wollen eine Kundgebung organisieren, um ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt zu setzen.

Der Freundeskreis, der sich als „engagierten Teil der Zivilgesellschaft“ versteht, ist in Elmshorn vor allem in den Bereichen Stadtumbau, Kultur und bürgerschaftliches Engagement aktiv. „Wir sind tief besorgt über die Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Auf der Straße, in den sozialen Medien, allerorten Gewalt, Ausgrenzung, Hetze gegen Minderheiten, die Presse, unsere Justiz und letztendlich gegen unseren demokratisch verfassten Staat“, stellt Jens Jähne (Foto), Elmshorner Rechtsanwalt und Vorsitzender des Freundeskreises, in seinem Aufruf fest. Jetzt seien alle Bürger gefragt, um sich abzugrenzen und den Rassisten und Demokratiegegnern klar zu machen: „Ihr seid nicht das Volk“. Jähne und seine Mitstreiter wollen in Elmshorn eine Kundgebung auf die Beine stellen, an der sich alle „zivilgesellschaftlichen Kräfte“ beteiligen sollen, die für „die Werte der Verfassung und ein gewaltloses und offenes Miteinander stehen“.

Form der Veranstaltung noch nicht klar

Aufgerufen sind Politik, Verwaltung, Vereine, Gewerkschaften, Kirche und Bürger. Jens Jähne: „Es braucht dazu keinen aktuellen Vorfall in Elmshorn oder Umgebung. Das, was um uns herum täglich passiert, ist Anlass genug.“ Der Freundeskreis hat auch Kontakt zu Volker Hatje aufgenommen. „Ich finde die Idee gut“, sagt der Elmshorner Bürgermeister. Jetzt sei es entscheidend, welche Form der Veranstaltung der Freundeskreis wähle. „Das Thema ist äußerst wichtig und nicht lokal begrenzt. Wir müssen alle sehr wachsam bleiben und uns sachlich auseinander setzen. Ich könnte mir eine Diskussion in einer offenen Runde vorstellen“, sagte der Verwaltungs-Chef.

Ort und Termin für eine Aktion in Elmshorn gibt es noch nicht. „Wir sind ganz am Anfang der Überlegungen und wollen jetzt den ersten Anstoß geben“, sagt Jens Jähne. Er führt zurzeit Gespräche mit potenziellen Partnern und Unterstützern. Erste Ergebnisse soll es noch in dieser Woche geben.

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