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250.000-Euro-Plan : Braucht Elmshorn ein Jugendcafé?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Politik und Verwaltung versuchen mit wenig Geld und viel gutem Willen Angebote für Teenager zu schaffen. Morgen beraten die Mitglieder des Jugendausschusses über die Voraussetzungen für die Einrichtung eines Jugendcafés.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Elmshorn ist schön, doch das Angebot für Jugendliche reicht nicht aus –  das ist eine weitläufige Meinung unter Elmshorns Schülern und Heranwachsenden. Ganz nach ihren Wünschen und Vorstellungen sowie Ideen der Stadtverwaltung sollen Elmshorns Kommunalpolitiker deshalb am Mittwochabend über die Einrichtung eines neuen Jugendcafés in der City entscheiden.  Ja, nein, vielleicht, oder wenn möglich nicht so teuer – mit 250.000 Euro Anfangsinvestitionen wird  der Wunsch nach einer Insel junger Glückseligkeit im Vorwege in den Fraktionen intensiv diskutiert. Kein Wunder, dass die Politik skeptisch reagiert. Zu schwer liegt noch die Kröte „Apollo“ im Magen, die mit ähnlichem Konzept scheiterte und die Stadt mit weit mehr als 250.000 Euro belastete.

Zielgruppe sind die 14- bis 21-Jährigen

Elmshorns Bevölkerung wächst und wächst, fast 50000 Menschen leben bereits in der Krückaustadt. Doch in den vergangenen Jahren hat sich das städtische Angebot für junge Menschen zurückentwickelt. Das Kultur- und Aktionszentrum KAZ wurde geschlossen. Die Mission Apollo scheiterte. Nun soll ein neuer Treff in der City den Wunsch nach mehr Jugendarbeit erfüllen. Geht es nach vorgelegten Plänen, schwebt der Stadt ein  Café mit Sofas und Sesseln vor, in dem man mit Freunden reden oder einfach fünfe gerade sein lassen kann. Die Zielgruppe wird mit Jungen und Mädchen von 14 bis maximal 21 Jahren definiert, die um Orientierung und Teilhabe bemüht sind,  mit schwierigen Startvoraussetzungen und Durchbeißermentalität behaftet sind, nachhaltigkeits- und gemeinwohlorientiertes Denken mitbringen. Auch erfolgs- und lifestyle-orientierte Networker sind in der Sitzungsvorlage aufgeführt wie auch „ganz normale Jugendliche“ aus der so genannten Mittelschicht. Ausgestattet mit moderner Technik wie TV, Beamer und Internet plus Bar soll der neue Treff  ein fester Bestandteil sozialer Arbeit und Anlaufpunkt für junge Menschen in der Stadt Elmshorn werden. Ausdrücklich erwähnt in der Vorlage: Nach dem Stromhaus und dem Jugendhaus im Krückaupark soll ein drittes Jugendhaus als Konzept hinter dem Treff stehen.

Nach ersten Vorschlägen aus  der Stadtverwaltung, soll innerhalb der City ein Mietobjekt eingerichtet werden. 250.000 Euro für Umbau und Einrichtung soll das Vorhaben in erster Instanz kosten. Der laufende Betrieb mit zwei halben Stellen für Sozialarbeiter würde pro Jahr mit etwa 100.000 Euro zu Buche schlagen.

Politik diskutiert Finanzierung

Bereits vor wenigen Wochen stand das Thema auf der Agenda des Ausschusses. Es wurde aber zu weiteren Gesprächen in die Fraktionen verwiesen. Als „angeregt erörtert“ beschrieb Stadtrat Dirk Moritz die Diskussion, die hinter verschlossenen Türen stattfand. „Was kann man sich vorstellen? Was ist realisierbar“, waren laut Moritz Inhalte der Gespräche.

Doch die Kommunalpolitik tut sich schwer mit dem Gedanken, solch einen Batzen Geld für ein neues Jugendcafé in der City auszugeben. Angesichts schwindender Steuereinnahmen wurde die Frage „Braucht Elmshorn ein neues Jugendcafé?“  auch in privater Politik-Runde intensiv diskutiert. Eine Idee fand bei allen Unterhaltungen einen gewissen Charme: Statt eines Mietshauses könne auch ein ausgedienter ICE-Restaurantwagen ein erster Weg sein, dem Wunsch nach einem Treff nachzukommen. Wo dieser aufgestellt werden könne, ist noch die große Frage. Kostengünstiger wäre dieser Weg allemal.

Eine Antwort auf die Frage „Braucht Elmshorn ein neues Jugendcafé?“ soll nun am Mittwochabend der Ausschuss für Kinder, Schule, Jugend und Sport geben.Um 18 Uhr beginnt die Sitzung im Kollegiumssaal des Rathauses.

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