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Elmshorner Nachrichten

20. Juli 2017 | 18:36 Uhr

Boje-Schule: Der Zaun kommt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Vandalismus Ausschuss beschließt Umfriedung

Für viele Ausschussmitglieder war es keine leichte Entscheidung, doch nun wurde in der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend, Schule und Sport beschlossen, dass der Zaun um den Schulhof der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule gebaut werden soll. „Ich freue mich, dass der Ausschuss die Not unserer Schule erkannt hat und zu dieser Entscheidung gefunden hat“, sagt der Schulleiter Volker Pohlmann.

Scherben, kaputte Spielgeräte, Einbruch und Brandstiftung – die Liste von Vandalismusschäden auf dem Schulhof der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule ist lang. Dass etwas getan werden musste, stand für den Ausschuss seit langem fest. Was aber genau der richtige Weg ist, darüber haben die Politiker seit vielen Monaten gestritten (wir berichteten). Streetworker wurden eingesetzt und bauliche Veränderungen wie Schranken oder Drehkreuze installiert. Auch Schilder wurden aufgestellt, die den Aufenthalt nach 20 Uhr verbieten. „Alle Maßnahmen haben nichts genützt, so dass der Zaun eine Ultima ratio darstellt“, sagt Pohlmann.

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt die CDU-Fraktion. „Es ist nicht so, dass wir den Zaun toll finden. Aber der Schulhof wird durch die Zerstörungen zweckentfremdet“, sagt Henning Martens (CDU). Seine Fraktion hatte sich schon zu Beginn der Diskussion für einen Zaun ausgesprochen, während die SPD dieser Forderung eher skeptisch gegenüberstand. Nach Befragungen der Bevölkerung, die jedoch dem Zaun positiv gegenüberstand, haben Teile der SPD dem Antrag auf Umfriedung des Geländes zugestimmt. „Wir nehmen die Beteiligung sehr ernst und möchten die Teilnahme mit unserer Stimme anerkennen“, sagte Arne Klaus (SPD).

Gegen den Zaun stimmte die FDP-Fraktion. „Wir wollen eine offene und tolerante Gesellschaft, und sind der Meinung, dass wir das vor allem unseren Kindern zeigen sollten“, sagte Pascal Mangels und ergänzte, „Wir sind nicht der Meinung, das ein Zaun in dieser Situation hilft.“ Einen ähnlichen Standpunkt vertritt die Fraktion der Grünen, die ebenfalls gegen den Zaun stimmten. Silke Pahl (Grüne) erwähnte zudem, dass ein Zaun die rechtliche Situation nicht verändere, die Polizei also nach 20 Uhr weiterhin niemand von dem öffentlichen Platz schicken dürfe. Marcus Petersen vom Polizeirevier Elmshorn bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung den Eindruck, dass der Zaun keine Rechtsänderung nach sich zieht, das Wegschicken durch die Polizei aber durchaus möglich sei. „Ob das als Hausfriedensbruch angezeigt werden kann, liegt aber am Willen des Grundstücksbesitzers.“

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erstellt am 19.Mai.2017 | 16:00 Uhr

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