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Salut Salon in Elmshorn : Brillante Musik, köstlich präsentiert

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Salut Salon sorgen im ausverkauften Stadttheater mit ihrem Weihnachtsprogramm für beste Unterhaltung.

Elmshorn | Beim Damentennis, dargestellt mit Ploppgeräuschen aus dem Mund und Stöhnen, ging das Gekicher auf der Bühne los. Als Waldorf und Statler, die beiden Alten aus der Muppets-Show, dann loslegen sollten, von Frauen dargestellt, konnten sich Angelika Bachmann und Iris Siegfried nicht mehr halten. Ihr Lachen steckte an. Mühsam schafften es die beiden noch, mit Altmänner-Timbre: „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ anzustimmen.

Eigentlich war es ja ein klassisches Konzert am Freitagabend im ausverkauften Elmshorner Stadttheater: Salut Salon traten mit ihrem Weihnachtsprogramm auf. Das bedeutet ein klassisches Konzert, in dem lauthals gelacht wird. Salut Salon, das sind vier preisgekrönte und studierte Musikerinnen, die ihr Programm mit komischen Einlagen, selbst geschriebenen Chansons und Artistik an ihren Instrumenten auflockern.

„Mit Leib und Seele gespielt“, das gefiel Frank Thompson an dem Auftritt; er verkörperte für den Klein Nordender „Lust auf Leben“. Maike Mechelke aus Ellerbek schwärmte: „Fantastisch, was sie für eine Musikalität auf die Bühne bringen, mit so viel Verve.“ Ihr Bruder Thomas lobte: „Man kann Klassik auch amüsant verpacken.“ Salut Salon sind mit ihrem Konzept, virtuoses Spiel, klassische Literatur und Komik zu mischen, inzwischen berühmt geworden, das Gastspiel in Elmshorn war ausverkauft. Eine Besucherin aus Bad Bramstedt sah die vier zum wiederholten Mal: „wirklich gutes Spiel, sehen nett aus, machen netten Blödsinn“, das gefiel ihr.

Der nette Blödsinn besteht aus Wortwitz und musikalischen Scherzen. Zur experimentellen Comedy wird es, wenn „Stille Nacht“ auf einer singenden Säge gespielt wird. Eher brav das Chanson, in dem Weihnachten auf Tonga besungen wird: auch keine Lösung, im warmen Süden bricht sich die Sehnsucht nach einem geschmückten Baum erst recht Bahn.

„Vier Jahreszeiten“

Atemberaubend wird es, wenn das Sommergewitter aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ als Schlacht zwischen den Musikerinnen inszeniert wird, in deren Verlauf zwei von ihnen gleichzeitig auf der Geige der dritten spielen. Sonja Lena Schmid ließ nur mit ihrem Cello akustisch eine Maus trippeln – und in einer Falle verenden. Ein Kabinettstück aus einem großen Fernseh-Parodie-Medley, das von der Tatort-Titelmelodie, gespielt auf Geige und Flügel, bis zu Monty Pythons „Brian“ reichte. Appetithappen aus einer Quiz-Parodie: „Mit wem möchten Sie Weihnachten verbringen: a) mit ihrem Mann, ...“ – „b!“

Aber das Komische, Spektakuläre ist nur eine Seite. Die vier Musikerinnen – zwei Geigerinnen, eine Cellistin und eine Pianistin – beherrschen ihre Instrumente und spielen fantastisch zusammen. Und sie bespaßen ihr Publikum nicht nur, sie bieten ihm auch anspruchsvolle Musik, vom alten französischen Weihnachtslied bis zur Milonga von Astor Piazzola. Sie spielten unbekannte Literatur und selbst geschriebene Chansons, sogar für eher melancholisch gestimmte Lieder bekamen sie Applaus.

Aber auch mit diesem Talent spielen sie natürlich wieder: Aus Wünschen, die sie über Facebook einsammelten, strickten sie den Text für eine Weihnachts-Polka, in deren Verlauf der Familienkrach zu Weihnachten in einer Schießerei endet.

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erstellt am 12.Dez.2016 | 15:00 Uhr

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