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Elmshorner SPD : Breitner: Müssen Städte stärken

vom

Zukunftsdebatte "Elmshorn 2030". Innenminister sieht große Herausforderungen für die Entwicklung der Krückaustadt.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 08:58 Uhr

Elmshorn | Zu einer lebhaften Diskussion konnte die Elmshorner SPD die Teilnehmer der Versammlung des Ortsvereins anregen. "Zukunft Elmshorn 2030", um nichts Geringeres ging es bei der Podiumsdiskussion mit dem Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Andreas Breitner.

Breitner, der in seiner Funktion als Innenminister auch für die Städte und Kommunen zuständig ist, verdeutlichte schon am Anfang sehr schnell, dass in den nächsten Jahren besondere Herausforderungen auf der kommunalen Ebene anstehen. "Unsere Gesellschaft wandelt sich rapide", so der Innenminister. "Die zunehmend älter werdende Bevölkerung wird eine komplett andere Infrastruktur benötigen." Für Breitner ist es daher wichtig, die Ressourcen neu auszurichten. "In der Zukunft brauchen wir wieder kürzere Wege; auf der anderen Seite werden nicht mehr alle Einrichtungen überall vorhanden sein können." Aus diesem Grund fordert der SPD-Politiker eine Ausrichtung der zukünftigen Entwicklung auf die Städte und eine Überwindung des Kirchturmdenkens "hin zu mehr Kooperation."

Die Schaffung kurzer Wege erfordert nach Breitners Ansicht auch, zukünftig wieder mehr über den Wohnort von Menschen mit deren Arbeitsplätzen gemeinsam zu denken: "In der Konsequenz müssen wir vermehrt dort bezahlbaren und attraktiven Wohnraum schaffen, wo die Arbeitsplätze vorhanden sind; also in den Städten."

Mit dem Wandel hin zur älter werdenden Gesellschaft sieht der Innenminister aber auch neue Herausforderungen beim Thema Integration. "Wir werden in der Zukunft sehr darauf angewiesen sein, dass Menschen anderer Herkunft sich in Deutschland niederlassen und hier ihr Leben aufbauen und sich heimisch fühlen", so Breitner, "das erfordert von uns im Gegenzug eine veränderte Willkommenskultur."

Attraktivität für alle - darin liegt auch für die Vorsitzende des Hauptausschusses der Stadt Elmshorn, Dörte Köhne-Seiffert, der Schlüssel, um die Krückaustadt auch im Jahre 2030 als lebendig, sozial und innovativ zu erleben. Köhne-Seiffert, die auch stellvertretende Vorsitzende der Elmshorner SPD-Fraktion ist, verweist insbesondere darauf, dass zu der Lösung der Zukunftsaufgaben auch das ehrenamtliche Engagement einen sehr viel höheren Stellenwert als heute einnehmen muss: "Wir werden viele Aufgaben der älter werdenden Gesellschaft nur auf diesem Wege erfüllen können." Dieses ehrenamtliche Engagement, das insbesondere von den Jüngeren der Gesellschaft aufgebracht werden müsse, wird sich aber nur dann entwickeln können, wenn es gelänge, diese Bevölkerungsgruppe trotz zunehmender Mobilität in Elmshorn zu halten, so die SPD-Politikerin.

Nach Ansicht von Peter Ladehoff, Vorsitzender des DGB im Kreis Pinneberg, ist hierbei auch die Wirtschaftspolitik in einer Stadt gefordert. "Wir werden die jungen Menschen nur dann in Elmshorn halten können, wenn sie hier attraktive Arbeitsplätze vorfinden", so Ladehoff, der darauf verweist, dass dieser Standortvorteil früher durch Unternehmen gewährleistet wurde, die ihren Stammsitz und ihre Produktion direkt vor Ort hatten: "In dieser Hinsicht ist leider in den letzten Jahren vieles verloren gegangen."

Eine andere Art des Zusammenlebens in der Stadt forderte die stellvertretende Vorsitzende des Seniorenrats, Ursula Kleinert, "mit neuen Formen des gemeinschaftlichen Wohnens und einem Wohnungsbau, der Wohnraum schafft, der für alte und junge Menschen gleichermaßen nutzbar ist."

Für den Ortsvereinsvorsitzenden der SPD, Ernst Dieter Rossmann, ergeben sich aus all diesen Aspekten gewaltige Herausforderungen für die Kommunalpolitik, die in einem kurzen Zeitraum gelöst werden müssen. Dennoch zeigt sich Rossmann gemeinsam mit dem Innenminister Breitner zuversichtlich, dass Elmshorn auch im Jahre 2030 eine lebendige, soziale und innovative Stadt sein wird.

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